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Text: Christoph Paul Hartmann  

Christoph Paul Hartmann, geboren 1991, studierte Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität Leipzig. Heute arbeitet er als Radio-/Online-Journalist und schreibt Drehbücher und Hörspiele. Er lebt in Köln.

 
   
 

 

 

 

„Herr Hartmann, Sie haben am Wettbewerb 1:31 teilgenommen. Was hat Sie an diesem Wettbewerb gereizt und was hat Sie zu Ihrem Film "Hinter Glas" inspiriert? Wie finden Sie den Wettbewerb, der Filmemacher einlud, bewegte Bilder zu den Themen Glaube, Liebe und Hoffnung einzureichen?“

An dem Wettbewerb hat mich die Offenheit des Themas gereizt: Jedes der Themen allein enthält schon unglaublich viele Facetten und Schattierungen – dabei sind die Übergänge auch noch sehr fließend. Es galt also, eine Geschichte zu einem sehr großen Thema in sehr kurzer Zeit (die maximal mögliche Länge betrug 3:30 Minuten) zu erzählen. Das war eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, denn die vergangenen 2000 Jahre haben schon sehr vielen Künstlern Gelegenheit gegeben, sich mit diesen drei Themen zu beschäftigen. Doch die Möglichkeit, in die Tiefe zu gehen, mal ein richtig „großes“ Thema anzugehen, hat mir gefallen. Obwohl sich dann die Findung nach einer Geschichte als nicht unbedingt einfach herausgestellt hat, bin ich trotzdem drangeblieben.

Bei der Recherche zu den Themen stand für mich relativ schnell fest: Ich wollte mich auf einen Oberbegriff konzentrieren, um die möglichen Stoffe etwas einzugrenzen. Mein Hauptaugenmerk sollte darauf liegen, eine gute Geschichte zu erzählen, nicht, möglichst viele Stichworte abzuarbeiten.

Während ich dann weiter recherchierte, kam ich immer näher an das Themenspektrum „Glaube“ heran, vor allem, weil mich die Übersetzung aus dem Lateinischen faszinierte, liegt dort doch der Schwerpunkt des Wortes „Fides“ auf der Treue, dem Vertrauen. Je mehr ich mich mit diesen Begriffen auseinandersetzte, desto besser fühlte ich mich in diesen Themenkomplex hinein. Nach und nach fielen mir dann auch ein paar mögliche Bilder, Personenkonstellationen, Orte und Handlungsfetzen ein, von denen manche schnell versiegten und sich andere noch etwas weitersponnen, bevor ich nicht mehr weiterkam.

Der entscheidende Gedanke für meinen Film war dann derjenige (ich weiß leider nicht mehr, woher ich ihn habe), dass eine soziale Gemeinschaft ja nur durch Vertrauen entstehen kann und man als allen Menschen Misstrauender vollkommen alleine da stände. Da war es dann zu der Idee nicht mehr weit, eine Protagonistin mit nur für sie sichtbaren Glaswänden zu umgeben.

Diese Geschichte gab mir die Möglichkeit der Abstraktion: Da die Ausgangssituation schon surreal angelegt ist, konnte ich den Text so aufziehen, dass man den Film nicht nur in Hinsicht von Vertrauen zwischen Menschen, sondern auch in die Richtung Glaube an Gott verstehen kann. Am Ende zerbrechen die Scherben durch das wiedergewonnene Vertrauen – an dieses Bild konnte meines Erachtens der Zuschauer gut anschließen. Es war also ein durchaus holpriger Weg, bis ich den Stoff für meinen Film gefunden hatte.

Der Themenwahl des Wettbewerbs stand ich von Anfang an etwas zwiegespalten gegenüber: Auf der einen Seite gefiel mir die große künstlerische Freiheit, die mir das Thema gab. Dadurch konnte ich mich auf das eigentliche Erzählen konzentrieren. Auf der anderen Seite sah ich durch diese doch sehr allgemeinen Themen die Gefahr, in Beliebigkeit abzugleiten. Mit einigen Ecken hätte ich fast jede Geschichte in dieses Korsett pressen können, das wurde auch durch die teils großen inhaltlichen Schnittmengen der Themen verstärkt. Die Versuchung des „Anything goes“ war allgegenwärtig. Ich hätte mir auch ein etwas mutigeres Thema als Überschrift vorstellen können, denn „Glaube-Liebe-Hoffnung“ provozieren nicht, sie sind Grundwerte, auf die sich viele Menschen ohne großes Überlegen zurückziehen können. Das macht sie zwar für viele leicht fasslich, regt aber nicht unbedingt zur Selbstreflexion an. Gerade die jahrhundertelange Rezeption der drei Worte erschien mir manchmal wie eine Schranke, da ich davor zurückscheute, allzu abgegriffene Motive zu verwenden.

Trotzdem hat mir die Möglichkeit eines Video-Wettbewerbs sehr zugesagt. Vor allem die Möglichkeit, nicht nur sich selbst in Form eines Youtube-Clips in Szene zu setzen, sondern auch eine klassische fiktive Geschichte zu erzählen, haben mich angesprochen. Es war eine schöne Plattform, um meine Kreativität auszuleben und obendrein eine schöne Erfahrung.

 

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