» STATEMENTS » Marcel Merkel
  Startseite labern/verkünden: Die christliche Blogosphäre
  ÜBERSICHT | EDITORIAL | TITELSTORY | INTERVIEW | STATEMENTS | ÜBER DIE AUTOREN
Diese Seite empfehlen Als Druckversion öffnen Als PDF herunterladen
  ZURÜCKBLÄTTERN WEITERBLÄTTERN
     
 
Text: Marcel Merkel  

Marcel Merkel, geboren 1988 in Essen, ist staatlich geprüfter Sport-Fitnesskaufmann, Schneesportlehrer, Mitbegründer der Firma und Marke myboshi.net und mittlerweile Store Manager bei Planet Sports in Krefeld. Zudem ist er leidenschaftlicher Sportler, sehr reiselustig und immer auf der Suche nach neuen Zielen und Orten, eventorientiert, naturbegeistert.

 
   
 

 

 

 

„Herr Merkel, Sie sind aus der Kirche ausgetreten. Hat sich Ihre Kirche danach bei Ihnen gemeldet oder sich bei Ihnen erkundigt, warum Sie ausgetreten sind?“

Ja, das ist an der Stelle richtig, ich habe mich sehr früh entschieden diesen Weg zu gehen, da meine Vorgeschichte mit der Kirche in Verbindung mit anderen Religionsgemeinschaften nicht die beste war. Dieser Schritt hat natürlich auch zur Folge, dass ich heute nicht mehr kirchlich heiraten kann, was für mich jedoch damals keine große Rolle spielte, sondern erst im weiteren Verlauf meines Lebens zum Thema wurde.

Der Hauptgrund des Austritts für mich war die Unehrlichkeit, Überschneidungen mit anderen Kirchen und Ansichten und Alleinstellungsbeanspruchungen der „wahren“ Kirche in jeglicher Hinsicht. So kann ich über viele Parallelen verschiedenster Religionsgemeinschaften berichten, die meine Kindheit durchzogen haben. Ich konnte Einblicke der Evangelischen Kirche und Ihres Daseins im Religionsunterricht erlangen.
Ebenfalls fand ein reger Austausch mit einem meiner Schulkameraden und die Neugierde seiner Religion (Neuapostolischen Kirche) im Vergleich mit meiner damaligen Anhängerschaft der Zeugen Jehovas statt.

Alle drei Religionsgemeinschaften beziehen sich auf ähnliche bis gleiche Merkmale, Bräuche und Verbote nur in unterschiedlich abgeschwächter oder verschärfter Form. In Kombination mit der verbundenen Beanspruchung die einzig „ wahre“ Religion zu sein und immer alle anderen Religionen als falsch darzustellen und im Grunde genommen nicht besser zu sein, erschwerte sich für mich der Eindruck, dass ich dem Ganzen nicht glauben kann und entschied mich somit für den gänzlichen Ausstieg aus der Thematik.

Was hätten Sie im besten Fall erwartet von Ihrer Kirche?

Da der Ausstieg aus der Kirche ein sehr leichter ist und keinerlei Fragen gestellt werden, sondern lediglich ein Formular ausgefüllt werden muss, hätte ich eine Analyse der Ursache für das Mindeste gehalten, was die Kirche beziehungsweise das zuständige Amt (Amtsgericht)/Sachbearbeiter hätte machen können. Wenn man die Kirche als Unternehmen sieht, so können sie sich an der Stelle viel aus der Wirtschaft abschauen.

An der Stelle wäre der zuständige Personalreferent oder Chef über einen ausführlichen Austausch um weitere Austritte zu vermeiden auf mich zugekommen und hätte neben einer Ursachenforschung sicherlich auch die Attraktivität eines möglichen Verbleibs erhöhen können. In dem Sinne ist das ja schon ein entschiedener Schritt gewesen, den ich da gegangen bin.

Um das natürlich zu vermeiden hätte man vorher schon von Kirchenseite etc. reagieren müssen und  die ersten „Frühwarnungen“ wie nicht Besuchung der Kirche etc. erfassen müssen. Da es aber in dem Bereich keine Instanz gibt, die sich um so etwas kümmert, wird die Kirche immer wieder vor vollendete Tatsachen gestellt und kann nicht mehr schnell genug reagieren. Man wird ab der Geburt in dem Sinne alleine gelassen und hat halt irgendwann die Wahl, ob man seine kirchliche Gesinnung anerkennt oder nicht.
Ich habe es nicht getan.

 

nach oben

     
  ZURÜCKBLÄTTERN WEITERBLÄTTERN
  ÜBERSICHT | EDITORIAL | TITELSTORY | INTERVIEW | STATEMENTS | ÜBER DIE AUTOREN
Diese Seite empfehlen Als Druckversion öffnen Als PDF herunterladen