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  Startseite Ausgabe 10 | glaubwürdig/skandalös – Krisenkommunikation als Chance für neue Anfänge.
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Text: Helmut Drüing  

Helmut Drüing, Jahrgang 58, hat Anglistik, Amerikanistik, Kathothische Theologie und Pädagogik studiert. Von 1986 bis 1992 war er selbstständiger Landwirt, seit 2002 ist er im Außendienst der Raiffeisen Emsdetten-Greven-Sprakel eG tätig, seit 2010 bei der Raiffeisen Bever Ems eG. Helmut Drüing ist verheiratet und Vater von vier Kinder, er lebt in Emsdetten.

 
   

 

 

 

„Wie erleben Sie als Katholik und aktiver Kirchgänger den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche und die Steuerung der Krisenkommunikation durch die katholische Kirche?“

Der Missbrauchsskandal der katholischen Kirche kostet dieser unglaublichen Kredit: Das trifft zum einen die überwiegende Zahl der unschuldigen, ehrlich arbeitenden Kirchenvertreter, weil in unserer säkularisierten Gesellschaft sofort grob verallgemeinernd „die katholische Kirche“ insgesamt angeprangert wird.

Zum anderen war es natürlich allerhöchste Zeit, dass diese schlimmen, Menschen auf Dauer verletzenden Vorgänge das Licht dieser Welt erblicken konnten. „Nichts ist so fein gesponnen, als es nicht doch kommt an die Sonnen“ – pflegte mein Vater immer zu sagen. Was für ein enormer Leidensdruck muss sich da durch das jahrzehntelange Verschweigen bei Opfern und Tätern angestaut haben! Das Fatale daran ist das Aufrechterhalten der kirchlich-autoritären Fassade gewesen, die keinerlei Raum für Zweifel oder Anklage ließ, quasi ein Seelen-Gefängnis.

Folgerichtig ist dieses starre Verhaltensmuster bis in die Steuerung der Kommunikation durch die katholische Kirche durchgeschlagen. „Mea culpa“ zu sagen tut verdammt weh – ist aber der einzige Weg zu einer möglichst schnellen Rehabilitierung. Denn ein überzeugendes, personengebundenes moralisches „Geländer“ für Jung und Alt in unserer überhitzten, oft entpersonalisierten Lebenswelt ist mehr denn je dringend erforderlich.

Das Liebesgebot Jesu muss vom „Bodenpersonal“ der Kirche, also auch fehlbaren Menschen, weiter in unsere bedürftige, nach höherem Sinn suchenden Welt hinausgetragen werden: es werde Licht in dunkler Zeit!

 

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