Startseite Ausgabe 07 | brennen - dösen - Was zeichnet starke Glaubenszeugen aus?
   
 
Text: Ruth Lemmer  
Ruth Lemmer ist seit 2004 Chefredakteurin der Fachzeitschrift PERSONAL im Fachverlag der Handelsblatt GmbH. Die Journalistin arbeitete bei der Regionalzeitung NRZ, volontierte in der Handelsblatt-Gruppe, wurde Redakteurin der Wirtschaftswoche und des Manager Magazins, bevor sie sich 1993 mit Kollegen im medienbüro selbstständig machte

 
   

 

 

 

„Woran erkennen Sie die Führungskräfte von morgen und wie kann man sie gewinnen?“

Ob Shell oder Junior Management School, ob Personalwissenschaftler oder Jugendpsychologen: Erforscht wird die Generation, die morgen als Mitarbeiter in Unternehmen und Institutionen ankommen wird. Da treffen dann umhegte ängstliche Einzelkinder auf die, die vor Ichbezogenheit nicht mehr teamfähig sind. Die strebsamen und Multitasking fähigen jungen Frauen konkurrieren mit Männern, die zur vernachlässigten Problemgruppe mutieren. Gleich ist allen die Vorliebe zu andauernder, oft nichts sagender Online-Kommunikation.

Ihnen werden Führungskräfte gegenüberstehen, die entweder zur wachsenden Gruppe der 50plus-Menschen gehören oder zur aufstrebenden Generation Y – die  wiederum sind gleichzeitig straight und entscheidungsunfähig, wenn man den Befragungen glauben darf. Diese Führungskräfte von morgen – ob 30 oder 60 Jahre – müssen eine Generation abholen, die mobil sein kann, ohne sich zu bewegen: mit dem Handy oder dem PC. Auf dem IT-Klavier müssen die Chefs mitspielen können.

Ansonsten aber sollten sie auf Uralttugenden wie Verlässlichkeit, Geradlinigkeit und Glaubwürdigkeit zurückgreifen. Denn die Mitarbeiter von morgen suchen Sicherheit – nicht unbedingt in einem unverrückbaren Arbeitsplatz fürs Leben, aber sie wollen, dass ihre Leistung anerkannt wird. Sie erwarten Unterstützung in ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung. Denn ihre Aufgaben im Job werden sich – wie bei den Führungskräften selbst – permanent verändern und das wollen die Mitarbeiter von morgen gut bewältigen.

Führungskräfte müssen sich auf diese Denkweise einlassen, also individuell auf Mitarbeiter reagieren lernen. Sie müssen kommunizieren können oder – um es einfacher auszudrücken: Zuhören, auf andere eingehen, loben und sachorientiert kritisieren werden entscheidende Instrumente sein, um Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Es mag für manchen wie eine Drohung klingen, aber die Führungskraft von morgen muss klassischerweise den Frauen zugesprochene soziale Fähigkeiten mitbringen, damit ihr die Mitarbeiter nicht davon laufen. 

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