Startseite Ausgabe 07 | brennen - dösen - Was zeichnet starke Glaubenszeugen aus?
   
 
Text: Ludger Elfgen  

Ludger Elfgen, Diplom-Grafikdesigner, ist Gründer und Geschäftsführer von 11gen design, visuelle Kommunikation. Das Büro in Friedberg bei Augsburg hat derzeit 6 feste Mitarbeiter und betreut Projekte in allen Branchen, unter anderem viele Projekte im Jugendmarketing und Non-Profit-Bereich.



 
   

 

 

 

„Was denken Sie, zeichnet eine ‚burning person‘ aus? Was Merkmale einer ‚burning person‘ und wie sollten burning persons neue Medien nutzen?“

Für ein gutes Steak braucht es Salz und Pfeffer. Gute Logos kann man in den Sand zeichnen. Gute Produkte sind einfach, genau wie gute Ideen. Zu dieser Einfachheit braucht es Energie und Leidenschaft – Burning Persons.

Wer brennen möchte ist gut beraten, den Fernseher selten einzuschalten, Jahrbücher und Fachzeitschriften nur dosiert aufzusaugen. Beim Telefonieren nicht auf der Tastatur rumzuklopfen. Hellwach und mit geschlossenen Augen Bach zu hören. Beim Abspann im Kino einfach sitzen zu bleiben. Im Auto Antenne Bayern auszuschalten.

Ausschalten kann ich übrigens vieles: mein Handy, wenn ich mit Kindern Memory spiele. Den Wäschetrockner, wenn draußen die Sonne scheint. Die Möglichkeit, mit dem Auto zu fahren, wenn es auch mit dem Zug geht (den Rivalen sollte man nicht ausschalten, sondern besser den eigenen Neid).

Um brennen zu können, benötige ich Stille. Ich gönne mir täglich eine halbe Stunde - gleich am Morgen nach dem Frühstück. Was ist mir heute wichtig? Was glüht unter der Asche? Als Impuls dienen mir die Tageslesungen der katholischen Kirche. Mittags noch mal eine Stunde: Zwischen 13 und 14 Uhr ist in unserer Agentur „Service-Wüste Deutschland“. Wer trotzdem eine Nachricht hinterlassen will, landet auf dem AB – und wird zurückgerufen. Musik läuft in unserem Design-Büro nur in der Telefon-Warteschleife.

Ich suche intensive Augenblicke – den ganzen Tag. Und Intensität ist nicht eine Frage von Reizvielfalt, sondern von Beschränkung. Ganz bei der Sache sein. Die Briefmarke bewusst in die Ecke kleben. Die nassen Gläser auch noch abtrocknen. Dem Hilfe suchenden Kollegen zumuten, dass er einige Minuten wartet, weil ich den Augenblick noch benötige – um dann ganz bei ihm zu sein.

Eine Person, die brennt, kann seinen Gesprächspartner ausreden lassen. Der andere ist es, der mir Luft zum Atmen - und zum Brennen gibt. Vielleicht ist das auch die Basis, auf der gemeinsames Brennen für eine Sache entsteht – die schönste Form von „burning persons“.

Klar bin ich bei Facebook, Twitter und Xing registriert. Die Zeit, mein Profil zu pflegen und Kontakte zu knüpfen, hat sich noch nicht ergeben. Ich mache mir keine Sorge, denn das reale Leben ist intensiver.

Nach solch einem Tag falle ich todmüde ins Bett, schlafe sofort und intensiv und freu mich auf den nächsten Tag. „Dösen oder brennen?“ Dann doch lieber „brennen - und gut pennen“.

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