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Text: Slatco Sterzenbach  

Slatco Sterzenbach beschäftigt sich seit über 25 Jahren intensiv mit den Themen Gesundheit und Prävention, Leistungskraft und Motivation und ist mit dieser Ausrichtung der führende Referent im deutschsprachigen Raum. Als Diplom-Sportwissenschaftler und examinierter Krankenpfleger, mehrfacher IRONMAN-Teilnehmer und Trainer-Ausbilder versucht er, die Trainingsmethoden des Hochleistungssports für die Leistungsoptimierung von Führungskräften und Mitarbeitern nutzbar zu machen.

 
   

 

 

 

„Warum ist Fitness als Schlüsselqualifikation für eine Führungskraft wichtig?“

Begeisterung, Kreativität und geistige Wachheit sind elementar, um sich und andere erfolgreich führen zu können. Somit sind körperliche und geistige Fitness das Fundament eines dynamischen und intelligenten Führungsstils.

Anders ausgedrückt: Was nutzen die differenziertesten Kenntnisse z.B. über Verkaufstechniken, wenn durch mangelnde Fitness die nachlassende Konzentration in Fehlentscheidungen und mangelnder Aufmerksamkeit mündet.

Die Schlüsselfähigkeit, andere zu begeistern, ist immer eine Frage der Energie. Habe ich viel Energie und volle Ressourcen zur Verfügung oder habe ich zu lange auf Kosten meiner Ressourcen gelebt. Aufgrund unserer Untersuchungen von Führungskräften mit Hilfe eines 24 Stunden EKGs und Stress-Tests konnten wir aufzeigen, wie in Stresssituationen eine gute Fitness eine gelassenere Haltung bewirkt gegenüber bei nicht so fitten Kollegen. Entspannte und fitte Führungskräfte treffen bessere Entscheidungen.

Nehmen wir ein Beispiel:Sie haben zwei Autos, z.B. einen Audi 8 mit 450 PS und eine Ente mit 35 PS. Jetzt haben beide Autos die Aufgabe, mit 220 km/h von München nach Hamburg zu fahren. ... Richtig, die Ente schafft nur maximal 110 km/h. Erste Schlussfolgerung: Die Hubraumgröße entscheidet über die maximal mögliche Leistung.

Nun stellen wir diesen beiden Autofahrern die Aufgabe, mit 110 km/h von München nach Hamburg zu fahren. Und das 20 Mal hintereinander ohne Pause. Die Ente bewegt sich also ständig im roten Bereich der Drehzahlumdrehungen, während der Audi leise dahin schnurrt. Die Gefahr eines Motorschadens ist bei ständiger Grenzbelastung größer als bei einer Drehzahlbelastung im grünen Bereich.

Dieses Beispiel von der Hubraumgröße ist die perfekte Metapher für unseren menschlichen Hubraum: Für unseren Herzmuskel. Ein trainierter Herzmuskel mit größerem Schlagvolumen und kräftigeren Ventrikelmuskeln kann mehr leisten. Ausdauertraining ist also ein entscheidender Faktor für beruflichen Erfolg, den bei zunehmendem Stress hat der trainierte Mensch noch genügend Ressourcen. Und das ist nicht der einzige Erfolgsfaktor.

Während ein trainierter Mensch eher durch den Vagus bzw. Parasympatikus (der Nerv der Entspannung) gesteuert ist, wird ein untrainierter Mensch eher durch den Sympathikus (der Nerv der Anspannung) geleitet.

Wenn wir die heutigen Symptome wie Burnout, Tinnitus, zunehmende Depression, steigende Zahlen von Diabetes und Herzinfarkt verstehen wollen, so müssen wir uns mit der Physiologie auseinander setzen. Wir als Führungskräfte müssen Experten in eigener Fitness werden.

Fitness und Energie sind weiterhin ein Ergebnis unser täglich zugeführten Nahrung. Viele Führungskräfte denken, dass das berüchtigte "Suppenkoma" nach dem Mittagessen normal sei. Diese von Experten als postprandiale Somnolenz benannte Müdigkeit wird bei kohlenhydratreicher Kost schneller und stärker verursacht als bei einem eiweissreichen Snack.

Die Dynamik, aber auch die Stabilität einer Führungskraft ist wie bei einem Hausbau das Ergebnis seines Fundaments. Nehmen Sie schlechte Nahrung mit wenig Nährstoffen, ist der Körper auf einer instabileN Basis gebaut. Infektionen haben somit schneller eine Chance, die Führungskraft auf die Knie zu zwingen. Auch unsere Ernährung entscheidet darüber, ob der Sympathikus oder Parasympathikus aktiv ist, ob die Stresshormone Adrenalin und Cortisol die Überhand haben oder nicht.

Warum haben wohl die meisten Führungskräfte gerade am Wochenende oder bei Urlaubsbeginn eine Erkältung oder sogar eine Grippe? Weil der chronisch hohe Cortisolspiegel sich durch die Entspannung senken kann. Cortisol ist unter anderem auch dafür im Körper verantwortlich, Entzündungen zu hemmen. Wenn dieses Hormon also durch ständigen Stress chronisch zu hoch ist, können Entzündungen im Körper nicht aufflammen. Am Wochenende sinkt der Cortisolspiegel und der Körper kann sich nun endlich "melden": Chronisch zurückgehaltene Infektionen können sich nun zeigen.

Dies sind nur wenige Beispiele, um den Zusammenhang zwischen erfolgreichem Führen und Fitness zu verdeutlichen. Als moderne Führungskraft und als proaktiv handelndes Unternehmen sollten Sie also immer präventiv in Fitness und Wellbeing investieren. Der Return of Invest liegt zahlreichen Studien zufolge bei einem Faktor von mindestens 1,6 bis zu sagenhaften 10. Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg.

www.lebenskraft.com

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