| „Was kann kirchliche Medienarbeit
von moderner Markenführung lernen?“
1. Marken sind Bilder und Vorstellungen von
Firmen, Produkten oder Dienstleistungen in den Köpfen und vor
allem in den Gefühlen von Menschen. Sie steuern ihre (Vor-)Urteile
und die (Kauf-) Entscheidungen. Eine Marke ist wie ein guter alter
Freund: Auch wenn man sich einmal länger nicht gesehen hat,
so weiß man doch, was man an einander hat. Ziel jeder Markenführung
ist es, nicht nur den Weg ins Langzeitgedächtnis der Menschen
zu finden, das auch, sondern – vor allem – deren Vertrauen
zu gewinnen.
2. Das Vertrauen der Menschen zu gewinnen,
positive Bilder und Vorstellungen in ihren Köpfen und Herzen
zu erzeugen – dies ist auch das primäre Ziel kirchlicher
Medien- und Kommunikationsarbeit. Dafür muss sie für die
Kirche und gemeinsam mit ihr Strategien entwickeln, die der Markenführung
in Wirtschaftsunternehmen entsprechen.
3. Auf welcher Ebene Markenführung
in der Kirche angesetzt wird – Katholische Kirche in Deutschland,
die einzelnen Diözesen, Verbände u.a.? -, ist eine sehr
schwierige Frage, die hier nicht diskutiert werden kann. Aber die
wichtigen Elemente der Markenführung sind auch hier unerlässlich.
· In einer zentralen Vision,
die sich von derjenigen der „Mitbewerber“ eindeutig differenziert,
müssen sich alle Aktivitäten zusammenfassen lassen.
· Das Angebot der Leistung muss
klar und nachvollziehbar sein und dem objektiven Bedarf sowie den
subjektiven Bedürfnissen (Stichwort: Vertrauen!) der Menschen
entsprechen, die erreicht werden sollen (das sind nie alle!).
·
Ein „Markendesign“ muss konsequent durchgehalten und
überall wieder erkennbar sein, also ein visuelles Erscheinungsbild,
zu dem u. a. das Logo, die „Markenfarbe“, bestimmte
Layout-Elemente u. a. gehören.
·
Ein „Markenklima“ muss durchgängig gepflegt werden,
also eine vertrauensbildende Qualität der Sprache und des Umgangs
mit den Menschen – nach innen und nach außen. Diese
ist für Leitungsverantwortliche ebenso verbindlich wie für
jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter.
5. Vier Grundsätze einer gelingenden
Markenführung seien abschließend formuliert:
· Markenführung gehört
auch in der Kirche zu den strategischen Leitungsaufgaben; sie darf
weder dem Zufall überlassen noch als Nebensache „irgendwie“
mit erledigt, sondern muss als zentrales Element des „Unternehmenserfolgs“
betrachtet und umgesetzt werden.
· Markenführung muss
als Langzeitprozesse verstanden und konsequent durchgehalten werden;
langer Atem ist ebenso erforderlich wie Unbeirrbarkeit.
· Mitarbeitende und Mitgliedsorganisationen
müssen der selben Markenstrategie folgen; sie tragen mit ihrer
Leistung zum Bonus der gemeinsamen Marke bei und profitieren von
deren Vertrauenswürdigkeit. Nicht übereinstimmende Vielfalt
ist kein Zeichen von differenzierter Lebendigkeit, sondern wirkt
diffus und verwirrt.
· Markenversprechen müssen
glaubwürdig sein und unbedingt dem entsprechen, was die Menschen
erleben. Bei Dienstleistungen oder Konsumgütern wenden sich
die Kunden anderen Marken zu, wenn sie enttäuscht werden. Im
religiös-kirchlichen Bereich reicht die Enttäuschung bis
tief in die existenziellen Lebensfragen der Menschen.
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