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editorial
Sinnstiftermag – dritte
Ausgabe
Sinnstiftermag ist ein Zusammenschluss von
Zeitanalytikern, Werbern, Designern und Fotografen, die von einer
gemeinsamen Beobachtung ausgehen: dem enormen Sinnstiftungspotential
der alten und neuen Medien.
Medien transportieren sinnhafte Inhalte
und sind in dieser medialen Funktion vor allem selbst sinnhaft.
Sie können gar nicht anders. Damit sind sie religionsproduktiv.
In Partnerschaft mit Akteuren aus Kommunikation und Kirche sucht
sinnstiftermag nach den Analogien religiöser und medialer Kommunikation.
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titelstory
Vom Wettstreit um den spirituellen
Mehrwert
Markenartikler und deren Agenturen
haben – frei nach Korinther 13,13 – die Liebe als die
größte unter den Emotionen identifiziert, schreibt Axel
Kolaschnik. Als wollten sie den rund 2000-jährigen Erkenntnisrückstand
gegenüber der Kirche schnellstmöglich aufholen, durchwebt
die Liebe unsere tägliche Werbung als Leitmotiv. Die Grenzen
zwischen Produkt, Marke und Religion verschwimmen.
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interview
Fragen an Professor Dr. Dr. h.c.
mult. Heribert Meffert
Kirche hat sich zu lange mit dem Vorstellungsbild
einer anonymen globalen Gläubigerwelt beschäftigt, so
Professor Meffert. Sie muss sehr viel mehr das direkte interaktive
Element stärken, den Dialog mit dem Gläubigen. weiter
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statements
Meinungen zu Kirche und Marke
Wie wichtig ist Markenführung für
Wirtschaftsunternehmen, kirchliche Hilfswerke und den Sport? Was
denken große deutsche Werbeagenturen und Organisationen über
die Marke Kirche? Neun
Profis geben Antworten. weiter
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über
die autoren
Kurze biographische Notizen
Die Macher von sinnstiftermag bedanken sich
für Beiträge, Mitarbeit, Engagement und Meinung von Axel
Kolaschnik, Heribert Meffert, Thomas Broch, Ulrich Fischer, Hagen
Horoba, Markus Lahrmann, Marcel Loko, Horst Prießnitz, Carsten
Oberhagemann, Michael P. Sommer und Thomas Zervos.
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Sinnstiftermag
ist ein:
– Magazin, das dreimal im
Jahr über Kirche und Kommunikation reflektiert
– Projekt im Schnittbereich kirchlicher Öffentlichkeitsarbeit
und werblicher Kommunikation
– Radar zur Ortung interessanter Themen und Menschen im kirchlich-medialen
Umfeld |
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Die vierte Ausgabe
von
sinnstiftermag erscheint im März 2007.
Titel:
Erreicht/Unerreicht – Welche
Zielgruppen spricht Kirche
heute noch an?
Klicken Sie sich wieder ein!
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Bekannt/Unbekannt – Was kann Kirche
von moderner Markenführung lernen?
Die dritte Ausgabe von sinnstiftermag
Darf man Kirche mit Marken vergleichen? Ist
nicht Kirche selbst die älteste Marke der Welt? Falls ja –
wird diese Marke zeitgemäß geführt und was kann
sie von anderen Marken lernen? Diesen Fragen geht die dritte Ausgabe
unseres Online-Magazins sinnstiftermag nach.
In der Titelgeschichte stellt Axel Kolaschnik,
Professor für Markenkommunikation, Corporate Identity und Corporate
Design an der Mannheimer Hochschule für Gestaltung, die These
auf, dass die Grenzen zwischen Produkt, Marke und Religion immer
mehr verschwimmen.
Professor Heribert Meffert, Spiritus rector
der wissenschaftlichen Marketinglehre in Deutschland, nennt im Interview
Stärken und Schwächen der Marke Kirche und rät dazu,
Marketing nicht als eine auf Werbung gerichtete Manipulationstechnik
zu verstehen, sondern als Instrument zur Gestaltung von Austauschprozessen.
Unter der Rubrik „Statements“
finden Sie darüber hinaus neun Kommentare von Marketing- und
Öffentlichkeitsverantwortlichen aus Wirtschaft, Kirche und
Sport zum Thema Markenführung. Erstaunlich, welches Potenzial
sie Marken in der heutigen Zeit zusprechen und welche Potenziale
die beiden großen Volkskirchen in Deutschland offensichtlich
noch ausschöpfen können.
Ihre sinnstiftermag-Redaktion
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Text: Prof. Axel Kolaschnik
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Axel Kolaschnik
ist Professor für Markenkommunikation und Corporate Identity
und Prodekan der Fakultät für Gestaltung an der Hochschule
Mannheim
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Vom Wettstreit um den spirituellen
Mehrwert
Emotionen sind der Schlüssel
zu all unseren Entscheidungen.
Wir fühlen zuerst – und denken
anschließend. Diese Erkenntnis, gewonnen in noch recht jungen
neurophysiologischen Forschungen von Joseph LeDoux, Antonio R. Damasio
und anderen, bestimmt folgerichtig den Tenor aktueller Markenkommunikation.
Frei nach Korinther 13,13 haben Markenartikler und deren Agenturen
die Liebe als die größte unter den Emotionen identifiziert.
Als wollten sie den rund 2000jährigen Erkenntnisrückstand
gegenüber der Kirche schnellst-möglich aufholen, durchwebt
nun die Liebe die Werbung als Leitmotiv:
Marken werben mit der Liebe zu Kindern, zur
Pflanze, zum Holz, zum Fliegen, zu Lebensmitteln und zu meiner Haut.
Kein Tag, an dem Verbraucher nicht erfahren, wo Liebe überall
drin ist oder welches Produkt Katzen, Motoren, Hände, Zehen
lieben.
Liebe bespielt derzeit die gesamte Palette
werblicher Kommunikation. Mal wird sie mit dem feinen Pinsel in
Nischensegmente getupft („Is it Love?“, Mini), mal mittels
Quast über Absatzprobleme im Massenmarkt gekleistert („Aus
Liebe zum Automobil.“, Volkswagen).
* * * * *
Produkterwerb ist Liebesbeweis. Mit
dieser Werbeformel wird das Produkt fester Bestandteil der Triade
„Subjekt der Liebe <> Produkt <> Objekt der Liebe.“
Es verankert sich so als Mittler menschlicher und zwischenmenschlicher
Beziehungen. Als Mittler, besser: Medium, wird es transzendent.
Liebe scheint damit die optimale Ausprägung
jener „erhöhten psychologischen Zweckerfüllung“
zu sein, die der Begründer der Markentheorie, Hans Domizlaff,
vor gut 80 Jahren als Grundvoraussetzung für die Markenwerdung
eines Produktes postuliert. Um eine Marke in der Psyche der Verbraucher
Gestalt werden zu lassen, reichen demnach die funktionalen Eigenschaften
eines Produktes, der so genannte Grundnutzen, allein nicht aus.
An Bedeutung gewann dieser Ansatz durch die zunehmende Austauschbarkeit
massengefertigter Produkte, denen nach und nach der funktionale
USP, das alleinstellende Verkaufsmerkmal, abhanden kam.
Fortan wurde also nach dem stärksten
emotionalen Zusatznutzen, dem emotionaler Mehrwert (oder: ESP =
Emotional Selling Proposition), gefahndet. Die Konsumenten erlebten
seither eine regelrechte emotionale Aufrüstung. Mussten Marken
gegenüber herkömmlichen Produkten zunächst einfach
nur Präferenzen beim Verbraucher herauskitzeln, so sollten
sie schon bald begeistern, dann leidenschaftlich mitreißen
– und nun Liebe verkünden.
* * * * *
„Es gibt nichts persönlicheres
als Liebe“, konstatiert Kevin Roberts, Chef einer
der größten Werbeagenturen, in seinem Buch „Lovemarks“.
Nur Lovemarks, also Marken der Liebe, gelingt es erfolgreich, „Mystery,
Sensuality und Intimacy“ zu einem überzeugenden, abverkaufsstarken
Konstrukt zu verbinden.
Mit Hilfe von „Mystery“
- gebären Marken große Geschichten
- bringen sie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen
- schleichen sie sich in die Träume der Menschen und inspirieren
sie
Mystery feiert die Mythen und Icons der Marken.
Mit „Sensuality“
ist die Ansprache aller Sinne des Menschen gemeint:
- Sight, Smell, Sound, Taste, Touch
„Intimacy“ gelingt
der Marke über
- Commitment
- Empathy
- Passion
Der hier komponierte Mix kommunikativer Ansätze
ist nicht wirklich neu für die Kirche:
- Sensuality, anderswo „Five Senses Branding“ genannt,
hat die kirchliche Kommunikation mit Raum, Klang, Bild, Licht, segnender
Geste und Weihrauch längst im Repertoire
- das Erzählen großer Geschichten, werbisch: Storytelling,
manifestiert sich im Buch der Bücher
- wie Herkunft, werbisch: Heritage, das Berufen auf einen Gründervater
funktioniert, muss man der Kirche nicht erzählen
- auch die Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft weiß
die Kirche herzustellen.
- Mythen und Symbole zelebriert die Kirche ebenfalls.
- Empathie und Leidenschaft sind fester Bestandteil des gläubigen
Denken und Handelns
- das Commitment, oder Bekenntnis ist ihre Erfindung
* * * * *
Das in diesem Zusammenhang Interessante
am Lovemarks-Ansatz ist, dass die Welt der Marken sich zunehmend
vom Produkt löst und einen religionshaften Charakter anzunehmen
versucht. Vom eigentlichen Grundnutzen des Produkts ist bei „Lovemarks“
keine Rede mehr. Das primäre Konstrukt der Marke, bestehend
aus Grundnutzen plus emotionalem Zusatznutzen, wird nun von den
Füßen auf den Kopf gestellt. Der Markentheoretiker Norbert
Bolz behauptet gar:
„Das Produkt ist nur die Beigabe zum spirituellen Mehrwert,
der beworben wird und den wir kaufen.“
Ein anderer Apologet dieses Ansatzes, Jesper
Kunde empfiehlt seinen Klienten, ihre Marken mittels Markenreligion
in den Markenhimmel zu hieven. Er bastelte hierfür sein –
recht wackeliges, aber gut verkäufliches – Modell einer
„Corporate Religion.“ Driftet da jemand ein wenig ab?
Tatsächlich zeichnet sich ein Trend
ab, der die überbordende Emotionalisierung der Marken und ihrer
Kommunikation – bei gleichzeitiger Reduktion der Bandbreite
menschlicher Emotionen auf positive Gefühlsduselei –
auf die Spitze treibt. Ein Trend, der das Verhältnis des Käufers
zum eigentlichen Produkt pervertiert. Der Trend heißt: Das
Bekenntnis zur Marke.
Es begann vor kurzem damit, dass sich Unternehmen
samt ihrer Manager, Beschäftigten und Dienstleister als eine
Art Gegenstrategie zur entfesselten Gobalisierung in Reden und Mission
Statements zu ihrer Marke bekannten – und zunehmend bekennen.
In der zweiten Stufe, der Stufe der Statements
zur Corporate Social Responsibility, bekennen sich Markenunternehmen
zu ihrem Standort und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung als
Good Citizen der Community, in der sie produzieren und/oder verkaufen.
In der dritten Stufe des Bekennens ist es
nicht mehr das Unternehmen oder Teile von ihm, das sich zur Marke
und deren Verantwortung bekennt. Stattdessen sucht das Markenunternehmen
nun – vor dem Hintergrund sinkender Customer Loyalty, der
abnehmenden Markentreue – unter seinen Käufern nach bekennenden
Konsumenten.
* * * * *
Dieser harte Kern markengläubiger
Konsumenten kauft gemäß Bekenntnis-Ansatz nicht
nur die Produkte der Marke, zu der er sich bekennt. Der harte Kern
– die „Customer Evangelists“, wie sie die Autoren
McConnel und Huba in ihrem fast gleichnamigen Buch nennen –
wird selbst zur überzeugendsten Sales Force der Marke.
Überzeugte Evangelisten sind entschlossen bereit, „to
showcase their love for a product that has changed their life“
(Huba in Wired Magazine, Dezember 2004).
Das Konzept der Customer Evangelists verspricht
den Marketing-Treibenden verheißungsvoll die „Konvertierung“
von „guten“ in „außerordentliche“
Kunden: „.. how to convert good customers into exceptional
ones who willingly spread the word.“
Man beachte an dieser Stelle die Wortwahl:
„...spread the word.“ Hier wird auf ein Phänomen
verwiesen, das aufgrund attestierter Orientierungs- und Werte-Defizite
an Bedeutung wahrscheinlich noch gewinnen wird. Das Wort, die Botschaft
der Marke bietet überzeugten Consumer Evangelisten nicht nur
die Grundfunktionen der Marke: Orientierungshilfe, Entlastungsfunktion,
Qualitätssicherungsfunktion, Identifikationsfunktion, Prestigefunktion,
Vertrauensfunktion (Prof. Dr. Dr. h.c. Heribert Meffert). Für
sie stiftet die Marke Sinn.
Der Religionssoziologe Dr. Matthias Sellmann,
beschreibt dies Phänomen wie folgt: „Der moderne Mensch
sucht sich.... die Bilder und Symbole seiner Weltvergewisserung
immer weniger im Kosmos der Ideen und Ideologien, sondern im global
zugänglichen, massenmedial kommunizierten und religionsförmig
aufgeladenen Kosmos der Waren.“ Die hier beschriebene Abkürzung
zum Seelenheil nenne ich schlicht „Instant Karma“: Der
Kauf des begehrten Objekts öffnet den Zugang zum artifiziellen,
multimedial vermittelten Konstrukt des Markenkosmos, in den das
einzelne Produkt kommunikativ und über alle Sinne erfahrbar
eingebettet ist. Der emotionale Mehrwert schwingt sich zum spirituellen
Mehrwert empor.
* * * * *
Mit derart beseelten Consumer Evangelisten
erreicht das Konzept des Viral Marketing seine Idealform: Die Marke
setzt den Impuls, die Jünger der Marke machen sich mit missionarischem
Eifer auf den Weg, um weitere Käufer zu gewinnen. Diese Sales
Force ist stark, weil sie einerseits von der Marke beseelt ist –
und weil sie andererseits selbst Teil der Gruppe ist, in der sie
neue Markenjünger rekrutieren will. Ihr Unterschied zu einer
angeheuerten Sales Force ist so immens wie der zwischen Drückerkolonne
und Tupperware Party. Den einen knallt man die Tür vor der
Nase zu, bevor es ihnen gelingt, einen Fuß über die Schwelle
zu setzen. Den anderen richtet man sein Wohnzimmer her und lädt
beste Freunde zum Feiern ein.
Auf Sinn-beseelte Consumer Evangelisten zu
setzen, wird für die Kommunikation von Markenwelten eine gewisse
Nachhaltigkeit der investierten Mittel garantieren – wenn
man aktuellen Studien Glauben schenkt. Am treffendsten bringt Horst
W. Opaschowski, Leiter des B.A.T.-Istituts für Freizeitforschung,
den Trend als Ergebnis seiner neuesten Studie auf den Punkt: „Von
der Flucht in die Sinne zur Suche nach dem Sinn. Die Zukunft wird
zunehmend der Sinnorientierung dienen".
Das einige Top-Marken den Sprung von der
Emotionalisierung in die Spiritualisierung ihrer Kommunikation gewagt
haben, werden Sie erkennen, wenn Sie sich die Kommunikation von
Adidas, von Nike nebst Subbrand Jordan, von Dolce & Gabbana,
Rolex und anderen Weltmarken ansehen.
* * * * *
An dieser Stelle sei beispielhaft
der iPod angeführt. Nicht der erste MP3-Player im
Markt. Vielleicht auch nicht der technisch beste. Wohl aber der
erfolgreichste. Gut 60 Prozent aller MP3-Player mit einer Festplatte
kommen von Apple. Bis heute wurden rund 68 Millionen der kleinen
Geräte verkauft, deren Gemeindemitglieder man am weißen
Kopfhörerkabel sofort erkennt. Analysten rechnen mit einem
weiteren Wachstum von etwa 20% p.a.; 30% seien aber auch möglich.
(MacWelt 25.09.2006). Auch der Papst hat bekanntermaßen einen.
Und hier fängt es an, spannend zu werden:Radio
Vatikan hat auf den iPod-Hype reagiert. Um junge Menschen zu erreichen,
werden unter
www.oecumene.radiovaticana.org
MP3-Files zum Download angeboten. Das Godcasting hat begonnen. Die
Jesuiten-Zeitschrift „Civiltà Cattolica“ erfand
hierzu die treffenden Begriffe „iGod“ und „Praystation“
( = Gemeindehaus/Kirche).
Und ausgerechnet Homer Simpson hat es zuerst
bemerkt, warum Radio Vatikan auf dieses digitale Pferd einfach setzen
musste: Gott hat auch einen iPod. In der Simpsons Folge „Thank
God It's Doomsday“ ist ein tanzender Gott auf einem iPod-typischen
Plakat zu sehen. Wahrscheinlich erdacht von einem trickfilmzeichnenden
Consumer Evangelisten.
Und auch ohne Animationskenntnisse kann es
jedem Consumer Evangelisten unter uns ganz einfach gelingen, sich
oder seine Lieben in auf einem iPod-Plakat (Advertising Design genial
einfach: schwarzer Schattenriss einer/mehrerer Person/en in bewegter
Körperhaltung, vollfarbiger Hintergrund, iPod plus Kopfhörerkabel
in Weiß) als Markenjünger zu outen. Auf der Website www.ipopmyphoto.com
(zuerst: ipodmyphoto) wird ein Service angeboten, der das Photo
ihrer kirchlichen Trauung zu einer Apple-Trauung umgestaltet. Oder
Sie bestellen sich dort einfach einen iPod-Strampelanzug für
Ihr Baby. Damit hätten Sie Ihr Kind noch vor seiner Taufe „gebrandet“.
Früher–ran–an’s–Neugeborene ist auch
eine Markenstrategie. Kevin Muoio, Mitbegründer von ipodmyphoto
sagt: „There's lots of new babies, too. Straight out of the
womb -- bang, they've got an iPod on them.“ Kevin sieht das
entspannt: „iPop My Photo is not affiliated with Apple Computer
in any way, except that we love iPods.“
* * * * *
Da ist sie wieder, die Liebe zur
Marke. Ihre Jünger sind weltweit vernetzt in Web-Communities.
Sie kommunizieren schnell, intelligent, technisch auf dem neuesten
Stand und dezentral. Parochie ist ihnen im wahrsten Sinne ein Fremdwort.
Von Teilnahmen an Marken-Events und den gelegentlichen Besuchen
von Markentempeln, Flagship Stores genannt, einmal abgesehen.
Und wenn Sie mit dem Kauf eines iPods Ihre
Suche nach einem Sinn dokumentieren wollen, wählen Sie doch
einfach das neue Modell Product Red, aufgeladen mit Charity (oder
Caritas) als spirituellem Mehrwert. Das passende „Manifesto“
dazu, ihr Bekenntnis, bekommen Sie unter www.joinred.com
Im iPod steckt aber noch mehr Potential.
Auch hier überlagern sich wieder die Ansätze der Kommunikation
von Marke und Kirche:
Die neuesten Trends heißen Neuromarketing bzw. Neurotheologie.
Beiden gemeinsam ist die Suche nach den Hirnarealen, die aktiviert
werden, wenn jeweils relevante Stimuli gesetzt werden.
Mittels Neuromarketing, so das Versprechen dieser neuen Marktforschungs-Variante,
wird einen objektiven Blick auf die intimen Gedanken des Konsumenten
ermöglicht. Ungetrübt von gewollten oder ungewollten Einflüssen
des Interviewers oder der Art und Weise der Fragestellung. Post-rational
soll die Antwort kommen. Also frei von rationaler Kontrolle. Statt
fehlerhafter oder gefilterter Beschreibung ihrer Gefühle durch
die Interviewten, zählt nun das tatsächliche Aktivieren
von Gehirnregionen.
* * * * *
Kostenintensive Grundlagenforschung.
Das global agierende, britische Martforschungsunternehmen Milward
Brown hat sich hierzu mit der US-Firma Brainwave Sciences zusammengeschlossen.
Die Werbeagentur BBDO mit Hubert Burda Media und der Ludwig-Maximilians-Universität
in München. Der Name des deutschen Projekts: „Brain Branding“.
Wem da nicht ein Schauer über den Rücken läuft, sollte
über den Ansatz des Projekts recherchieren, der „die
Integration der neurobiologischen Untersuchungsmethoden in die bestehenden
traditionellen Methoden des Marketing ermöglicht.“
Dieser Suche nach der Beeinflussung von Marken-/Kaufentscheidungen
der Konsumenten steht die Neurotheologie in nichts nach: Felix Hasler,
Neuropharmakologe und Forschungsassistent an der Psychiatrischen
Universitätsklinik Zürich, berichtet in einem äußerst
lesenswerten Artikel In der Schweizer Zeitung Die Weltwoche von
den Forschungsergebnissen des kanadischen Neuropsychologen Michael
Persinger. Persinger und seinem Assistenten Alex Thomas gelingt
es demnach mittels direkt am Schädel ihrer Probanden positionierter
Magnetspulen, über die ein ganz bestimmtes Muster elektromagnetischer
Pulse gesendet wird, ein „intensives Präsenzgefühl“
zu evozieren. Hasler schreibt hierzu: „Je nach religiöser
Überzeugung und kulturellem Hintergrund berichten die Versuchspersonen
von einer «höheren Wirklichkeit» oder gar der expliziten
Gegenwart von Jesus, Mohammed oder Buddha.“ Sein Fazit:
„Machen wir es kurz: Gott sitzt in
den Schläfenlappen.“
Diese zu stimulieren, hat intensive transzendente
Erfahrungen, losgelöst von Raum und Zeit zur Folge: Das Erleben
des Göttlichen.
Hasler kann sich vorstellen, dass nach einer wirtschaftlichen Investitionphase
in die Miniaturisierung von Perisngers Versuchsanordnung „ein
mattgraues Chromstahl-Gimmick mit weissen Bügeln und einem
diskreten digitalen Drehrad“ stehen könnte. Der iGod.
In ihm verschmelzen technisches Produkt und spirituelle Erfahrung:
„Durch sanfte Manipulation an diesem «blessing wheel»
könnte dereinst die Intensität der religiösen Erfahrung
nach Wunsch reguliert werden.“
Wie weit hinter diese Vision fallen da all
die aktuellen Marketingmethoden zurück, über die hier
nicht berichtet wurde. Festzuhalten bleibt:
- Die Grenzen zwischen Produkt, Marke und Religion verschwimmen.
- Die alten Tugenden der Marke, wie Heribert Meffert es nennen würde,
Kompetenz, Glaubwürdigkeit und Vertrauen gelten im Wettbewerb
der sinnstiftenden Marken auch für die Kirche.
Und die Chancen stehen gar nicht mal schlecht.
Abschließend eine Frage:
Haben Sie heute eigentlich schon mit Gott gesprochen? Gut.
Und er mit Ihnen? Falls Sie noch keine Antwort von ihm haben, holen
Sie sie sich jetzt einfach unter igod
nach oben |
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Im Interview:
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Heribert Meffert
Foto: photocase.de |
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| Prof. Dr. Dr. h. c. mult.
Heribert Meffert ist emeritierter Direktor des Marketing
Centrum Münster an der Westfälischen Wilhelms-Universität
Münster. An der Universität Münster baute er
das erste Institut für Marketing an einer deutschen Hochschule
auf. 1981 war er Gründungsmitglied der Wissenschaftlichen
Gesellschaft für Marketing und Unternehmensführung
e. V., Münster. |
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Kirche im Zeitalter der Marken
Interview mit Prof. Dr. Dr. h.c. mult.
Heribert Meffert
Professor Meffert baute den ersten deutschen
Lehrstuhl für Marketing an der Westfälischen Wilhelms-Universität
Münster auf und war bis zu seiner Emeritierung Direktor des
Marketing Centrum Münster.
Er hat im Laufe seiner wissenschaftlichen Karriere eine Vielzahl
von Unternehmen und Markenmanagern wissenschafltich beraten.
Herr Professor Meffert, wie definieren Sie
Marke und wann sind für Sie Unternehmen, Produkte oder Dienstleistungen
eine Marke?
Das Markenverständnis hat sich in
den letzten Jahrzehnten verändert. Ursprünglich war Marke
immer aus Perspektive der Angebotsseite mit der Qualität eines
Produkts oder einer Dienstleistung verbunden. Mittlerweile ist die
Nachfragebetrachtung in den Vordergrund gerückt, also: wie
bestimmte Vorstellungsbilder – sei es nun Wissen oder Einstellung
– in bestimmten Zielgruppen verankert sind. Im Zusammenspiel
beider Perspektiven führt dies zu der sogenannten Inside-Out-
und Outside-In-Betrachtung.
Bei diesem identitätsorientierten
Verständnis der Marke steht die Analyse des Selbst- und Fremdbildes
im Vordergrund. Ist bspw. das Selbstbild der Kirche kongruent mit
dem Fremdbild oder bestehen Diskrepanzen? Zu den Dimensionen Selbst-
und Fremdbild gibt es zudem die immer stärker in der Diskussion
stehende dritte Dimension, den Markenkern. Dieser beinhaltet die
zentralen Merkmale und Werte, die eine Marke nach innen und außen
repräsentiert.
Was ist der „Markenkern“ von
Kirche?
Der Kern von Kirche stammt natürlich
aus der Verkündung und ist die wie immer fixierte Heilsbotschaft.
Dieser Kern aber – und das ist wichtig – verspricht
ein Nutzenbündel, das sich nachhaltig gegenüber Wettbewerbern
und anderen Nutzenbündeln profiliert.
Dabei ist zu unterscheiden zwischen Kirche
als Institution, Kirche als Produkt und letztlich auch Kirche als
Person, so dass das Markenbild bei jeder Projektion bei den Menschen
unterschiedlich wahrgenommen wird. Jede individuelle Ebene beinhaltet
insofern wichtige Implikationen für das Vorstellungsbild unterschiedlicher
Zielgruppen.
Das Kirchenmarketing kann zu einem gewissen
Grad Akzente zur Steuerung des Vorstellungsbildes setzen, aber letztlich
muss Marketing den Markenkern transportieren und ein Relationship-Marketing
aufbauen, also Beziehungen zu den Gläubigen herstellen. Hier
bestehen bei beiden großen Kirchen nicht unerhebliche Defizite.
Wie stehen denn Marketing im Allgemeinen
und Markenführung zueinander?
Marketing verstehe ich zuallererst als
Führungsaufgabe. Eine Führungsaufgabe, die in der Gestaltung
von Austauschprozessen zwischen verschiedenen Zielgruppen und Institutionen
besteht, welche in einem wettbewerbsorientierten Umfeld leben, die
aber auch gesellschaftliche Verantwortung tragen.
Wenn man diese unterschiedlichen
Dimensionen sieht, sind wir natürlich auch gleich bei dem,
was die Marke betrifft. Die Marke ist kein selbständiges Phänomen,
sondern es ist ein Mittel zur Positionierung und Führung im
Hinblick auf die Ziele einer Organisation.
Es gibt Stimmen, die es blasphemisch finden,
Begrifflichkeiten aus dem Marketing auf Kirche anzuwenden. Wie stehen
Sie dazu?
Das ist richtig, es bestehen vielerorts
noch Reaktanzen. Doch letztendlich liegt dies an dem weit verbreiteten
Verständnis des Marketing als eine auf Werbung gerichtete Manipulationstechnik.
Wenn man Marketing aber weiter, als Gestaltung von Austauschprozessen
versteht, dann werden diese Vorbehalte natürlich weniger. Ich
hoffe, dass sich gerade das breite Marketingverständnis durchsetzt.
Wenn ich es richtig sehe, hat sich in letzter Zeit angesichts der
Herausforderung, vor der die großen Kirchen heute stehen,
einiges im Denken verändert.
Würden Sie so weit gehen, dass Sie
bei der evangelischen und katholischen Kirche von Wettbewerbern
sprechen würden?
Ich würde die christlichen Kirchen
eher als eine Familie im Sinne einer Markenfamilie bezeichnen, bei
der das Christentum das Dach ist, unter dem sich katholische, evangelische
und orthodoxe Bereiche wieder finden – mit unterschiedlichen
Akzenten aber auch unterschiedlichen Differenzierungen. Natürlich
besteht irgendwo Wettbewerb. Letztlich würde ich diesen aber
eher gegenüber Sekten und Sinn gebenden Elementen sehen.
Gerade konkurrierende Marken müssen
ihre Besonderheiten anbieten. Dies würde jedoch streng genommen
für die großen Kirchen bedeuten, dass die katholische
Kirche besser nicht mit der evangelischen Kirche zusammen arbeitet,
weil sie sich dann nicht differenzieren kann?
Die Frage ist nicht einfach zu beantworten,
vor allem aus der historischen Entwicklung heraus. Es gibt große
Abgrenzungen und Unterschiede auch innerhalb der beiden Kirchen
selbst. Aber unter dem Aspekt der Zukunftsbetrachtung und der Tatsache,
dass wir schließlich in einer multi-kulturellen Gesellschaft
leben, die durch Religionen über das Christentum hinaus geprägt
ist, würde ich Ihre Frage eher verneinen.
Aus Marketingsicht sollte man die Markenfamilie
eher gegenüber Wettbewerbern stärken, die nicht zu dieser
Familie gehören. Die Frage ist letztendlich: Gewinnt man, wenn
man in einen Wettbewerb tritt statt ökumenisch zusammen zu
arbeiten? Ich glaube nein.
Was meinen Sie, können die beiden großen
Volkskirchen vom Marketing und moderner Markenführung lernen?
Welche Elemente und Techniken bieten sich gerade für die großen
Kirchen an?
Zunächst muss man zwischen zwei wesentlichen
Aufgaben der Kirche unterscheiden. Das Spektrum an sozialen Diensten
– Kirche als Caritas – auf der einen Seite und der Verkündigung
auf der anderen Seite. Marketing kann hier eine flankierende Rolle
übernehmen.
Grundsätzlich können die Kirchen
vom Marketing sicherlich etwas von der Philosophie der Kundenorientierung
lernen. Die Kirchen müssen kunden-, also gläubigenorientiert
sein und die Bedürfnisse der Gläubigen erkennen. Um Erkenntnisse
über Einstellungen und Verhaltensweisen der Gläubigen
zu bekommen, kann der Einsatz von Marktforschung helfen. Die Sinus-Milieu-Studie
der katholischen Kirche ist hierfür ein Beispiel. Die Erkenntnisse
über unterschiedliche Sinus-Milieus bieten der Kirche die Chance,
segmentspezifisch und somit bedürfnisgerecht in den Dialog
mit Gläubigen zu treten. Eine zielgruppengenaue Ansprache trägt
zudem zur Profilierung der Marke Kirche bei.
Sie sprechen die Sinus-Milieu-Studie an,
die von der katholischen Kirche in Auftrag gegeben wurde und deren
Ergebnisse seit diesem Jahr vorliegen. Es gibt viele Leute im „Management“
der katholischen Kirche, die diese Studie ablehnen. Wie denken Sie
darüber?
Um genauere Erkenntnisse über die
Erwartungen und Bedürfnisse der Gläubigen aber auch der
Nichtgläubigen zu erlangen, sind solche Studien dringend erforderlich.
Einer der zentralen Gesichtspunkte von Marketing ist die Marktsegmentierung.
So muss sich die Kirche sowohl auf die junge Generation als auch
auf die ältere Generation im Zuge eines fortschreitenden demographischen
Wandels verstärkt einstellen. Die psychografische Lifestyle-Segmentierung
der vorliegenden Sinus-Milieu-Studie der katholischen Kirche zeigt
deutlich, dass die katholische Kirche nur noch in zwei solcher Lebenswelten
eine starke Verankerung besitzt. Dies macht eine Umüberlegung,
wie der Dialog mit unterschiedlichen Milieus zukünftig zu gestalteten
ist, notwendig.
Es gibt viele Priester, die sagen: Wir brauchen
keine Studien, unsere „Schäfchen“ kennen wir aus
der Pfarrarbeit. Was halten Sie von solchen Argumenten?
Mit dem Kunden zu leben heißt mit
dem Gläubigen zu leben. Kundennähe ist praktizierte Nähe
zu den Gläubigen. Das halte ich für ein unabdingbares
wichtiges Prinzip im Marketing und damit auch für Kirche, denn
nur so lassen sich Probleme erkennen und nur so kann man letztlich
individuell auf den Menschen eingehen. Ich glaube, Kirche hat sich
zu lange mit dem Vorstellungsbild einer anonymen globalen Gläubigerwelt
beschäftigt. Sie müsste sehr viel stärker das direkte
interaktive Element stärken.
Nehmen Sie zum Beispiel den Kirchenaustritt:
Wenn Menschen aus der Kirche austreten, so scheinen mir Priester
bisweilen beleidigt zu sein, obwohl sie diese Menschen davor wenig
gekannt oder betreut haben.
Eigentlich geht es doch darum, sich auf
Menschen und deren Probleme einzustellen, mit ihnen in Dialog zu
treten und ihnen Hilfe anzubieten, wenn sie in Not sind. Dies kann
z. B. durch den persönlichen Dialog oder einen Brief geschehen.
Diese persönliche Beziehung sowie die direkte Ansprache der
Gläubigen halte ich für unabdingbar wichtig. Hier besteht
natürlich das Dilemma, dass die Zahl der Priester aus vielerlei
Gründen, die wir kennen, ausgedünnt ist und hier somit
Laien gefordert sind. Es geht letztlich um die Bürgergesellschaft,
die einen Anteil leistet, dieses Netzwerk zu leben und zu gestalten.
Ist die von Ihnen beschriebene Kundenbindung
nicht immer mit großem Aufwand, personell oder finanziell,
verbunden?
Richtig. Aber vielleicht darf ich in diesem
Zusammenhang noch ein Wort zum Thema Marke sagen. Beziehungen sind
dann besonders intensiv, wenn ein bestimmtes Maß an Vertrauen
bereits aufgebaut worden ist. Bei knapper Ressourcenausstattung
sind über die Marke kommunizierte Vertrauenssignale ein effektives
und effizientes Mittel zur Kundenbindung.
Mit rein werblichen Argumenten ist Kundenbindung
allerdings nur bedingt erreichbar. Hier sehe ich Grenzen in der
Umsetzung. Andere kirchliche Organisationen können indes als
Benchmark dienen, wie mit dem Problem knapper Ressourcen umgegangen
werden kann. Die Kirchen in den USA nutzen zum Beispiel verstärkt
das Fernsehen, um Gottesdienste zu übertragen. Auch das Internet
bietet großes Potenzial. Von Vorteil ist, dass die Kirchen
heute im nichtwerblichen Teil der Medien einen sehr hohen Stellenwert
finden. Wenn zum Beispiel „Die ZEIT“ überlegt,
ob sie jede Woche eine ganze Seite zu bestimmten Fragen und Herausforderungen
kirchlicher Art bringt, dann verdeutlicht dies das gewachsene Medieninteresse.
Dennoch bedarf es Werbung, um das Heil zu verkünden und missionarisch
tätig zu sein. Ich glaube, dass Werbung in der Tat ein flankierendes
unterstützendes und wichtiges Instrument für die Kirche
ist, aber natürlich auch ein teures.
Der Tod von Papst Johannes Paul II., die
Wahl von Kardinal Ratzinger zum Papst, der Weltjugendtag und der
Besuch von Benedikt XVI. in Bayern – all das waren Ereignisse,
die Menschenmassen bewegt haben. Mobilisiert Kirche die Massen nur
noch durch Megaereignisse? Braucht Kirche mehr Eventmarketing, um
überhaupt noch Impulse setzen zu können?
Das ist eine gute Frage. Ich möchte
sie ein wenig verfremden. Nehmen Sie das Politikmarketing. Immer
häufiger sieht man, dass Politik im Grunde nicht mehr primär
Inhalte vermittelt, sondern auf wunderschöne Events setzt,
bei denen Politiker idealpositioniert werden. Dies sehe ich als
eine große Gefahr.
Events sind gut, wenn sie bestimmte Stimmungslagen vermitteln und
Aufbruchstimmung erzeugen wie zum Beispiel der Weltjugendtag in
Köln. Oder nehmen Sie die Fußballweltmeisterschaft. Diese
war sehr wichtig, um der Welt bestimmte Images mit großer
Reichweite zu signalisieren.
Aber Events reichen in keiner Weise aus.
Man braucht ein Spektrum an Instrumenten und Formen der Kommunikation.
Große Events gehören zu einer globalen oder weltweiten
Organisation, wie sie die Kirche darstellt, einfach dazu. Aber auf
der anderen Seite darf man nicht die direkten Formen von Interaktion
und Kontemplation vernachlässigen. Das ist im Grunde dann die
weiterführende Persönlichkeitsentwicklung in den religiösen
Bereichen.
Das sozial-caritative und pädagogische
Engagement der katholischen und evangelischen Kirche genießt
hohe Wertschätzung. Wäre nicht ein Transfer dieses Images
auf den Bereich der Verkündung denkbar?
Das stimmt. Die Kirchen genießen
als soziale Dienstleister großes Ansehen. Was sie in der Bildung,
in Kindergärten und an vielen anderen Stellen leisten, findet
oftmals mehr Gehör und Gefallen als auf der anderen Seite die
Institution Kirche mit ihrer Verkündung. Ich glaube, dieses
starke Image in den Bereichen Soziales, Bildung und Gesundheit muss
transferiert werden. Das halte ich für wünschenswert.
Viele Menschen wissen aber gar nicht mehr,
dass hinter Caritas und Diakonie die beiden großen Volkskirchen
stehen. Kann man mit Hilfe von Werbung und Marketing diese Brücke
schlagen und die Wissenslücke der Menschen schließen?
Dies stellt für das Marketing im
Grunde keine große Herausforderung dar. Wissen und Information
zu kommunizieren gehört zu den Kernaufgaben des Marketing.
Viel wichtiger ist jedoch vorab die Frage zu klären, warum
solche Wissensdefizite existieren. Sind die Ursachen im Fernbleiben
großer Bevölkerungsgruppen vom Gottesdienst zu suchen
oder sind hierfür evtl. andere Gründe verantwortlich?
Kirche hat einen Bekanntheitsgrad von 100 %, aber ihre Teilleistungen
werden offensichtlich nicht unter einem Dach wahrgenommen.
Bei der katholischen Kirche sehe bezüglich eines Imagetransfers
ihre Haltung zu Zölibat, Geburtenkontrolle etc. erschwerend,
weil eine solche Haltung von vielen Menschen als sehr dogmatisch
und konservativ wahrgenommen wird.
Was muss Kirche vor Ort kommunizieren?
Der Gläubige muss einen Nutzen verspüren.
Im Sinne einer größeren Sicherheit für sein Leben
zum Beispiel, dass er mit Hilfe der Kirche sein Leben besser bewältigen
kann. Dass er aber auch zu sich kommt und manches in dieser Welt
relativiert. Wenn es der Kirche vor Ort gelingt, ein Gefühl
der Gemeinschaft und Fürsorge zu vermitteln, dann ist das ein
großer Schritt. Kirche vor Ort muss sich um die Gläubigen
bemühen.
Erkennen Sie eine Kommunikationsstrategie
der katholischen und evangelischen Kirche?
Bei der Kirche als Organisation erkenne
ich keine so klare Linie – vor allem nicht in Hinblick auf
die Positionierung. Aber vielleicht ist das auch ein Defizit von
mir. Wenn Sie die Frage auf den Vorgängerpapst beziehen, dann
fällt meine Antwort anders aus. Papst Johannes Paul II. hat
meines Erachtens hervorragend signalisiert, für was er steht.
Er war damit für die Kirche als Person präsent. Er hatte
eine Linie. Er war Repräsentant. Diese Tradition führt
Benedikt XVI. konsequent weiter. Schon vor seiner Amtseinführung
gab er z. B. eine Pressekonferenz, bei der er sich den Fragen der
Journalisten stellte. Das ist schon eine gewaltige Öffnung.
In einer Größendimension, die für mich als Kind
unter Papst Pius nicht möglich gewesen wäre.
Die katholische Kirche in Deutschland
ist unterteilt in 27 Bistümer, sie ist also kein streng durchorganisiertes
Unternehmen. Halten Sie es dennoch für denkbar, dass die katholische
Kirche Themen einheitlich besetzt und kommuniziert? Sie müssten
dann ja sozusagen ihre Bischöfe disziplinieren.
Ich habe lange mit Toto-Lotto Gesellschaften
in diesem Lande diskutiert, die unter einem großen Wettbewerbsdruck
stehen und wo jeder mit einem unterschiedlichen Logo unterwegs war.
Es hat lange gedauert, bis sie Toto-Lotto als Dach verstanden haben
und einheitlich kommuniziert haben.
Ich halte so etwas aus Marketingsicht
auch für Kirche wünschenswert. Es sollte ein mit gewissen
Entscheidungskompetenzen ausgestattetes Gremium geben, das die Kommunikation
professionalisiert. Das gibt es bislang nicht.
Ein anderes Thema: Wir haben schon mehrfach
darüber nachgedacht, eine Kampagne zu entwickeln für Leute,
die aus der Kirche ausgetreten sind. Eine Kampagne, die sie reaktiviert
und wieder heranführt an Kirche. Wie denken Sie darüber?
Das Thema Rückgewinnung von Kunden
spielt eine wesentliche Rolle im Marketing. Customer Relationship
Marketing ist sehr wichtig, nicht nur für Kirche. Ein Kollege
von mir hat z. B. gerade untersucht, wie man ehemalige BahnCard-Kunden
zurückgewinnen kann. Also, wenn Kirche das letzte ihrer Schäfchen
verliert, dann ist es auch aus mit der christlichen Botschaft. Also
muss Kirche sich um dieses Thema kümmern.
Ich persönlich meine, man sollte
hier geeignete Maßnahmen ergreifen, um den kontinuierlichen
Kontakt zu suchen, aufzubauen und zu halten. Es ist keine einfache
Aufgabe, auch vor dem Hintergrund, dass manche Priester sich scheuen,
diese Aufgabe ganz konkret anzugehen.
Wenn man
sich den Fächerkanon der Priesterausbildung anschaut, findet
man dort keine Fächer oder Lehrinhalte wie Marketing, Werbung,
Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit, Kundengespräche,
Kundengewinnung, Customer Relationship Management, Beschwerde-management
etc. Sind Priester überhaupt für solche Aufgaben, wie
Sie sie gerade beschrieben haben, ausgebildet?
Sie haben Recht. So etwas setzt natürlich
auch Schulung und Wissen voraus. Daran mangelt es sicherlich oftmals.
Es gibt den rein theologisch ausgerichteten Priester, dann gibt
es welche, die größere Fähigkeiten haben als andere,
mit Gläubigen in Dialog zu treten.
Ich bin kürzlich angefragt worden,
Geisteswissenschaftlern mindestens zwei Stunden pro Woche die Grundprinzipien
des Marketing zu vermitteln, damit diese einen Überblick über
Verständnis und Vorgehensweisen des Marketing erhalten. Da
gibt es also offensichtlich nicht nur in der Theologie erhebliche
Defizite.
Wie stehen
Sie zu der These des Trendforschers, Religionswissenschaftlers und
Medientheoretikers Professor Norbert Bolz: „Es gibt ein wachsendes
religiöses Bedürfnis, dennoch haben es die großen
organisierten Kirchen immer schwerer, ihre Mitglieder zu halten.“
Dem kann ich grundsätzlich zustimmen.
Nach Massenaustritten in den letzten drei Jahrzehnten erleben wir
derzeit eine gewisse Renaissance der Religionen. Mit steigender
Komplexität dieser Welt und damit einhergehender Orientierungslosigkeit
gewinnen Ankerpunkte, wie Religion, eine wieder zunehmende Bedeutung.
Die Nachfrage nach spirituellen Angeboten wächst.
Dennoch konstatieren wir einen starken Trend der Individualisierung,
der sich bspw. in Austritten aus Parteien und sonstigen Organisationen
widerspiegelt. Große, wenig dynamische Organisationen haben
es da besonders schwer, dem Wandel dieser Welt nachzukommen.
Wenn die Kirchen ein richtig verstandenes
Marketing vollziehen, ihre Marke weiter entwickeln und die Botschaft
im Nutzen sowie in der Vorstellung der Gläubigen stärken,
dann werden sie Zulauf haben. Aber wenn sie sich nicht den veränderten
Bedürfnissen der Menschen anpassen, werden sie in diesem Wettbewerb
der Spiritualität an Boden verlieren.
Zwei Fragen
zum Schluss: Glauben Sie?
Ja.
Sie sind in der Kirche?
Ja, ich bin in der katholischen Kirche, aber kein absolut aktiver
Kirchgänger.
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Warum
ist Markenführung wichtig und was kann kirchliche Kommunikationsarbeit
aus Ihrer professionellen Sicht von moderner Markenführung
lernen?
Was denken Werber über die Medienarbeit
der Kirche? Warum setzen kirchliche Hilfswerke auf die Erkenntnisse
der Markenpolitik? Wie kommuniziert man moderne Marken? Neun Profis
geben Antworten. |
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STATEMENT
Ulrich Fischer, Diplom-Theologe
„Bin ich katholisch? Oder evangelisch?
Immer mehr Menschen müssen zur Beantwortung der Frage nach
der eigenen Konfessionszugehörigkeit in ihre Urkundenmappe
schauen und noch mehr Zeitgenossen scheint das Ergebnis völlig
egal zu sein ...“ weiter
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STATEMENT
Hagen Horoba, Diplom-Theologe
„Braucht Kirche Markenführung?
Diese Fragestellung lässt sich so nicht einfach mit ja oder
nein beantworten, ist Kirche doch keine Firma, die ihren Wert durch
den Verkauf von Produkten bestimmt ...“ weiter
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STATEMENT
Markus Lahrmann, Chefredakteur
„Marken geben Orientierung und Halt.
Sie liefern Argumente und erleichtern Entscheidungen. Wenn eine
Marke hält, was sie verspricht entsteht Vertrauen. Vertrauen
in das Angebot der Kirche kann nur wachsen, wenn die Kommunikation,
das Erscheinungsbild, das Auftreten der Mitarbeiter überzeugend
sind ...“ weiter
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STATEMENT
Marcel Loko, Kreativchef
„Zunächst mal: Die Kirche ist
kein Joghurt, und das Kreuz ist eher das Symbol eines Status als
das Symbol einer Marke. Die klassische Markenführung eins zu
eins für die Kirche abzuleiten, wäre der falsche Weg ...“
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STATEMENT
Carsten Oberhagemann, freier Journalist
„Im Zuge der zunehmenden Professionalisierung
und Kommerzialisierung gehört Markenführung heute zu den
wichtigsten Aufgaben von Personen, Vereinen und Verbänden des
Sports. Auch für den Deutschland-Achter, das nationale Ruder-Flaggschiff,
gilt dies uneingeschränkt ...“ weiter
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STATEMENT
Horst Prießnitz, Hauptgeschäftsführer
Markenverband
„Die Prinzipien von Marke einerseits
und Öffentlichkeitsarbeit für die Marke andererseits sind
für alle Lebensbereiche gleich und daher auch auf die Selbstdarstellung
der Kirche gegenüber der Öffentlichkeit übertragbar
...“ weiter
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STATEMENT
Michael P. Sommer, stellvertr.
Geschäftsführer Adveniat
„Als eines der großen Spendenhilfswerke
in Deutschland muss sich Adveniat zunehmend ganzjährig auf
dem Spendermarkt bewähren. Dieser ist in der Tiefe immer mehr
u.a. durch Säkularisierung und Internationalisierung gekennzeichnet
...“ weiter
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STATEMENT
Thomas Zervos, Strategischer Planer
„Im Spätsommer 2006 stellte sich
Juan Mann, so nennt er sich, in der Pitt Street Mall in Sydney mit
einem großen Schild in die Einkaufspassage. Auf dem Schild
stand "free hugs", was frei übersetzt soviel bedeutet
wie "Ich nehme Sie kostenlos in den Arm" ...“ weiter
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STATEMENT
Thomas Broch, Pressesprecher
„Marken sind Bilder und Vorstellungen
von Firmen, Produkten oder Dienstleistungen in den Köpfen und
vor allem in den Gefühlen von Menschen. Sie steuern ihre (Vor-)Urteile
und die (Kauf-) Entscheidungen. Eine Marke ist wie ein guter alter
Freund ...“ weiter
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| Text: Ulrich Fischer |
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Ulrich Fischer,
Dipl.-Theologe, ist verantwortlich für die katholische
Fernseharbeit.
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„Kann die Katholische Kirche
von moderner Markenführung lernen?“
Bin ich katholisch? Oder evangelisch?
Immer mehr Menschen müssen zur Beantwortung der Frage nach
der eigenen Konfessionszugehörigkeit in ihre Urkundenmappe
schauen und noch mehr Zeitgenossen scheint das Ergebnis völlig
egal zu sein. Fazit: optimal funktioniert die Pflege der Marke „Katholische
Kirche“ offensichtlich nicht. Von moderner Markenführung
kann die Kirche deshalb sehr viel lernen – angefangen bei
den Basics.
Zuerst lässt sich bei der Nutzung des Markenschildes etwas
optimieren. Während McDonalds stolz ein großes, gelbes
M an jeder Filiale präsentiert, muss mindestens jeder zweite
Gemeindepfarrer zugeben, dass weder von weitem und meist noch nicht
mal beim nahen Blick in den „Schaukasten“ erkennbar
ist, welche Religion in seiner Kirche praktiziert wird. Wer in Gemeindezentren,
Kindertagesstätten, Beratungsstellen oder Hilfswerken segensreich
wirkt, wird mangels fehlendem Firmenschild nicht selten geradezu
geheim gehalten. Da kann sich was ändern …
Nicht zuletzt sollten die Strategien der Marketingprofis adaptiert
werden, wenn es um das Wichtigste überhaupt geht - mit der
Marke einen Eindruck von der Kirche zu vermitteln. Für welche
Werte steht sie? Eine Lebenswelt wäre zu beschreiben, zu der
es sich lohnt dazu zu gehören. Wie aber lässt sie sich
mit moderner Bildsprache ausdrücken? Stell Dir vor, Du musst
einen Werbefilm für das Fernsehen produzieren und kurz und
prägnant eine Botschaft „rüberbringen“ …
Ziel einer jeden Marke ist das „Umdenken des Verbrauchers“.
Er soll nicht irgendeine, sondern eine konkrete Vorstellung von
seiner Kirche bekommen, auf die er stolz sein kann. Dazu muss die
Marke immer wieder neu beworben werden. Und auch hier kann die Kirche
lernen. Allein sonntags in der Kirche Gottesdienst zu feiern reicht
nicht. „Geht hinaus!“ sagt Jesus und verkündet
das Evangelium allen Geschöpfen. Eben!
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 |
Text: Hagen Horoba
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| Hagen Horoba, Diplom-Theologe,
Jahrgang 1972, ist Leiter der Arbeitsstelle Weltkirche des Bistums
Regensburg. Eine Leidenschaft ist Werbung, die sich in dem Projekt
glauben+kaufen
niedergeschlagen hat - eine Sammlung von Werbungen, die religiöse
Motive verwenden. |
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„Braucht Kirche Markenführung?“
Diese Fragestellung lässt sich so nicht
einfach mit ja oder nein beantworten, ist Kirche doch keine Firma,
die ihren Wert durch den Verkauf von Produkten bestimmt. Kirche
– und in diesem Fall spreche ich von der Katholischen Kirche
– ist in vor allem das Volk Gottes, eine Gemeinschaft, in
der Gott gegenwärtig ist. Somit ist sie eine Frage des Glaubens,
die zunächst nicht in Kategorien der Marktwirtschaft oder des
Marketings beantwortet kann.
Andererseits ist sie nicht völlig weltfremd,
besteht sie doch aus Menschen, die im Heute leben mit all ihren
Fragen, Sehnsüchten und Bedürfnissen. Sie ist auch eine
Körperschaft des öffentlichen Rechts und damit –
vielleicht anders als ein Wirtschaftsbetrieb – marktwirtschaftlichen
und sozialen Gegebenheiten unterworfen. Insofern braucht Kirche
auch Markenführung. Wenn man die Definition von Heribert Meffert
zu Grunde legt, nach der eine „Marke als ein in der Psyche
des Konsumenten und sonstiger Bezugsgruppen der Marke fest verankertes,
unverwechselbares Vorstellungsbild von einem Produkt oder einer
Dienstleistung“ verstanden wird, dann lässt sich dies
– analog – auch von der Kirche sagen.
Was aber bedeutet dann Markenführung
für die Kirche? Zunächst einmal muss es um eine klare
Positionierung der Marke „Kirche“ gehen: Für
was steht sie? Was verkündet sie? Worin liegt das Unterscheidende
zu anderen Glaubensgemeinschaften und Religionen? Dies ist grade
heute dringend notwendig, wo sich Beliebigkeit breit macht und Grenzen
zu verschwimmen drohen. Die Kirche hat jedoch eine klare Botschaft,
die Orientierung, Halt und dem Leben Sinn gibt. Diese Botschaft
muss sie (immer) wieder neu ans Licht und den Menschen nahe bringen.
Eine solche Positionierung braucht darüber
hinaus starke persönliche und personelle Führung:
weder durch öffentlichkeitswirksame Kampagnen, durch CI/CD-Entwicklung
oder ausgeklügelte Pressestrategien, sondern in erster Linie
durch diejenigen, die einen Dienst in der Kirche ausüben –
als Bischof, Priester oder Laie. Sie tragen Verantwortung für
das Bild von Kirche und ihre Überzeugungskraft. Sie haben die
Aufgabe, einen „Mehrwert“ zu vermitteln – theologisch
ausgedrückt: die Menschenfreundlichkeit Gottes zu verkünden,
der „Leben in Fülle“ für alle Menschen will.
Das kann und muss sich in konkreten Leistungen widerspiegeln, wie
dem Engagement für Arme, für eine gerechte Gesellschaft
oder konkrete Dienstleistungen wie z.B. der Caritas.
Drei Faktoren sind dafür - ganz grob
gesagt - notwendig und bilden so etwas wie eine Markenführung
der Kirche:
1. Menschliche und fachliche Kompetenz:
Die Verkünder des Glaubens müssen hoch qualifiziert sein,
denn nur wer weiß, von was und zu wem er spricht, wer die
Zeichen der Zeit zu deuten vermag und dies in einer Sprache tut,
die die Menschen heute verstehen schafft (stärkere) Bindung
an die Kirche. Kirche muss überzeugen und keine „leeren
Formeln“ anbieten.
2. Emotion und Rationalität:
Die Stärke der Kirche ist es, die Wirklichkeit Gottes spürbar
und erfahrbar werden zu lassen in Gottesdiensten oder bei sog. Passageriten
wie Taufe, Hochzeit, Beerdigung. Diese müssen jedoch verstehbar
und nachvollziehbar sein für alle Menschen. Nur so stiften
sie Orientierung in Sinnfragen.
3. Einklang von Wort und Tat: Das
Wichtigste jedoch ist das Handeln der Kirche in der konkreten Situation.
Wo dieses das christliche Hauptgebot der Gottes- und Nächstenliebe
umsetzt, wo der Mensch im Vordergrund steht und die Lehre der Kirche
„erfahrbar“ wird, ist Kirche überzeugend und glaubwürdig.
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 |
| Text: Markus Lahrmann |
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| Markus Lahrmann
ist Chefredakteur von „Caritas in NRW“ und „Caritas
in NRW – AKTUELL“. |
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„Was kann kirchliche Medienarbeit
aus Ihrer professionellen Sicht von moderner Markenführung
lernen?“
Marken geben Orientierung und Halt. Sie liefern
Argumente und erleichtern Entscheidungen. Wenn eine Marke hält,
was sie verspricht entsteht Vertrauen. Vertrauen in das Angebot
der Kirche kann nur wachsen, wenn die Kommunikation, das Erscheinungsbild,
das Auftreten der Mitarbeiter überzeugend sind.
Unternehmen beschäftigen Profis und
geben viel Geld aus, um diese Ziele zu erreichen. Sie wissen, wie
notwendig es ist, sich und ihre Produkte optimal zu kommunizieren.
Sie spüren Erfolg und Misserfolg am Markt.
Kirche ist kein Konzern, das Volk Gottes
und seine Hauptamtlichen wirken manchmal wie ein vielstimmiger,
zerstrittener Haufen. Aber Kirche verfügt über ein starkes
Produkt – die Frohe Botschaft Jesu Christi. Und seit 2000
Jahren erreicht ihre Kommunikation die Herzen der Menschen.
Ein bisschen weniger Binnensicht, ein bisschen
mehr Kundenorientierung, ein bisschen mehr Vertrauen auf die Stärke
des Produkts, mehr Zutrauen der Leitenden zu den Fähigkeiten
der Spezialisten – das wäre doch schon etwas.
Vor allem aber müsste Kirche neu lernen,
wie man Mitarbeiter – Kleriker und Laien – motiviert
und fördert, stärkt und weiterbildet, ihnen Verantwortung
überträgt und sie fordert. Denn sie sind es, die an die
frohe Botschaft glauben und sie in ihrem Leben, am Arbeitsplatz
und in ihrer Freizeit, weitertragen. Ohne verantwortungsvolle, kompetente
und überzeugte Mitarbeiter kann sich keine Marke auf Dauer
behaupten.
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 |
Text: Marcel Loko
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| Marcel Loko, Jahrgang
1964, gibt als Staatsangehörigkeit „deutsch, genauer:
ostdeutsch/kongolesisch“ an. 1995 gründete er die
Hamburger Agentur Zum goldenen Hirschen. |
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„Was kann kirchliche Kommunikation
von moderner Markenführung lernen?“
Zunächst mal: Die Kirche ist kein Joghurt,
und das Kreuz ist eher das Symbol eines Status als das Symbol einer
Marke. Die klassische Markenführung eins zu eins für die
Kirche abzuleiten, wäre der falsche Weg. Die Kirche ist der
Werbung turmhoch überlegen. Trotzdem gibt es natürlich
Beratungsbedarf, weil man auch in der Kirche Erkenntnisse darüber
braucht, wie das Eigenbild überhaupt von anderen wahrgenommen
wird und wie ich in der Kommunikation diesen Auftritt gestalte.
Das muss ich auch als Kirche tun. Und hier tritt die Kirche nicht
klar und selbstbewusst auf. Selbstbewusstsein hat ja nichts mit
Überschätzung zu tun. Sondern mit der eigenen Geschichte,
mit der eigenen Kraft, die man inne hat und dann auch abbilden sollte.
Ich frage mich: Gibt es die große Kommunikationslinie
der Kirchen? Erkenne ich da was? Ja und Nein. Nein, weil die Kirche,
die ja fast 1 Mrd. Gläubige vertritt, gar keine einheitliche
Kommunikationslinie haben kann, so wie ein Unternehmen, das max.
300.000 Mitglieder hat, die dann auch noch dafür bezahlt werden.
Man kann das nicht vergleichen. Aber es gilt auch: Ja, da ist eine
Linie. Die 10 Gebote etwa, oder das, was alles angeboten wird –
das ist schon alles erstaunlich einheitlich. Es gibt gewisse Schwerpunkte,
die klassische Kraftgebung durch das Gebet, die Seelsorge oder der
ganze Bereich des Caritativen. Da ist eine Linie zu erkennen. Nicht
unbedingt so, dass alle immer das gleiche Logo oder immer die gleichen
Sätze verwenden, aber man merkt sie schon, die gleiche Geschichte,
die gleiche Denkart, die gleiche Basis. Deswegen Ja und Nein!
Allerdings ist der Auftritt auch oft eher
unmodern. Da muss die Kirche beides: aufpassen und sich anpassen.
Die Menschen sind heute viel mobiler, flexibler und auch wankelmütiger
geworden. All das muss die Kirche natürlich in seiner Kommunikation
berücksichtigen, sie muss da modern bleiben. Und sie kann das
ja auch. Mich hat zum Beispiel maßlos beeindruckt, wie die
Kirche den Sterbensprozess des Papstes Johannes Paul II. inszeniert
hat. Das war wahnsinnig. Da spürte man menschliche Kraft, Leid,
aber eben auch die mediale Kraft, die emotionale Kraft, die etwas
auslösen kann, die Milliarden von Menschen mitgenommen hat.
Das war für mich sehr beeindruckend, die auch gezeigt hat,
welche Modernität die Kirche eben immer noch besitzt. Wer schafft
das denn schon, Thema zu sein auf allen Fernsehsendern, bei so vielen
Menschen?
Die Frage ist natürlich: Kann man so
ein Ereignis, kann man diese Kraft vermarkten? Da muss man vorsichtig
sein. Die Kirche hat eben etwas anderes anzubieten als Joghurt oder
Schokolade, und sie kann nicht einfach hingehen und mit Bildern
des sterbenden Papstes dann z.B. Doppelseiten in den Tageszeitungen
schalten und sagen: „Kommt in die Kirche!“ Aber so plump
muss es ja auch nicht laufen. Mit diesem Ereignis, mit dieser Erinnerung
zu arbeiten, das würde ich schon tun.
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 |
Text: Carsten Oberhagemann
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Carsten Oberhagemann
ist freier Journalist und seit mehreren Jahren Pressesprecher
des Deutschland-Achters, der in diesem Jahr in Eton Weltmeister
wurde.
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„Wie betreiben Sie für
den Deutschland-Achter Markenführung und warum ist sie aus
Ihrer Sicht so wichtig?“
Im Zuge der zunehmenden Professionalisierung
und Kommerzialisierung gehört Markenführung heute zu den
wichtigsten Aufgaben von Personen, Vereinen und Verbänden des
Sports. Auch für den Deutschland-Achter, das nationale Ruder-Flaggschiff,
gilt dies uneingeschränkt. Heute geht vor allem darum, die
Existenz und sportliche Wettbewerbsfähigkeit durch Markenführung
nachhaltig zu sichern, indem unabhängig vom sportlichen Erfolg
monetäre und nicht-monetäre Zuwendungen realisiert werden.
Dabei gehört der Deutschland-Achter
bereits seit über 40 Jahren zu den stärksten Marken im
Bereich des Sports und gilt heute mit knapp 70% ungestützter
Markenbekanntheit als die deutsche Marke aller olympischer Disziplinen.
Die starke Marke Deutschland-Achter hat sich als mehrfacher Olympiasieger,
Weltmeister und Weltcupsieger unabhängig von bestimmten Personen
als 'Flaggschiff der Nation'; in den Köpfen der Deutschen Bevölkerung
und darüber hinaus als deutsches Aushängeschild mit internationaler
Bedeutung etabliert. Die heutige Stellung konnten wir durch konsequente,
kontinuierliche, stets konsistente und auf der Markenidentität
basierende Markenführung erreichen.
Für die (zunächst ungeplante) Erstpositionierung
der Marke Deutschland-Achter waren zunächst die sportlichen
Erfolge und somit eine überragende Produktqualität von
Bedeutung. Das Streben nach sportlichem Erfolg bestimmt zwar weiterhin
dauerhaft unser Handeln, doch sportliche Erfolge allein waren und
sind nicht ausreichend, um die vorhandene Markenstärke zu erreichen
und weiter zu sichern.
Vielmehr orientieren wir uns bei all unseren
Bemühungen darum, die fest verankerten Werte und somit unsere
Markenidentität zu wahren. Wir berücksichtigen daher unsere
Markenherkunft als olympische Kerndisziplin, das heißt: Wir
bekennen uns zu Sportlichkeit, Fairness und sozialer Verantwortung.
Bei der Zusammensetzung des Teams, bei dessen Auftritt während
und außerhalb von Wettbewerben sowie bei der Zusammenarbeit
mit Markenpartnern achten wir stets darauf, dass sich das Handeln
aller Markenbotschafter an unseren Werten ausrichtet: Wir sind teamorientiert,
fleißig, koordinativ, traditionell, natürlich, dynamisch,
kraftvoll und kämpferisch.
Aufbauend auf dieser Markenidentität
haben wir unsere bereits bekannte Wortmarke kürzlich um ein
Markenlogo erweitert, das in allen Kommunikationsmitteln eingesetzt
wird und sich in kurzer Zeit bereits etabliert hat. Um die Position
als eine der stärksten Marken im Sport weiter zu festigen,
werden wir auch in den nächsten Jahren identitätsorientiert,
kontinuierlich und konsistent arbeiten.
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Text: Horst Prießnitz
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Horst Prießnitz
(61) ist seit 1995 Hauptgeschäftsführer des deutschen
Markenverbandes, Wiesbaden.
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„Was kann die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit
aus Ihrer professionellen Sicht von moderner Markenführung
lernen?“
Die Prinzipien von Marke einerseits und Öffentlichkeitsarbeit
für die Marke andererseits sind für alle Lebensbereiche
gleich und daher auch auf die Selbstdarstellung der Kirche gegenüber
der Öffentlichkeit übertragbar.
Der Begriff der Marke umfaßt nicht
etwa nur Produkte, sondern auch Dienstleistungsmarken, Persönlichkeiten
und fest umrissene, gedankliche Inbegriffe. Vor diesem Hintergrund
kann festgestellt werden, daß zu den ersten Bildzeichen, hinter
denen sich komplexe Lebens- und Geisteszusammenhänge verbargen,
das Kreuz als Symbol des Erlösers Jesus Christus von Nazareth
gehört. Heutzutage ist auch Papst Benedikt XVI. als Marke anzusehen.
Die Wesensmerkmale einer Marke sind Herkunft-Zukunft-Sinngebung-Leistungsversprechen.
Wer wollte bestreiten, daß diese Elemente in der Katholischen
Kirche und beispielsweise ihrem oberstem Repräsentanten angelegt
sind.
Wir beobachten in Deutschland einen dramatischen
Sinnverlust, das heißt, es gibt einen objektiven Bedarf =
„Markt“ für die sinnstiftende Botschaft der Kirche.
Beste Ausgangsvoraussetzungen also.
Ihrem „Markenauftrag“, der in
allen Lebensäußerungen konsistent und konsequent gelebt
werden muß, wird die Kirche allerdings nur partiell gerecht.
Als Beispiel soll auf die „Botschafter“ der Kirche,
also ihre Geistlichen, verwiesen werden: Wo ist die bewußte
und prägende öffentliche Präsenz in Habit bzw. römischem
Kragen? Man geht statt dessen da und dort eher im modischen Anzug
und Krawatte in die Oper. Das überzeugende, kämp-ferische
innere und äußere Auftreten ist in Teilen der Geistlichkeit
einer zeitgeistigen und eher defensiven Linie geopfert worden. Liturgische
Elemente werden immer wieder beliebig verändert, Widerstand
gegen Rom spürbar gelebt oder offen geäußert.
Spiritualität, nicht Sozialarbeit –
so wichtig diese ist - steht im Vordergrund des kirchlichen Auftrags.
Ein weiteres Beispiel ist die Diskussion
um das Zölibat: Von dessen Aufhebung verspricht man sich die
Lösung vieler Probleme und dennoch würden die Kirchen
nicht voller - ein Blick auf die überwiegend leeren Bänke
in den Gottesdiensten der „anderen Fakultät“, die
kein Zölibat kennt, zeigt dies hinlänglich.
Wie jede Marke einen „Markenkern“
hat, hat auch die Katholische Kirche einen solchen. Dieser ist unverfügbar
und muß, typisch für einen „Tendenzbetrieb“,
kämpferisch-überzeugt (vor-)gelebt werden.
Was ist nun der sog. „Markenkern“,
den peinlich genau zu schützen Aufgabe der Katholischen Kirche
ist:
Eine von einem liebenden Schöpfer erschaffene
Welt mit geistbegabten und zur Liebe befähigten Ebenbildlichkeiten,
den Menschen also, einer von diesen in Ein-heit mit Jesus Christus
gebildeten Kirche und der – bedingten – Erlösungsgewißheit
für den Menschen.
Dies ist die mächtigste denkbare Botschaft
überhaupt, eine ungeheure Pflicht und Chance zugleich.
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 |
Text: Michael P. Sommer
|
|
| Michael P. Sommer,
Jurist und Publizist, arbeitete als selbstständiger Rechtsanwalt
in Bonn, seit 1998 in der Geschäftsleitung des Lateinamerika-Hilfswerk
ADVENIAT. |
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„Ist Markenführung für
ein Hilfswerk wie Adveniat wichtig?“
Als eines der großen Spendenhilfswerke
in Deutschland muss sich Adveniat zunehmend ganzjährig auf
dem Spendermarkt bewähren. Dieser ist in der Tiefe immer mehr
u.a. durch Säkularisierung und Internationalisierung gekennzeichnet.
Die Alleinstellungsmerkmale Adveniats „Lateinamerika“
und „Weihnachtsaktion der katholischen Kirche in Deutschland“
reichen da nicht mehr. Die Herausforderung wächst in dem Maße,
in dem die Ergebnisse der Weihnachtskollekte in den katholischen
Kirchen Deutschlands unter Druck geraten und für sich allein
die große Anzahl von Projektanfragen aus Lateinamerika nicht
mehr finanzieren.
Deshalb gibt es seit etwa zehn Jahren Markenführung
als Management-Aufgabe bei Adveniat, d.h. Initiativen, die sich
mit der grundsätzlichen Ausrichtung der Marke Adveniat, aber
auch ihrer konkreten Konzeption, Strategie, Gestaltung sowie einer
adäquaten Marken-Administration beschäftigen. Dies ist
nicht gleich mit dem Begriff „Markenführung“ belegt
gewesen, da die entsprechende Diktion nicht gerade in kirchlichen
Einrichtungen erfunden wurde. Aber die systematische Arbeit mit
den einschlägigen Themen Vertrauen („Adveniat steht für
eine nachhaltige, kontinuierliche Arbeit“), Qualität
(„ihre Spende für Adveniat kommt bei niedrigsten Verwaltungskosten
bei den Menschen an der Basis in Lateinamerika an“) und Kundenbindung
(„Adveniat informiert zuverlässig und regelmäßig“)
ist heute selbstverständliche Aufgabe bei Adveniat. Zur Markenführung
gehört es auch, dass bei Adveniat Werbung vor allem als Information
verstanden wird, also vom Feld der Vernunft besetzt wird und nicht
als eine schrankenlose Emotionalisierung („die traurigen Kulleraugen
des armen Kindes“) zur Generierung von Spenden gesehen wird.
Gleichwohl kann geschickte Markenführung dafür sorgen,
dass man im Gespräch bleibt („Geiz-ist-Gottlos.de“).
Das jährliche Spendensiegel des DZI
in Berlin, der dritte Platz bei der Vergabe des Tranzparenzpreises
von PricewaterhouseCoopers sowie der „Politikaward“
für die Beste gesellschaftspolitische Kampagne 2005 sind Auszeichnungen,
die belegen, dass auch Adveniat als kirchliches Hilfswerk –
zugegeben: notwendigerweise – Markenführung betreibt.
Die Aufgabe wird wichtiger, um Adveniat als
„Wertegeber“ auch zukünftig auf dem Spendenmarkt
gut zu positionieren.
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 |
Text: Thomas Zervos
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|
| Thomas Zervos ist
Strategischer Planer der Agentur Jung von Matt. |
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„Die erfolgreichste Kampagne
für mehr Nächstenliebe.“
Im Spätsommer 2006 stellte sich Juan
Mann, so nennt er sich, in der Pitt Street Mall in Sydney mit einem
großen Schild in die Einkaufspassage. Auf dem Schild stand
"free hugs", was frei übersetzt soviel bedeutet wie
"Ich nehme Sie kostenlos in den Arm". Die Aktion wurde
von Shimon Moore gefilmt, der das Material dann zu einem Musikvideo
seiner Band "Sick Puppies" zusammenschnitt und es in dem
Videoportal Youtube.com veröffentlichte. Schauen Sie es sich
ruhig erst einmal
an, bevor Sie weiterlesen (Link).
Was macht den Film erwähnenswert? Nun,
er löste eine weltweite Bewegung aus: Allein über 7 Millionen
Menschen haben sich den Film in nur 6 Wochen im Videoportal Youtube.com
angeschaut. Über Juan Mann und seine Aktion berichteten weltweit
Nachrichtenstationen und Zeitungen. Die amerikanische Talk-Queen
Oprah Winfrey lud ihn zu einem Gespräch ein. Auf allen Kontinenten
starteten Menschen ihre eigene Free Hugs-Events und gründeten
Fee-Hugs-Clubs. Sogar in China wagten 11 Mutige eine Free-Hugs-Aktion,
trotz drohender und dann tatsächlich eintretender Strafaktion.
Heute erhält man bei Google
über 1.4 Millionen Treffer für den Begriff "free
hugs".
Eine großartige Aktion. Warum? Alle
Welt redet von zunehmender Anonymität in den Großstädten,
sozialer Kälte, dem Leben in Parallelgesellschaften; das Individuum
stehe über dem Kollektiv und jeder sei sich selbst der Nächste.
Juan Mann durchbricht dieses Szenario. Selbstlos, freimütig
und ohne Hintergedanken. Ohne sein Gegenüber zu hinterfragen,
reißt er Menschen für nur einen Augenblick aus ihrem
Alltag. Im wahrsten Sinne des Wortes durchbrechen die Menschen in
dem Video ihren alltäglichen Gang und sind für einen Moment
wie verwandelt. Man sieht es regelrecht an ihren leuchtenden Augen:
Juan Mann erreicht ihre Herzen.
Wie geht die Story weiter? In einer Talk-Show
offenbart Juan Mann, dass er in Wirklichkeit Priester einer katholischen
Gemeinde und "Free-Hugs" eine Weihnachtsaktion der Kirche
ist. Sie möchte damit für die Botschaft werben, dass Christus
sich den Menschen selbstlos hingegeben habe und jeder Mensch eingeladen
sei, diese Liebe anzunehmen. Christi Liebe sei bedingungslos, wäre
die frohe Botschaft, die die Kirche zum diesjährigen Weichnachtsfest
verkünden möchte. Parallel zu diesem Outing rufen viele
Pfarrgemeinden in der Adventszeit zu Free-Hugs-Abenden auf. Begeistert
von der Aktion, nehmen tausende Menschen teil. Für viele offenbart
sich zum ersten Mal, dass Weihnachten mehr ist, als Tannenbaum und
Weihnachtsmann. Die Kirche erlebt am Ende den größten
vorweihnachtlichen Zulauf aller Zeiten ...
Schade, dass ich den letzten Teil der Story
frei erfunden habe. Juan Mann ist kein Priester und die Aktion nicht
von der katholischen Kirche. In Wirklichkeit ging es ihm und Shimon
Moore nur um das Musikvideo und ein wenig Promotion für den
Song. Da sie die überraschend gewonnene Popularität nicht
nutzlos verpuffen lassen wollten, haben sie die Aktion zu einer
Promotion ihrer neu gegründeten Hilfsorganisation "Free
Help Campaign" umgewandelt.
Warum nur lässt sich die Kirche von
Juan Mann die Butter vom Brot nehmen?
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Text: Dr. Thomas
Broch
Foto: photocase.com
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| Dr. Thomas Broch
ist Pressesprecher der Diözese Rottenburg-Stuttgart. |
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„Was kann kirchliche Medienarbeit
von moderner Markenführung lernen?“
1. Marken sind Bilder und Vorstellungen von
Firmen, Produkten oder Dienstleistungen in den Köpfen und vor
allem in den Gefühlen von Menschen. Sie steuern ihre (Vor-)Urteile
und die (Kauf-) Entscheidungen. Eine Marke ist wie ein guter alter
Freund: Auch wenn man sich einmal länger nicht gesehen hat,
so weiß man doch, was man an einander hat. Ziel jeder Markenführung
ist es, nicht nur den Weg ins Langzeitgedächtnis der Menschen
zu finden, das auch, sondern – vor allem – deren Vertrauen
zu gewinnen.
2. Das Vertrauen der Menschen zu gewinnen,
positive Bilder und Vorstellungen in ihren Köpfen und Herzen
zu erzeugen – dies ist auch das primäre Ziel kirchlicher
Medien- und Kommunikationsarbeit. Dafür muss sie für die
Kirche und gemeinsam mit ihr Strategien entwickeln, die der Markenführung
in Wirtschaftsunternehmen entsprechen.
3. Auf welcher Ebene Markenführung
in der Kirche angesetzt wird – Katholische Kirche in Deutschland,
die einzelnen Diözesen, Verbände u.a.? -, ist eine sehr
schwierige Frage, die hier nicht diskutiert werden kann. Aber die
wichtigen Elemente der Markenführung sind auch hier unerlässlich.
· In einer zentralen Vision,
die sich von derjenigen der „Mitbewerber“ eindeutig differenziert,
müssen sich alle Aktivitäten zusammenfassen lassen.
· Das Angebot der Leistung muss
klar und nachvollziehbar sein und dem objektiven Bedarf sowie den
subjektiven Bedürfnissen (Stichwort: Vertrauen!) der Menschen
entsprechen, die erreicht werden sollen (das sind nie alle!).
·
Ein „Markendesign“ muss konsequent durchgehalten und
überall wieder erkennbar sein, also ein visuelles Erscheinungsbild,
zu dem u. a. das Logo, die „Markenfarbe“, bestimmte
Layout-Elemente u. a. gehören.
·
Ein „Markenklima“ muss durchgängig gepflegt werden,
also eine vertrauensbildende Qualität der Sprache und des Umgangs
mit den Menschen – nach innen und nach außen. Diese
ist für Leitungsverantwortliche ebenso verbindlich wie für
jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter.
5. Vier Grundsätze einer gelingenden
Markenführung seien abschließend formuliert:
· Markenführung gehört
auch in der Kirche zu den strategischen Leitungsaufgaben; sie darf
weder dem Zufall überlassen noch als Nebensache „irgendwie“
mit erledigt, sondern muss als zentrales Element des „Unternehmenserfolgs“
betrachtet und umgesetzt werden.
· Markenführung muss
als Langzeitprozesse verstanden und konsequent durchgehalten werden;
langer Atem ist ebenso erforderlich wie Unbeirrbarkeit.
· Mitarbeitende und Mitgliedsorganisationen
müssen der selben Markenstrategie folgen; sie tragen mit ihrer
Leistung zum Bonus der gemeinsamen Marke bei und profitieren von
deren Vertrauenswürdigkeit. Nicht übereinstimmende Vielfalt
ist kein Zeichen von differenzierter Lebendigkeit, sondern wirkt
diffus und verwirrt.
· Markenversprechen müssen
glaubwürdig sein und unbedingt dem entsprechen, was die Menschen
erleben. Bei Dienstleistungen oder Konsumgütern wenden sich
die Kunden anderen Marken zu, wenn sie enttäuscht werden. Im
religiös-kirchlichen Bereich reicht die Enttäuschung bis
tief in die existenziellen Lebensfragen der Menschen.
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titelstory
Axel Kolaschnik
ist Professor für Markenkommunikation,
Corporate Identity und Corporate Design sowie Prodekan der Fakultät
für Gestaltung an der Hochschule Mannheim. Er ist zudem Leiter
des Instituts für Markenkommunikation und Design / Steinbeis
Transferzentrum HSM und Vorstand des Internationalen Designzentrums
Berlin (IDZ).
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interview
Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Heribert
Meffert
ist emeritierter Direktor des Marketing
Centrum Münster an der Westfälischen Wilhelms-Universität
Münster. Prof. Meffert promovierte und habilitierte an der
Universität München. Im Jahr 1969 folgte er einem Ruf
auf den Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre an der Universität
Münster. Dort baut er das erste Institut für Marketing
an einer deutschen Hochschule auf. 1981 war er Gründungsmitglied
der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Marketing und Unternehmensführung
e. V., Münster. Von 1995 bis 1997 übernahm er die wissenschaftliche
Geschäftsführung der Handelshochschule Leipzig. Nach seiner
Emeritierung war Prof. Meffert von Oktober 2002 bis Dezember 2005
Vorsitzender des Vorstandes der Bertelsmann Stiftung. zum Text » |
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STATEMENT
Ulrich Fischer
Diplom-Theologe, ist verantwortlich für
die katholische Fernseharbeit. Als Geschäftsführer und
Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz entwickelt er Kirchenprogramme
für das ZDF, die RTL-Gruppe und die ProSiebenSat.1 Media AG.
Sein Büro ist in Frankfurt am Main. www.kirche.tv
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STATEMENT
Hagen Horoba
Diplom-Theologe, Jahrgang 1972, ist Leiter
der Arbeitsstelle Weltkirche des Bistums Regensburg. Zuvor arbeitete
er als Internetbeauftragter des Bistums und als Projektmanager einer
Internetagentur in München. Seine Leidenschaft ist Werbung,
die sich in dem Projekt glauben+kaufen niedergeschlagen hat - eine
Sammlung von Werbungen, die religiöse Motive verwenden. zum Text » |
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STATEMENT
Markus Lahrmann
Markus Lahrmann ist Chefredakteur von „Caritas
in NRW“ und „Caritas in NRW – AKTUELL“.
Er koordiniert darüber hinaus die gemeinsamen Maßnahmen
zur Öffentlichkeitsarbeit der fünf Diözesan-Caritasverbände
Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn. zum Text » |
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STATEMENT
Marcel Loko
Jahrgang 1964, gibt als Staatsangehörigkeit
„deutsch, genauer: ostdeutsch/kongolesisch“ an. In Leipzig
geboren, lebte er fünf Jahre in Kinshasa/Kongo-Zaire. Während
seines Betriebswirtschafts-, Geschichts- und Kunstgeschichtsstudium
gründete er die Künstlergruppe Club Boccioni und arbeitete
für „Die Welt“ und den WDR. Seine Karriere in der
Werbung startete er als Texter bei Scholz & Friends, 1990 wechselte
er zu Springer & Jacoby. 1995 gründete er die Hamburger
Agentur Zum goldenen Hirschen.
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STATEMENT
Carsten Oberhagemann
Carsten Oberhagemann (35) ist freier Journalist
und seit mehreren Jahren Pressesprecher des Deutschland-Achters,
der in diesem Jahr in Eton Weltmeister wurde. Gemeinsam mit der
Universität Bremen und der BiTS in Iserlohn erarbeitete er
ein Konzept zur Markenführung des Deutschland-Achters. zum Text » |
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STATEMENT
Horst Prießnitz
Jahrgang 1945, Seit 1995 Hauptgeschäftsführer
des deutschen Markenverbandes, Wiesbaden. Geschäftsführer
des Verbandes der Luxuskosmetik (VKE), Wiesbaden. Mitglied im Vorstand
des Europäischen Markenverbandes AIM, Brüssel. Studium
der Rechts- und politischen Wissenschaften als Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung
in Bonn, Marburg, Lausanne und London. Seit 25 Jahren in leitender
Funktion im Verbändewesen tätig (u.a. Holzindustrie, kunststoffverarbeitende
Industrie). Mehrjähriges Engagement als Gutachter und Coach
im Rahmen der Projektbetreuung der Initiative des Bundeskanzlers
„start social“. Seit 2003 Mitglied des Beirats dieser
Initiative. Private Interessen: Jagd, klassische Musik, Literatur,
Religion. zum Text » |
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STATEMENT
Michael P. Sommer
Jurist und Publizist, arbeitete als selbstständiger
Rechtsanwalt in Bonn, war Personal- und Haushaltschef beim Land
Berlin, Außenwirtschaftsberater in Guatemala und der Dominikanischen
Republik, seit 1998 in der Geschäftsleitung des Lateinamerika-Hilfswerk
ADVENIAT.
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STATEMENT
Dr. Thomas Broch
Dr. Thomas Broch leitete bis Ende 2006 das
Referat Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising beim Deutschen
Caritasverband e.V. in Freiburg. Seit dem 1. Januar 2007 ist er
Pressesprecher der Diözese Rottenburg-Stuttgart. zum Text »
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Wer
steckt hinter sinnstiftermag?
Sinnstiftermag ist ein Zusammenschluss
von Zeitanalytikern, Werbern, Designern und Fotografen, die von
einer gemeinsamen Beobachtung ausgehen: dem enormen Sinnstiftungspotential
der alten und neuen Medien.
Medien transportieren sinnhafte
Inhalte und sind in dieser medialen Funktion vor allem selbst sinnhaft.
Sie können gar nicht anders. Damit sind sie religionsproduktiv.
In Partnerschaft mit Akteuren aus Kommunikation und Kirche sucht
sinnstiftermag nach den Analogien religiöser und medialer Kommunikation.
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Marketing, Kommunikation, Fundraising
Dieter Rehmann
Jahrgang 1957, arbeitete nach dem Publizistikstudium und einer Ausbildung als Konzeptioner und Texter 15 Jahre als Kreativdirektor in einer großen Werbeagentur. Heute ist er geschäftsführender Gesellschafter der Kommunikationsagentur 31M und als Dozent für Marketing, CI, PR und Fundraising tätig.
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Mediengestaltung, Webdesign
Daniel Bürger
Jahrgang 1980, schloss seine Ausbildung zum Mediengestalter als NRW-Jahrgangsbester ab. Danach studierte er Grafikdesign an der FH Düsseldorf. Für seine Diplomarbeit erhielt er den Red Dot Award im Bereich Communication Design. Bei 31M ist er für Design und Konzeption verantwortlich.
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Werbung, PR
Michael Jochim
Jahrgang 1954, Mitbegründer und geschäftsführender
Gesellschafter der 1985 in Essen gegründeten BJS Werbeagentur
hat zahlreiche Kontakte und Verbindungen zu Organisationen, Verbänden
und Einrichtungen im Nonprofit-Bereich. Michael Jochim arbeitet
ehrenamtlich in kirchlichen Einrichtungen mit.
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Theologie, Soziologie
Matthias Sellmann
Jahrgang 1966, promovierter Theologe und
Soziologe. Seine Profession ist die Analyse und Bewertung gesellschaftlicher
Sinn- und Weltanschauungstrends. Wenn Schalke 04 eine Kapelle ins
Stadion baut, Fußballspieler Jesus-T-Shirts tragen, Bundespräsidenten
Weihnachtsansprachen halten oder Scientologen Gerichtsverfahren
anstrengen, ist Matthias Sellmann mit Interesse dabei. Intensive
Beratungs-, Vortrags- und Autorentätigkeit.
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Fotografie
Martin Steffen
Jahrgang 1968, ist Menschenfotograf und
arbeitet sowohl für Profit- als auch Nonprofit-Unternehmen.
Nach einer Ausbildung beim Lette-Verein in Berlin war er Assistent
von Jim Rakete in Berlin. Anschließend assistierte er bei
dem Fotografen Jean-Pierre Godot in Paris. Martin Steffen lebt in
Bochum.
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Impressum
Sinnstiftermag ist ein Zusammenschluss
von Zeitanalytikern, Werbern, Designern und Fotografen, die von
einer gemeinsamen Beobachtung ausgehen: dem enormen Sinnstiftungspotential
der alten und neuen Medien. |
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Anschrift der Redaktion
sinnstiftermag-Redaktion
31M Agentur für Kommunikation GmbH
Agentur für Kommunikation GmbH
Walter-Sachsse-Weg 17
45133 Essen
T +49 (0)201.43 77-290
F +49 (0)201.43 77-299
Internet: www.sinnstiftermag.de
E-Mail:
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Programmierung, Web-Administration
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Daniel Bürger
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