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editorial
Sinnstiftermag – zweite
Ausgabe
Sinnstiftermag ist ein Zusammenschluss von
Zeitanalytikern, Werbern, Designern und Fotografen, die von einer
gemeinsamen Beobachtung ausgehen: dem enormen Sinnstiftungspotential
der alten und neuen Medien.
Medien transportieren sinnhafte Inhalte
und sind in dieser medialen Funktion vor allem selbst sinnhaft.
Sie können gar nicht anders. Damit sind sie religionsproduktiv.
In Partnerschaft mit Akteuren aus Kommunikation und Kirche sucht
sinnstiftermag nach den Analogien religiöser und medialer Kommunikation.
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titelstory
Wo ist der Ort der Kirche
in der Medienarena?
Medien sind Bühnen, keine Kanzeln.
Und das Publikum sind Einzelne, keine Massen, schreibt Michael Behrent.
Medien muss man instrumentalisieren, ohne sie kontrollieren zu wollen.
Dabei hat Kirche zur Kenntnis zu nehmen, dass die Medien vielen
Menschen Orientierung geben. Kirchliche Kommunikation, so Behrent,
muss deshalb nicht nur Seelsorge in Hinblick auf das konkrete Gemeindeleben
vor Ort sein, sondern auch permanente Medienkritik. |
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interview
Fragen an Professor Dr. Wolfgang
Stock
Prof. Dr. Wolfgang Stock hat jahrelang als
Journalist gearbeitet, u.a. für Die Welt, FAZ und Focus. Er
ist zudem Autor einer Biografie über die Bundeskanzlerin Angela
Merkel. Im Interview übt Wolfgang Stock Kritik am TV-Auftritt
der katholischen und evangelischen Kirche. |
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statements
Meinungen zur kirchlichen Kommunikation
Wie nutzen die beiden großen Kirchen
die Möglichkeiten, die ihnen Werbung, Internet, Zeitungen,
Architektur u.a. bieten? Acht Fachleute beurteilen die Kommunikationspolitik
der katholischen und evangelischen Kirche aus ihrer ganz persönlichen
Sicht. |
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über
die autoren
Kurze biographische Notizen
Die Macher von sinnstiftermag bedanken sich
für Beiträge, Mitarbeit, Engagement, und Meinung von Michael
Behrent, Wolfgang Stock, Michael Besel, Sabine Otto, Christian Brackmann,
Norbert Küpper, Angelika Wölk, Andrej Dedic, Theo Dierkes
und Peter Brdenk. |
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Sinnstiftermag
ist ein:
– Magazin, das dreimal im
Jahr über Kirche und Kommunikation reflektiert
– Projekt im Schnittbereich kirchlicher Öffentlichkeitsarbeit
und werblicher Kommunikation
– Radar zur Ortung interessanter Themen und Menschen im kirchlich-medialen
Umfeld. |
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Die dritte Ausgabe
von sinnstiftermag erscheint im
November 2006. Titel: Bekannt/Unbekannt. Was kann Kirche
von moderner Markenführung lernen?
Klicken Sie sich wieder ein! |
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Laut/Leise – Die verunsicherte
Kommunikation der Frohen Botschaft
Die zweite Ausgabe von sinnstiftermag
Nach dem überaus ermutigenden Echo auf
unsere Eröffnungsnummer legen wir mit dieser Ausgabe nach –
und hoffen weiter darauf, dass der sinnstifter Medien, Menschen
und Meinungen zusammenführt.
Wir haben prominente Medienmacher aus TV,
Radio, Internet, aber auch aus Außenwerbung und Architektur
befragt, wie sie in ihren Sparten die Öffentlichkeitswirkung
der Kirchen bewerten. Außerdem beleuchtet der Kommunikationsprofi
Michael Behrent, wie Medienarenen funktionieren und ab wann man
überhaupt von sinnhafter Kommunikation sprechen kann.
Um es kurz zu sagen: Es sind markante Sätze
dabei herausge-kommen. Und: Die meisten Experten äußern
sich verwundert darüber, wie zaghaft die Kirchen für ihre
Frohe Botschaft die ihnen verfügbare Medienmacht einsetzen.
Man könnte lauter sein, eindrücklicher, extrovertierter.
Bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil.
Ihre sinnstiftermag-Redaktion
Ihre sinnstiftermag-Redaktion |
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Text: Michael Behrent
Foto: pixelquelle.de |
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Michael Behrent
ist PR-Fachmann und Autor des Buches Campaigning – Werbung
in den Arenen der Öffentlichkeit“ |
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Foto:
photocase.de „Wer
die Medien als Kanzel versteht, hat die Medienarena nicht wirklich
verstanden.“ |
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Wir sind Papst! Wir sind Klinsmann!
–
Und was kommt dann? Wo ist der
Ort der Kirche in der Medienarena?
Millionen in Rom, Millionen auf den
Fanmeilen, Millionen (Milliarden!) vor den Fernsehern,
Millionen gespendet. Bilder, Sätze, Informationen, Dokumente,
Kommentare, Meinungen. Blut, Schweiß, Tränen. Umarmungen,
Küsse, Jubel, Trauer, ...
Eine einfache Regel des Kino- und Showgeschäftes
lautet „Bigger than life“. Nur was groß, überwältigend,
einmalig ist, weckt das Interesse der Massen. Eine einfache Regel
des Journalismus ist „Nähe“. Nur was einen direkten
Bezug zum Leser/Zuschauer hat, weckt sein Interesse.
„Bringe Größe in das Alltagsleben
der Menschen“ lautet die Erfolgsformel nach der vollzogenen
Fusion von Journalismus und Showgeschäft. Deutsche Bank, Tsunami,
Papst, Fußball – sicher ist, dass nach der gegenwärtigen
Erregungskurve die nächste folgt. Sicher ist, dass sich immer
neue Ereignisse finden, auf die sich die Erregung aufbauen lässt.
Sicher ist aber auch, dass für „Erfolg“ und „Misserfolg“
– also über Beachtung und Missachtung – allein
die Erregungsqualität zählt. Und nicht die Inhalte, Absichten,
„reale“ Bedeutung oder Relevanz.
* * * * *
Die Öffentlichkeit wird zur
Medienarena. „Medienarena“ ist ein bildhafter
Begriff. Seine analytischen Qualitäten sind begrenzt. Seine
Überzeugungskraft liegt gerade darin, dass er suggestiv klar
macht, welch spezifisch circensischen Charakter „Öffentlichkeit“
heute oft annimmt.
„Öffentlichkeit“ hatte immer
schon einen eher schlechten Klang bei den herrschenden Eliten. „Öffentlichkeit“
wird demnach gebildet aus Leuten, die kein Wissen, kein Verständnis,
keine Ahnung, keine Verantwortung haben. Zugleich hatte „Öffentlichkeit“
meist einen guten Klang bei den Vertretern der Unteren, bei den
Aufklärern, bei den Verteidigern der Gedemütigten, bei
den Revolutionären. Beide Perspektiven wiesen der „Öffentlichkeit“
ihren Rang in der gesellschaftlichen Sinnstiftung zu – entweder
negativ – Öffentlichkeit zerstört Sinn, oder positiv
– Öffentlichkeit schafft Sinn.
Aber was ist heute? Heute, wo jeder nach
Andy Warhols Bonmot eine viertel Stunde berühmt sein kann?
Themen und Ereignisse sind den Gesetzen der Medienökonomie
unterworfen. Der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit bestimmt alles.
Daher schaffen die Medien für bestimmte Themen und Ereignisse
„Arenen“, in denen sie den Ball zum laufen bringen.
Fernsehen, Tageszeitung, Internet – ob privat oder öffentlich-rechtlich,
alle machen mit. So schaffen sie gemeinsam Aufmerksamkeit, ergo
vergrößern sie das Publikum, ergo die Werbeeinnahmen.
Das fördert die Tendenz zur Verflachung. Aber der Wettbewerb
der Themen und Ereignisse zwingt das Publikum zugleich zur Entwicklung
seiner eigenen Urteilskraft. Hier liegt die Chance.
* * * * *
Aber wie macht das alles noch Sinn?
Denn auch die Metakommunikation gehört zu diesem Spiel: Sind
wir alle emphatischer und hilfreicher geworden? So fragten die Kommentatoren
der Qualitätsmedien nach der Tsunami-Spenden-Welle. Sind wir
alle gläubiger geworden, nach Tod und Wahl des Papstes? Sind
wir patriotischer geworden, während der Weltmeisterschaft?
Und so werden die Feuilletons weiter fragen, ohne letzte Antworten
zu geben.
Wer sich bei der Bewertung der Ereignisse
im wesentlichen auf die Beobachtung der Medien beschränkt,
wird diese Fragen nicht beantworten können. Wer die Medien
als Kanzel versteht, hat die Medienarena nicht wirklich verstanden.
Denn der „Sinn“ dieser Form der Kommunikation entsteht
nicht durch Verkündigung, sondern durch Beteiligung. Die Medien
sind Bühnen (und keine Kanzeln), die grundsätzlich jedem
offen stehen. Jeder, der eine dieser Bühnen betritt, muss sich
mit allen anderen, die die Bühnen betreten haben und betreten
werden, vergleichen lassen. Es ist effektiv nicht möglich,
dem Publikum etwas aufzuzwingen. Es ist aber effektiv möglich,
das Publikum zu interessieren – wenn ich als Akteur mich auf
das Publikum einlasse, es ernst nehme. Dann entsteht etwas Sinnvolles.
Schon der Begriff des „Publikums“
verleitet zu Fehldeutungen. Das Publikum vor den Bildschirmen, die
Menschen, die zu den Großevents strömen, sind nicht per
se Masse, sondern viele Einzelne, die, wenn es gut geht, eine Gemeinschaft
bilden, wenn es schlecht geht als Masse agieren. Aber zunächst
gibt es ein positives Potential. Sie kommen freiwillig. Sie zeigen
in ihrem Verhalten eine offene, positive Grundhaltung. Sie wissen,
dass sie auch wieder heimgehen werden, und dass dort das Leben weiter
geht. Wer mit dem Publikum kommunizieren will, muss es nicht als
Masse ansprechen, sondern als Gemeinschaft von Einzelnen. Er muss
beide Seiten im Besucher ansprechen: den Wunsch nach Außergewöhnlichem
und das Wissen um die Normalität. So entsteht Angemessenheit.
* * * * *
Die richtige Medienstrategie
ist daher eine Kommunikationsstrategie, die nicht nur die Medien
im Blick hat. Wer Sinn, Bedeutung, Nachhaltigkeit schaffen will,
darf nicht allein die Medienpräsenz im Sinn haben. Er muss
die Medien instrumentalisieren: Als Medium für die Kommunikation
mit anderen Menschen. Alles andere wird zum reinen Medienevent,
das in Vergessenheit gerät, bzw. dessen Eventcharakter in den
Vordergrund tritt.
So wirkt etwa die überraschende
Publizität der Institution des Papstes durchaus ambivalent.
Sie deckt Stärke der zentralen Symbole der katholischen Kirche
auf, aber auch ihre Schwäche im realen Leben. Denn wie geht
es weiter, wenn der Papst beerdigt, gewählt, der Jugendtag
beendet ist? Wer entwickelt die Beziehung zu Themen, Institutionen
und Personen im Alltag weiter?
Angesichts der unbestreitbaren Erfolge
und gesteigerten Aufmerksamkeit in den Medien dürfen sich die
Kirchen nicht täuschen: ihrer Kommunikation fehlt der Unterbau,
um die Erfolge nachhaltig zu machen. Von der (inneren) Beteiligung
der Menschen an einem Medienevent zur realen Beteiligung am kirchlichen
Leben ist es ein weiter Weg. Die Verknüpfung des Geschehens
in den Medienarenen mit der realen Erfahrung von Kirche vor Ort
kann nicht durch den Papst erfolgen. Um diese Verknüpfung zu
erreichen, muss die Kirche und ihre Repräsentanten zunächst
wissen, was sie von den Medien und dem Geschehen in den Medienarenen
hält. Zur Zeit scheint sie das Ganze aber eher mit Unwohlsein
zu betrachten.
* * * * *
Von der „Kirche im Dorf“
zur „Lindenstrasse“ führte
der Weg die Menschen im Fernsehzeitalter. Die Kirche muss zur Kenntnis
nehmen, dass die Medienthemen und Ereignisse die Themen sind, mit
denen sich die Menschen auseinandersetzen. Hier findet für
viele Menschen Orientierung statt. Kirchliche Kommunikation müsste
so gesehen nicht nur Seelsorge in Hinblick auf das konkrete Gemeindeleben
vor Ort, sondern auch permanente Medienkritik sein.
Doch um dazu fähig zu sein, müsste
die Kirche sich mit den medialen Inhalten auseinandersetzen und
sich in die Medien begeben, mit eigenen Themen und Personen. Dabei
wird sie dem zentralen Dilemma in der Medienarena nicht entgehen:
Hier genieße ich im Erfolgsfall zwar die Aufmerksamkeit, aber
ich habe nicht die Kontrolle, es geschieht etwas mit mir, das ich
nicht beliebig beeinflussen kann.
Das Bedürfnis nach Gemeindebildung
ist jedenfalls unabweisbar: Wir sind Papst, wir sind Deutschland,
wir sind Weltmeister – so sicher wie das Amen in der Kirche
werden wir alle demnächst zu einem weiteren Bekenntnis aufgefordert.
Es ist zu befürchten, dass nach all den Wohlfühlthemen
ein stark negatives Ereignis unsere Aufmerksamkeit beanspruchen
wird. Es gibt ein Gefühl, dass es nicht nur gut laufen kann.
Der Schrecken wird uns heimsuchen. Die Kirchen können versuchen,
in beiden Fällen dabei zu sein - wenn es gut läuft und
wenn es schlecht läuft. Sie müssen nur bereit sind, die
Ungewissheiten in der Medienarena zu akzeptieren. Der Rest ist Handwerk.
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Im Interview:
Prof. Dr. Wolfgang Stock
Foto: photocase.de |
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| Prof. Dr. Wolfgang Stock,
war zwei Jahrzehnte lang Top-Journalist, unter anderem
FAZ-Korrespondent in Bonn. Heute lehrt er über Kommunikation
an der (katholischen) Gustav-Siewerth-Akademie in Weilheim (Schwarzwald)
und der Europauniversität Viadrina (Frankfurt) und berät
als Partner der Firma RCC Public Affairs große Unternehmen
in Medienfragen. Jüngst wurde er als Verantwortlicher für
das Video-Podcast der Bundeskanzlerin bekannt. |
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Kirche fehlt
in der quoten-bringenden
TV-Unterhaltung
Interview mit Prof. Dr. Wolfgang Stock
Prof. Dr. Wolfgang Stock war zwei Jahrzehnte
lang Top-Journalist, unter anderem FAZ-Korrespondent in Bonn. Heute
lehrt er über Kommunikation an der (katholischen) Gustav-Siewerth-Akademie
in Weilheim (Schwarzwald) und der Europauniversität Viadrina
(Frankfurt) und berät als Partner der Firma RCC Public Affairs
große Unternehmen in Medienfragen. Jüngst wurde er als
Verantwortlicher für das Video-Podcast der Bundeskanzlerin
bekannt.
Wie nehmen Sie die beiden Volkskirchen im
Fernsehen wahr? Nehmen Sie sie überhaupt wahr?
Professor Stock
Ja, Kirche ist wieder wahrnehmbar
geworden, und das ist wichtig: Denn der Missionsauftrag der Kirchen
– und jedes einzelnen Christen – lässt sich in
einer Mediengesellschaft überhaupt nur durch Medien wie das
Fernsehen erreichen.
Unter diesem entscheidenden Blickwinkel
muss ich meine Antwort daher sogleich einschränken: allerdings
sind die Kirchen keinesfalls ausreichend wahrnehmbar. Im angeblich
informierenden Bereich des Fernsehens, also dem Spektrum von Nachrichten
bis zu Talkshows à la Christiansen, sehe ich die beiden großen
Kirchen derzeit recht gut vertreten: durch den Papst und TV-gerechte
evangelische Bischöfe wie Huber und Käsmann. Diese können
die Position ihrer Kirchen und vor allem auch die frohe Nachricht
des Evangeliums in diesem – freilich kleinem – Segment
des Fernsehens gut verbreiten.
Fehlt Ihnen Kirche in der TV-Darstellung?
Sehr oft! In meiner Aufzählung fehlten
eben bereits die deutschen katholischen Bischöfe. Ich sehe
derzeit keinen, der so profiliert wäre, dass er nach einem
Auftritt etwa bei "Christiansen" anschließend von
Freund und Feind als Gewinn der Diskussion angesehen würde.
Außerdem dürfen wir nicht vergessen,
dass es zwei Sphären im Fernsehen gibt: den unterhaltenden
Teil und den informierenden. Letztere ist klein und wird, auch im
öffentlich-rechtlichen, immer kleiner. Wirklich prägend
ist daher der brutal quoten-orientierte Unterhaltungsteil. Und dort
fehlt die Kirche und ihre Lehre total. Es ist erschreckend: In einem
Land wie Deutschland, in dem zwei Drittel zu einer christlichen
Kirche gehören und etwa zehn Prozent der Menschen vor dem Essen
beten, findet man selbst im öffentlich-rechtlichen Fernsehen
keine Fernsehserie, in der wenigstens eine Person erkennbar christlichen
Glauben praktiziert.
Selbst das Familien-Leitbild – in
erster Ehe verheiratetes, zusammenlebendes, heterosexuelles Paar
mit Kindern – ist bereits absolute Mangelware! Das Grimme-Institut
hat jüngst erschreckende Zahlen über das aus den TV-Serien
ableitbare Frauen-Leitbild des deutschen Fernsehens veröffentlicht:
Da geht es nicht mehr um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
– Familie wird praktisch nicht mehr vermittelt.
Was muss Kirche tun?
Fernsehen, und zwar dessen unterhaltender
Teil, ist für die riesige Mehrheit auch unserer Gesellschaft
zur werte-prägenden Kraft geworden. Wenn die Kirchen es nicht
schaffen, hier mit der frohen Botschaft und den dazugehörigen
Leitbildern erkennbar zu werden, versagt ihre gesellschaftliche
Kommunikation. Predigten, auch gesendete, oder Kirchenwochenzeitungen
reichen heute nicht.
Wer nicht im Fernsehen ist, den gibt es
in der Realität nicht. Es fehlt derzeit die Kraft und der politisch-gesellschaftliche
Einfluss – oder auch Macht – beider großer Kirchen,
sich im Sinne ihres Auftrages durchzusetzen. Das ist umso erstaunlicher,
als die Kirchen ja im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit
Aufsichtsräten vertreten sind. Was diese dort machen, ist mir
ehrlich gesagt ein Rätsel...
Im Sinne eines Martin Luther müssten
sie doch in jeder öffentlich-rechtlichen Gremien-Sitzung aufstehen
und fordern, dass die virtuelle TV-Welt zumindest der Realität
entspricht – also wenigstens die Hälfte aller Darsteller
halbwegs als Christen erkennbar sind.
Wie wirken die Protagonisten der Kirche,
wenn sie im TV zu sehen sind, ob in einer Talkshow, Serie, Doku,
im Krimi oder sonst wo?
Ich finde es bemerkenswert, dass die evangelischen
Landeskirchen mit den Bischöfen Huber und Frau Käsmann
zwei sehr gut wahrnehmbare, artikulationsfähige und sympathisch
erscheinende Führungspersönlichkeiten besitzen. Das ist
eine sehr gute Ausgangsposition für die Zukunft.
Die katholische Kirche hat dort eher ein
Problem: die wenigsten ihrer Bischöfe sind willens, im Fernsehen
aufzutreten und Flagge zu zeigen, und nicht jeder der wenigen, den
ich dort gesehen habe, würde ich als hilfreich ansehen.
Konstruktiv ausgedrückt: Die katholische
Kirche in Deutschland muss sich klar werden darüber, dass sie
mindestens einen gut wirkenden TV-Protagonisten benötigt, um
gesellschaftlich in die Breite wirken zu können. Es reicht
nicht, wenn der Papst mit der christlichen Theorie gesendet wird
– die Zielgruppe braucht auch die durch einen deutschen Bischof
vermittelte TV-Gewissheit, dass es einen Ansprechpartner in der
Kirche vor Ort gibt.
Kommt Kirche für viele, gerade Jugendliche,
nicht biedern und altbacken daher, zum Beispiel mit dem „Wort
zum Sonntag“?
Bieder und altbacken wäre mir ehrlich
gesagt viel lieber als die oft gehörten Geschichten aus dem
Alltag, in denen ich Wort und Lehre von Jesus Christus vermisse.
Ich sehe hier einen grundlegenden Fehler, und zwar sowohl aus theologischer
Sicht als auch aus der von Kommunikations- oder Werbeprofis: Die
Kirche Jesu Christi muss von ihrem einzigartigem Vorbild reden,
von Jesus, dem
Auferstandenen.
Das ist der kirchliche Auftrag, das ist
aber auch die Forderung aus werblicher Sicht – den USP –
unique selling proposition – herausstellen. Unter diesen beiden
Gesichtspunkten – und jeder alleine
reicht bereits! – dürften viele Wörter zum Sonntag
nicht gesendet werden...
Welche der beiden großen Kirche kommt
Ihrer Meinung nach im TV besser weg, welche ist stärker präsent
und warum?
Keine der Kirchen kommt halbwegs im Unterhaltungsteil
ausreichend vor – das ist leider das entscheidende. Wenn Kirche
im gesellschaftlichen Leitmedium Fernsehen nicht erkennbar ist und
dieses nicht prägen kann, steht sie in der Mediengesellschaft
auf langfristig verlorenen Posten!
Warum glauben Sie haben Ereignisse wie die
Wahl von Benedikt XVI und der Weltjugendtag im letzten Jahr eine
so starke Medienwelle ausgelöst?
Weil die Menschen sich nach Vorbildern,
nach Wert- und Sinnvermittlung sehnen. Selbst wenn sie diesen Vorbildern
und deren Werten nicht sofort oder nicht vollständig folgen
– sie suchen danach.
Wie kann Kirche diesen „Spirit“,
diese Euphorie am Leben erhalten und für sich auf lange Sicht
nutzen?
Indem sie Zielgruppen spezifisch und mit
den richtigen, das heißt heute: fernsehtauglichen Gesicherten
anspricht – wie schon die Apostel "den Griechen ein Grieche,
den Juden ein Jude" waren – aber in der "Message"
klar, unverfälscht und eindeutig bleiben!
Als vor einigen Jahren sich die deutschen
Bischöfe zur Herbstkonferenz zusammen trafen, wurde darüber
kaum berichtet. Als Kardinal Dyba auf dieser Veranstaltung fast
von einem Blitz getroffen wurde, berichteten alle großen Sender
darüber. Was sagt das Ihrer Meinung nach über die kirchliche
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und das Agenda-Setting aus?
Was kann Kirche daraus für ihre TV-Öffentlichkeitsarbeit
lernen?
Nachrichten "verkaufen" sich
heutzutage fast nur noch personalisiert. Das aber ist vielen katholischen
Würdenträgern ein Greuel – was sie sehr sympathisch
macht. Aber dennoch müssen wenigstens ein oder zwei von ihnen
über ihren Schatten springen und TV-Bischöfe werden! Bischof
Dyba war auch insofern berichtenswert, weil er in einem aufrecht-auffälligen
Sinne Rom-treu war. Das war berichtenswert...
Wie beurteilen Sie generell die kirchliche
Öffentlichkeitsarbeit, speziell gegenüber den TV-Sendern?
Ich habe keine Einblicke in die Strukturen,
ich kann nur vom Ergebnis ausgehen. Und das betrachte ich als erschütternd
– bei den beiden großen Kirchen, weil sie trotz Größe,
Macht (Fernsehräte) und Kirchensteuern sehr wenig erreichen.
Und bei den sehr erfolgreichen kleinen und freien Kirchen, weil
sie trotz ihrer Erfolge in den Gemeinden medial nicht wahrnehmbar
sind.
Was muss in der kirchlichen TV-Darstellung
und Öffentlichkeitsarbeit dringend besser werden?
Wenn in unserer hoch spezialisierten Gesellschaft
kommunikative Schlüsselfunktionen in Zweit- oder Drittverwendung
wahrgenommen werden, wenn also ein Bischof oder Pfarrer nebenbei
noch Medienarbeit macht, dann kann das nicht gut gehen.
Was würden Sie den beiden großen
Kirchen in punkto TV empfehlen?
Zunächst: Den Mut finden, sich den
Herausforderungen der Mediengesellgesellschaft zu stellen. Dann:
Spezialisten engagieren, um die frohe Nachricht von Jesus Christus
zielgruppenorientiert und mediengerecht verbreiten zu können
– das muss nicht viel Geld kosten – es gibt genügend
Christen, die dies als Berufung empfinden würden.
Glauben Sie?
Selbstverständlich, an den dreieinigen
Gott der Bibel.
Sind Sie in der Kirche?
Ja, ich bin mit meiner Familie Mitglied
der selbstständig evangelisch-lutherischen Kirche – SELK
– und sehr glücklich dort. |
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Welche
„Lautstärke“ trauen sich die Kirchen in den
Massenmedien zu?
Was sagen Profis für Außenwerbung
zu kirchlichen Schaukästen? Was denken eine Journalistin und
ein Zeitungsdesigner über Kirchen-Zeitungen? Was fällt
Internetexperten auf, wenn sie das Stichwort „Kirche“
googeln? Acht Fachleute geben Antwort. |
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STATEMENT
ARCHITEKTUR
Peter Brdenk, Architekt
„Das Verhältnis derer, die einen
architektonisch herausragenden modernen Kirchenbau gegebenenfalls
mit ebenso herausragenden künstlerischen Zusätzen bildender
Künstler erkennen oder besichtigen wollen, ist wahrscheinlich
gering ...“ |
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STATEMENT
BISTUMSZEITUNGEN
Norbert Küpper, Zeitungs-Designer
„Durch Leserforschung ist bekannt,
dass das Abonnement der Kirchenzeitungen eng an den Gottesdienstbesuch
gekoppelt ist. Die Anzahl der Gottesdienstbesucher ist seit vielen
Jahren rückläufig - und genau so ist es mit den Auflagen
der Kirchen-Zeitungen ...“ |
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STATEMENT
BISTUMSZEITUNGEN
Angelika Wölk, Redakteurin
„Vieles hat mich tatsächlich
überrascht. Beim Thema Kirchenzeitung steigt normalerweise
der Puls nicht wirklich an. Aber einige Blätter machen wirklich
Lust aufs Lesen ...“ |
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STATEMENT
INTERNET
Christian Brackmann, Kommunikationsdesigner
„Religiösität und kirchlicher
Glaube werden primär durch ein familiär-soziales Umfeld
vermittelt - diese Prägung führt zu entsprechendem Interesse
und Engagement ...“ |
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STATEMENT
INTERNET
Michael Besel, Projektleiter E-Business
„Kirche im Internet ist omnipräsent.
26 Millionen Internetseiten fördert Google unter dem Stichwort
"Kirche" zutage. Unzählige Kirchen und religiöse
Gemeinschaften betreiben Websites, um ihre Klienten anzusprechen,
mit ihnen zu kommunizieren ...“ |
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STATEMENT
KLEIDUNG
Sabine Otto, Fotografin
„Kleidung hat drei Aufgaben. Sie schützt
vor der Witterung und unerwünschten Blicken, zudem dient sie
dem Menschen als Kommunikationsmittel. So gibt es zum Beispiel in
der Schwarzwälder Tracht den so genannten Schäppel ...“ |
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STATEMENT
RADIO
Theo Dierkes, Religionsredakteur
„Die Kirchen haben im öffentlich-rechtlichen
Rundfunksystem in Deutschland eine privilegierte Stellung. Die Sender
müssen ihnen – und außer ihnen nur noch den jüdischen
Kultusgemeinden – Sendezeit für Andachten und Gottesdienste
einräumen. ...“ |
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STATEMENT
SCHAUKÄSTEN
Andrej Dedic, Geschäftsführer
„Die Werbeindustrie ist aufgrund des
Wettbewerbdrucks in der Industrie zu Innovationen und Verbesserung
bestehender Systeme gezwungen. Daher muss sie folglich alles Althergebrachte
...“ |
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| Text: Peter Brdenk |
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| Peter Brdenk, Dipl.
Ing. Architekt BDA. Seit 1998 im Vorstand Vorstand des Bund
Deutscher Architekten BDA Essen. |
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„Wie schöpft Kirche aus
Ihrer Sicht die Möglichkeiten und Chancen der Architektur aus?“
Das Verhältnis derer, die einen architektonisch
herausragenden modernen Kirchenbau mit ebenso herausragenden künstlerischen
Zusätzen erkennen oder besichtigen wollen, ist wahrscheinlich
gering. Eher ist man angetan von den überdimensionierten Gotteshäusern
aus der Zeit der Gotik, die sich zweifelsohne auch bemerkbarer machen.
Verständlich, meint man, da ja eine
Kirche zunächst kein Museum ist, sondern andere Aufgaben erfüllen
soll. Vielleicht liegt aber gerade dort eine Chance, das Bewusstsein
für Kirchengebäude zu schärfen und erkennbar zu machen
und so mehr Menschen in Kirchen zu locken.
Längst ist Architektur –
das zeigen die Bauwerke von Stararchitekten wie Gehry, Foster oder
Libeskind – zum „Menschen-Magneten“ geworden.
Architektur kann dazu beitragen, Kirche neu zu erleben. Das zeigen
die großen historischen Kirchenbauten bis heute auf eindringliche
Weise. Den modernen, oftmals profan gebauten Kirchen fehlt diese
architektonische Anziehungskraft meist gänzlich.
Architektur heißt, den Ursprung ins
Werk setzen. Hier muss neuer Ursprung entstehen, um ihn behutsam
in altes Werk zu setzen.
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Text: Norbert Küpper
Foto: Die Presse Zötl |
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| Norbert Küpper,
studierte Grafik-Design in Düsseldorf. 1984 gründete
er das Büro für Zeitungs-Design und war einer der
ersten Designer in Europa, der sich auf Zeitungs-Design spezialisierte.
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„Was ist für Sie aus gestalterischer
Sicht bemerkenswert an diesen ausgewählten Bistumszeitungen?“
Durch Leserforschung ist bekannt, dass das
Abonnement der Kirchenzeitungen eng an den Gottesdienstbesuch gekoppelt
ist. Die Anzahl der Gottesdienstbesucher ist seit vielen Jahren
rückläufig - und genau so ist es mit den Auflagen der
Kirchen-Zeitungen. Die Abonnenten der Kirchenzeitung haben eine
extrem enge Bindung zu ihrer Kirche. Die Leserschaft vieler Kirchenzeitungen
ist im Durchschnitt 60 Jahre alt.
Forschungen des Instituts Allensbach im Auftrag
der MDG (Mediendienstleistungsgesellschaft, München) belegen,
dass es durchaus eine jüngere Zielgruppe für die Kirchenpresse
gibt, z.B. bei jungen Familien. Darum gibt es seit einigen Jahren
gestalterische und inhaltliche Veränderungen bei Kirchenzeitungen.
Da ich Zeitungsdesigner bin, betrachte ich
die Zeitungen eher aus gestalterischer Sicht.

Passauer Bistumsblatt,
26. März 2006
Mit dem Titelbild spricht man eher die älteren Abonnenten an,
der Schriftzug ist etwas gesperrt und hat eine Schattenkante. Hier
fehlt der Aufmacher, der zum Blättern animiert. Bei den Innenseiten
ist auffallend, dass die Grundschrift groß genug ist und die
Bilder meist zu klein.

Der Dom, 2.
April 2006
Das Titelbild füllt die gesamte Seite aus. Man hat je nach
Motiv Probleme, den Zeitungskopf zu lesen, weil er sich nicht vom
Untergrund abhebt. Darum: Kopf auf ruhigen Untergrund stellen. Bei
Innenseiten ist auffallend, dass große Textstücke wenig
unterbrochen werden. Vorspänne und Bildtexte sind kursiv –
das ist schlecht lesbar. Die Überschriftentype wirkt recht
modern.

Kirchenzeitung
für das Erzbistum Köln, 24. März 2006
Das Titelbild ist ein Werk von Salvador Dali, wie man der Seite
zwei entnehmen kann. Dort wiederum wird auf den Artikel auf Seite
17 verwiesen. Das zeigt die Denkweise, dass nämlich die Leser
sowieso Abonnenten sind und dass man als Titelbild was nettes nehmen
sollte. Man sollte besser journalistisch denken: was ist das interessanteste
Thema in dieser Ausgabe, was können wir am Besten bebildern.
Man würde dann ein Bild und eine große Headline auf die
Titelseite stellen. Die Innenseiten wirken eng gefüllt mit
Text. Mehr Zeilenabstand wäre für die Lesbarkeit sehr
wichtig. Insgesamt konzentriert man sich offenbar auf die vorhandenen
Abonnenten und denkt nicht an die Gewinnung neuer Zielgruppen durch
modernere Gestaltung und modernere Inhalte.

Der Sonntag
- für das Erzbistum Limburg, 26. März 2006
Die Zeitung wirkt für den Außenstehenden deutlich wichtiger,
weil sie nicht im halben sondern im vollen Format erscheint. Sie
erhebt damit den Anspruch, eine echte Wochenzeitung zu sein. Die
Gestaltung ist locker, leicht und damit sonntäglich entspannt.
Die Aufmacher-Überschrift heißt: "Darf man mit Weizen
heizen?" Im Text heißt es "Wir brauchen Brot für
die Welt und nicht für den Ofen". Bei diesem zufällig
gefundenen Beispiel sieht man, dass die Redaktion ihr Themenspektrum
deutlich erweitert hat und Alltagsprobleme mit Glaubensfragen in
Verbindung bringt. Innovativ ist außerdem, dass diese Zeitung
zur Verlagsgruppe Bistumspresse gehört. In dieser Gruppe arbeiten
derzeit neun Kirchenzeitungen zusammen. Beim Blättern sieht
man einen sehr guten Bildeinsatz. Auch hier wird darauf geachtet,
dass man nicht zu kirchenintern und nicht zu weltlich daher kommt.

Kirche + Leben,
26. März 2006
Diese Zeitung erscheint ebenfalls im vollen Format. Sie hat beim
European Newspaper Award einen Preis für die Typografie bekommen.
Die Grundschrift ist sehr gut lesbar, der Bildeinsatz ist okay.
Wie beim Sonntag aus Limburg hat man sich auf den Weg gemacht, eine
moderne Kirche, die in der Gegenwart agiert, in einem Printmedium
darzustellen.

Der Sonntag,
Wien, 26. März 2006
Die Titelseite dieser Ausgabe wirkt durch das Bild und die Aufmacher-Überschrift
recht aggressiv. In dieser kleinformatigen Zeitung findet man oft
eine aggressive Bildsprache, auch auf Innenseiten. Die Doppelseite
in der Heftmitte mit dem Evangelium, den Lesungen und dem "Wort
zur Schrift" sind durch die Bildsprache sehr jugendlich. In
vielen Pfarren wird man diese Doppelseite in den Schaukasten hängen.
Die Überschriftentype "Bureau Grotesque" ist sehr
modern. Man tut also sehr viel, um eine junge Zielgruppe von Nichtabonnenten
anzusprechen.

Chrismon Plus
5/2006
Insgesamt ein hochprofessionell gemachtes Magazin. Gleichzeitig
fragt man sich manchmal, wie stark der Absender sich tarnen will.
"Wann werden Ihnen Gäste lästig?" wird auf einer
Seite behandelt. "Ball war sein erstes Wort" über
Kinder, die Fußballtalente sind. Der Untertitel: "Das
evangelische Magazin". Bei Chrismon sehe ich eine zu weite
Abwendung von dem, was eine Kirchenzeitung transportieren soll.
Lebenshilfe, Unterhaltung, Lifestyle - man kann eine Kirchenzeitung
damit anreichern. Man sollte aber das eigene Motto - die erklärende
Unterzeile – klar definieren und als Richtschnur für
die Findung unverwechselbarer Inhalte nehmen.
Erwähnenswert ist noch, dass ich das
Grundlayout für die beiden Zeitungen mit dem Namen Der Sonntag
gemacht habe, also Verlagsgruppe Bistumspresse und Der Sonntag in
Wien. Aber das wird ja bei beiden Titeln vor allem inhaltlich sehr
gut ausgefüllt. |
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Text: Angelika Wölk
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| Angelika Wölk,
ist Politik-Redakteurin bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung
(WAZ). |
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„Wie beurteilen Sie Kirchenzeitungen
aus journalistischer Sicht?“
Vieles hat mich tatsächlich überrascht.
Beim Thema Kirchenzeitung steigt normalerweise der Puls nicht wirklich
an. Aber einige Blätter machen wirklich Lust aufs Lesen. Chrismon
ist so ein Beispiel. Man merkt, dass da hochmotivierte Redakteure
am Werke sind. Chrismon ist eigentlich nicht nur Kirchenzeitung.
Das ist ein anspruchvolles Magazin für Leser und Leserinnen,
die gute Geschichten lesen wollen, Neues aus Ihrer Kirche suchen
und viele Anregungen – und das alles ist äußerst
unterhaltsam aufbereitet, mit tollen, großformatigen Fotos,
flotten Zeilen und modernem Layout. Hier nutzt Kirche wirklich Ihre
Chance, viele Menschen erreichen zu können.
So gut sind nicht alle Kirchenblätter
gemacht. Das Bamberger „Heinrichsblatt“ besticht nicht
gerade durch ein flottes Layout. Es kommt etwas altbacken daher.
Wenn man darin blättert, malt man sich automatisch das Bild
von älteren, ziemlich frommen Lesern und Leserinnen. Man kann
sich kaum vorstellen, dass junge Leute da reingucken.
Insgesamt versuchen aber fast alle
Zeitungen, moderne Layout-Regeln zu beachten und gute Geschichten
zu bringen. Da hat sich viel getan in den vergangenen Jahren. Vor
allem beim Essener Ruhrwort fällt der Wandel vom betuchlichen
Kirchenblatt zur gut gemachten Zeitung auf. Weiter so, kann man
nur wünschen.
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Text: Christian Brackmann
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| Christian Brackmann,
Diplom Kommunikationsdesigner, arbeitet als freischaffender
Designer und Künstler in Essen. |
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„Welche Chancen bietet das Internet
den beiden großen Kirchen in Deutschland?“
„Religiösität und kirchlicher
Glaube werden primär durch ein familiär-soziales Umfeld
vermittelt - diese Prägung führt zu entsprechendem Interesse
und Engagement. Der Besuch spezifischer Sites wird von daher eine
nachgeschaltete Aktion zu Informationszwecken sein - es wird in
den seltensten Fällen eine Initialisierung stattfinden, zumal
die zu initialisierende Zielgruppe sich auf den Präsenzen zumeist
nicht einfinden wird. Ich denke nicht, dass eine intensivere Nutzung
der neuen Medien durch die Kirchen wesentlich zur Verbreitung der
jeweiligen Glaubenslehren beitragen wird. Kirche-Online wird daher
trotz allem ein Nischenprodukt bleiben.“ |
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Text: Michael Besel
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Michael Besel,
geboren 1969, studierte in Bern und Zürich
Kommunikationswissenschaften, Politikwissenschaften und Geschichte.
Heute ist er Projektleiter im Bereich E-Business bei den Basler
Versicherungen. |
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„Wie beurteilen Sie die Websites
www.ekd.de und www.katholisch.de?“
Kirche im Internet ist omnipräsent.
26 Millionen Internetseiten fördert Google unter dem Stichwort
"Kirche" zutage. Unzählige Kirchen und religiöse
Gemeinschaften betreiben Websites, um ihre Klienten anzusprechen,
mit ihnen zu kommunizieren. An prominenter Stelle tun dies die evangelische
und die katholische Kirche Deutschlands ebenso mit Webportalen.
Sowohl www.ekd.de
als auch www.katholisch.de
betreiben umfassende Websites, die dem thematischen Pluralismus
und der organisatorischen Vielfalt ihrer Glaubensgemeinschaften
Rechnung tragen. Von ihrer Anlage her stellen die beiden Webportale
offene kirchliche Netzwerke dar, die für ihre Kundschaft eine
bedeutende Koordinationsfunktion wahrnehmen. Sie sind Startpunkte
für Surfer auf der Suche nach kirchlichen und religiösen
Themen.
Beide Webportale präsentieren sich den
Nutzern im Stil eines Nachrichtenportals: Klassisches dreispaltiges
Layout mit Navigation, Inhalt und Serviceleiste. Aktualitäten
nehmen auf der Einstiegsseite viel Raum ein. Und der aus aktuellem
Anlass im Juni 2006 allgegenwärtige Fussball fehlt auf beiden
Portalen nicht.
www.ekd.de überzeugt durch eine schlichte,
angenehme Gestaltung. Die Inhalte werden über eine klar strukturierte
Navigation zugänglich gemacht. Besonders erwähnenswert
sind die Bemühungen, eine barrierefreie Website zu publizieren.
www.katholisch.de macht einen überladenen,
man ist geneigt zu sagen chaotischen Eindruck. Die unzähligen
visuellen Elemente auf der Startseite überfordern die Nutzer.
Die eigentliche Navigation geht dabei fast unter. Ob dies nachteilig
ist, sei angesichts der unklar strukturierten, in ihrem Aufbau immer
wieder ändernden Navigationsleiste dahingestellt.
Beiden Portalen gemeinsam ist ihre stark
ausgeprägte Informationsorientierung. Sie richten sich an ein
kirchlich engagiertes Publikum oder zumindest an Nutzer mit klaren
Recherchezielen. Die Inhalte sind stark auf institutionslastige
Wissensvermittlung fokussiert und damit anbieterorientiert. Die
beiden Websites erfüllen demzufolge den Informationsauftrag
ihrer jeweiligen Trägerschaft. www.ekd.de bedient sich dabei
teilweise aktueller Techniken und Formen wie Podcasts oder RSS-Feeds.
Auf der Strecke bleibt der nutzerorientierte
Zugang zu religiösen Fragen. Die Inhalte und deren Zugänglichkeit
sind kaum zielgruppenspezifisch aufbereitet. Interaktions- und Dialogmöglichkeiten
beschränken sich auf Foren und einige Chat-Angebote.
Im Medium Internet wären mehr Dialogmöglichkeiten
denkbar. Die Zeiten des Informationskonsums liegen hinter uns. Contribution,
Mitgestaltung, steht heute im Zentrum neuer Webangebote. Wann beginnen
kirchliche Würdenträger zu bloggen und laden damit die
Nutzer zu einem ständigen Diskurs ein? Lassen sich Predigten
über Internet nicht nur als monologischen, sondern als offenen
dialogischen Prozess gestalten? Mitgestaltet von Internetnutzern?
Wird es virtuelle Gebetsräume geben? Oder Internet-Seelsorge
per SMS. Undenkbar?
Hier würden sich unzählige Möglichkeiten,
neue Formen religiöser Kommunikation einzusetzen, geradezu
anbieten. Hat man doch mit dem niederschwelligen Kommunikationsmedium
Internet ein Instrument zur Hand, um im Cyberspace soziale Prozesse
und virtuelle Gemeinschaften entstehen zu lassen, die durchaus und
hoffentlich sinnstiftend für reale wirken können. |
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Text: Sabine Otto
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| Sabine Otto, Jahrgang
1974, hat Kommunikationsdesign studiert, Studienschwerpunkt
Fotografie. Das Thema ihrer 2006 eingereichten Diplomarbeit:
"Unisono – über die Freude, Teil eines Ganzen
zu sein". |
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„Was kann religiöse Kleidung
leisten?“
Kleidung generell hat drei Aufgaben. Sie
schützt den Menschen vor der Witterung und unerwünschten
Blicken, zudem dient sie ihm als Kommunikationsmittel. So gibt es
zum Beispiel in der Schwarzwälder Tracht den so genannten Schäppel.
Diese üppig gestaltete bis zu 3,5 Kilo schwere Brautkrone signalisierte
den jungen Herren im Schwarzwald: Ich bin konfirmiert, somit im
heiratsfähigen Alter und außerdem noch nicht vergeben.
Doch nicht nur als Einzelner wie das geschlechtsreife
Mädchen im “Balzritual" sondern auch als Gruppe
kommuniziert der Mensch durch zeichenhafte, in diesem Fall meist
einheitliche Kleidung. So unterschiedlich diese Gruppierungen auch
sind – das Phänomen der gemeinsamen Kleidung findet man
in religiös motivierten Gruppierungen ebenso wie in sportlich
motivierten oder auch aus sexuellen Beweggründen gebildeten
Gruppierungen.
In einem gleichen sich alle: Durch ihre gemeinsame
Kleidung vertreten sie nach außen eine gemeinsame Haltung
und treten als Einheit auf, intern bietet die gemeinsame Kleidung
einen Raum zu Ausleben gemeinsamer Rituale und weist den einzelnen
Mitgliedern ihren jeweiligen Platz innerhalb der Gruppe zu.
Ein gutes Beispiel dafür sind
die Trachten der christlichen Religion. Es handelt sich bei ihr
um eine exoterische, also eine nach außen gewandte Religion,
sprich: die Gläubigen suchen nicht wie die Esoteriker etwas
Göttliches in sich selbst, sondern verehren einen Gott als
externe Instanz. Dementsprechend sind rituelle Handlungen und damit
auch die religiöse Kleidung von hoher Bedeutung.

Das Erscheinungsbild durch einheitliche religiöse
Kleidung ist ein gezielt eingesetztes gestalterisches Konzept. Eine
Gruppe Ministranten beispielsweise wird von jedem Außenstehendem
als solche identifiziert, doch die vielfältigen Bedeutungen
von Schnitten, Farben und gewählten Accessoires sagen nur Eingeweihten
etwas. So sind Franziskaner vom Heiligen Kreuz in Wied bei Frankfurt
(siehe Foto) auch für Außenstehende eindeutig als Mönche
identifizierbar.
Die Schlichtheit und Schmucklosigkeit der
braunen Kutte lassen auf einen Orden schließen, der besonderen
Wert auf das Armutsgelübde legt. Das dreimal geknotete Seil
weckt Assoziationen an die Dreieinigkeit, aber auch an das Mönchsgelübde.
In seinen drei Grundzügen Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit
wird es von allen Orden verlangt. In seiner Schlichtheit, verknüpft
mit so vielen Deutungen ist das dreimal geknotete Seil der Franziskaner
eine ganz hervorragende Infografik.
Auch wenn bei vielen die Kenntnis der
katholischen Lehren und Gebräuche begrenzt ist, kann man dank
normaler Allgemeinbildung viel daraus lesen. Durch derart gestaltete
Accessoires bezieht die Ordenstracht Außenstehende in ihre
Kommunikation und vielleicht in ein Gespräch mit ein.
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Text: Theo Dierkes
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| Theo Dierkes, 45,
ist Religionsredakteur im WDR-Hörfunk (besonders WDR 5),
zuständig für die Berichterstattung im „Diesseits
von Eden“ über Geschehnisse in allen Religionen. |
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„Wie nutzt Kirche das Medium
Radio?“
Die Kirchen haben im öffentlich-rechtlichen
Rundfunksystem in Deutschland eine privilegierte Stellung. Die Sender
müssen ihnen – und außer ihnen nur noch den jüdischen
Kultusgemeinden – Sendezeit für Andachten und Gottesdienste
einräumen. Und die inhaltliche Verantwortung für diese
Sendungen liegt ausschließlich bei ihnen.
Beide Kirchen nehmen diese Chance unterschiedlich
wahr. Die Katholische tritt im Hörfunk auf, als hätte
dieses Medium vorrangig den Zweck, die kirchliche Botschaft und
das Evangelium zu verkündigen. Die Botschaft ist wichtiger
als der Hörende. Deswegen richtet sich der katholische Verkündiger
weniger nach dem Hörenden. Dagegen reflektiert die evangelische
Kirche mehr über das Medium und überprüft intensiver
ihre Wirkung. Ihre im Vergleich wortmächtigeren Prediger stehen
dennoch in der Gefahr, sich zu sehr an Radiowelle und damit an die
Hörenden anpassen zu wollen. Die Deutlichkeit der Botschaft,
etwa in der Rede von Gott, Schuld und Sünde, Tugend und Laster
geraten auf evangelischer Seite eher in Gefahr. |
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Text: Oliver Uschmann
Foto: Holger Kuntze
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| Oliver Uschmann,
geboren 1977, ist Schriftsteller. 2005 erschien sein Debütroman
„Hartmut und ich“. |
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„Wie schöpft aus Ihrer
Sicht die Kirche die Möglichkeiten und Chancen des Mediums
Schaukasten aus?“
Die Werbeindustrie ist aufgrund des Wettbewerbdrucks
in der Industrie zu Innovationen und Verbesserung bestehender Systeme
gezwungen. Daher muss sie folglich alles Althergebrachte ständig
hinterfragen. Dies sieht die Kirche in punkto Werbung nicht unbedingt
als ihre Aufgabe und stellt daher auch nicht solche Fragen, wie
es Werbetreibende tun.
Die Institution Schaukasten, die ein bisher
ruhiges und gemächliches Leben an der Mauer der Kirchen hatte,
wird nun plötzlich durch Fragen zu ihren Chancen und Möglichkeiten
als Außenwerbemedium aus ihrem Schlaf gerissen und reibt sich
verwundert die Augen.
Wofür werden Schaukästen an Kirchen
genutzt? Mir scheint, die meisten geben ein Sammelsurium von verschiedenen,
oftmals lieblos angehefteten Informationen wider, die zwar die grobe
Linie kirchlicher Inhalte vorgeben, ansonsten aber so unterschiedlich
sind wie die Architektur der Kirchen selbst.
Ich glaube, dass – sollte Kirche endlich
und wirklich professionelle Außenwerbung machen wollen –
der Schaukasten nur ein kleiner Teil eines großen Konzeptes
sein kann. Denn die Zielgruppe der Schaukästen ist eingeschränkt
und besteht größtenteils nur aus interessierten Passanten,
die am Kirchenleben bereits teilnehmen, oder aus Touristen, die
an Besichtigungsterminen interessiert sind.

Ziel der Kirche müsste es aber sein,
die sehr große Gruppe der „verlorenen Schafe,“
die zwar feuchte Augen beim Papstbesuch hatte, aber denen der Bezug
zur Kirche seit langer Zeit abhanden gekommen ist, in ihre Gemeinschaft
zurückzuholen. Dafür sollte die Kirche sich auch nicht
zu schade sein, Außenwerbung einzusetzen.
Diese „Ausreißergruppe“
ist Werbebotschaften gegenüber aber oftmals abgehärtet,
sehr mobil und nur schwer durch klassische Werbemedien und Aussagen
zu erreichen und zu beeindrucken. Aber Werber wären nicht Werber,
wenn sie nicht innovative und kreative Lösungen für die
Kirche finden würden.
Bis dahin aber kann sich der Schaukasten
wieder hinlegen und ein wenig weiter schlafen, angekuschelt an die
warme, sonnige Wand der Kirche. |
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titelstory
Michael Behrent
Verheiratet, 2 Kinder, geboren 1957, aufgewachsen
in Duisburg, Studium der Philosophie und Germanistik in Köln
und Frankfurt, Dramaturg am Schauspiel Frankfurt, PR-Berater bei
Leipziger & Partner, Gründungsgesellschafter der Ahrens
& Behrent Agentur für Kommunikation GmbH (1993 bis 2001).
Nach einem Sabbatical Gründung von Script corporate + public
communication GmbH Ende 2002, Beratungsschwerpunkt Unternehmenskommunikation.
Verschiedene Veröffentlichungen, Vortragstätigkeit und
gelegentliche Lehrtätigkeit, langjährige Mitarbeit im
Netzwerk Wirtschaftsethik. |
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STATEMENT
Peter Brdenk
Peter Brdenk, Dipl. Ing. Architekt, Jahrgang
1959, ist Vorstandsmitglied im Bund Deutscher Architekten BDA Essen.
Seit 2001 ist er Licht-koordinator der Stadt Essen. 2002 war er
Gründungsmitglied des Forum Kunst und Architektur in Essen.
Brdenk ist Mitglied im Kulturbeirat der Stadt Essen und der Jury
„Kunst im öffentlichen Raum“ der Stadt Essen. |
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STATEMENT
Peter Brdenk
Peter Brdenk, Dipl. Ing. Architekt, Jahrgang
1959, ist Vorstandsmitglied im Bund Deutscher Architekten BDA Essen.
Seit 2001 ist er Licht-koordinator der Stadt Essen. 2002 war er
Gründungsmitglied des Forum Kunst und Architektur in Essen.
Brdenk ist Mitglied im Kulturbeirat der Stadt Essen und der Jury
„Kunst im öffentlichen Raum“ der Stadt Essen. |
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STATEMENT
Norbert Küpper
studierte nach einer Ausbildung zum Schriftsetzer
Grafik-Design in Düsseldorf. 1984 gründete er das Büro
für Zeitungs-Design und war einer der ersten Designer in Europa,
der sich auf Zeitungs-Design spezialisierte. 1999 rief Norbert Küpper
den European Newspaper Award ins Leben. Nach den Anschlägen
auf das World Trade Center im Jahre 2001 stellte er in der Wanderausstellung
"11. September – ein Tag verändert die Welt"
die Titelseiten von 500 Zeitungen aus aller Welt zusammen. Norbert
Küpper hat bis heute mehr als 80 Zeitungen in Europa beraten
und mehrere Bücher zum Thema Zeitungs-Design veröffentlicht. |
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STATEMENT
Angelika Wölk
Jahrgang 1953, ist Politik-Redakteurin bei
der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ). Sie beobachtet –
selbstverständlich streng ökumenisch – auch die
beiden großen Kirchen und alles, was das Führungspersonal
Gottes auf Erden so treibt. |
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STATEMENT
Christian Brackmann
Christian Brackmann, 38, Diplom Kommunikationsdesigner,
arbeitet als freischaffender Designer und Künstler in Essen.
Zusammen mit seiner Frau Katrin betreibt er das Unternehmen und
Label oz. |
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STATEMENT
Michael Besel
geboren 1969, studierte in Bern und Zürich
Kommunikations-wissenschaften, Politikwissenschaften und Geschichte.
Heute ist er Projektleiter im Bereich E-Business bei den Basler
Versicherungen. Die Basler Versicherungen wurden 2004 für ihre
"passgenau auf den Benutzer zugeschnittene" Website mit
dem renommierten IF Communication Design Award ausgezeichnet. |
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STATEMENT
Sabine Otto
Jahrgang 1974, hat Kommunikationsdesign
an der HAW in Hamburg studiert, Studienschwerpunkt Fotografie. Das
Thema ihrer 2006 eingereichten Diplomarbeit: "Unisono –
über die Freude, Teil eines Ganzen zu sein". Die Fotos
ihrer Diplomarbeit waren unter anderem im Museum der europäischen
Kulturen in Berlin zu sehen, außerdem erhielt sie dafür
besondere Anerkennung beim Lucky Strike Junior Designer Award 2006
durch die .Raymond Loewy Foundation. Sabine Otto war von 2002 bis
2004 Art Directorin auf dem Kreuzfahrtschiff MS EUROPA, seit 2005
arbeitet sie als freiberufliche Fotografin für Verlage und
Werbeagenturen. |
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STATEMENT
Theo Dierkes
45, ist Religionsredakteur im WDR-Hörfunk
(besonders WDR 5), zuständig für die Berichterstattung
im „Diesseits von Eden“ über Geschehnisse in allen
Religionen vom Papst bis zum Kamasutra, sucht nach „Lebenszeichen“
in unserer Gesellschaft und vermittelt den Kirchen Sendezeiten für
Morgenandachten, Geistliche Worte und Gottesdienstübertragungen.
Der Diplomtheologe, geborener Münsterländer und Sportler
lebt mit Familie in Bonn. |
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STATEMENT
Andrej Dedic
geboren 1970, gründete 2005 die Moving
Board Deutschland GmbH. Moving Boards sind neue und weltweit patentierte
so genannte Outdoor-Werbeträger. Der Vorteil der beweglichen
und beleuchteten Reklametafeln, die zumeist von Studenten getragen
werden: Sie können punktgenau dort eingesetzt, wo die Zielgruppen
unterwegs sind. Dedic, gelernter Industriekaufmann und langjährig
in der Verlagsbranche tätig, zählt Unternehmen wie Deutsche
Bahn, T-Punkt, Saturn, MediaMarkt und Foot Locker zu seinen Kunden. |
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Wer
steckt hinter Sinnstifter?
Sinnstiftermag ist ein Zusammenschluss
von Zeitanalytikern, Werbern, Designern und Fotografen, die von
einer gemeinsamen Beobachtung ausgehen: dem enormen Sinnstiftungspotential
der alten und neuen Medien.
Medien transportieren sinnhafte
Inhalte und sind in dieser medialen Funktion vor allem selbst sinnhaft.
Sie können gar nicht anders. Damit sind sie religionsproduktiv.
In Partnerschaft mit Akteuren aus Kommunikation und Kirche sucht
sinnstiftermag nach den Analogien religiöser und medialer Kommunikation.
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Marketing, Kommunikation, Fundraising
Dieter Rehmann
48, hat nach dem Publizistikstudium und
einer Ausbildung als Konzeptioner und Texter 15 Jahre als Kreativdirektor
in einer großen Werbeagentur gearbeitet. 2005 gründete
er zusammen mit Sascha Szymanski die Kommunikationagentur Rehmann
& Szymanski. Dieter Rehmann ist Dozent für Marketing, CI,
PR und Fundraising in Essen. |
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Kommunikationsdesign
Sascha Szymanski
wurde 1971 in Essen geboren. Während
seines Kommunikationsdesign-Studiums startete er seine Karriere
als freier Art Director für verschiedene Agenturen. Schließlich
erfolgte 2005 die Gründung seiner eigenen Werbeagentur Rehmann
& Szymanski zusammen mit Dieter Rehmann. |
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Mediengestaltung, webdesign Daniel
Bürger 25,
studiert Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Düsseldorf.
Daniel Bürger hat nach dem Abitur eine Ausbildung zum Mediengestalter
als NRW-Jahrgangsbester abgeschlossen und arbeitet neben dem Studium
in der Agentur Rehmann & Szymanski. |
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Werbung, PR
Michael Jochim
52, Mitbegründer und geschäftsführender Gesellschafter der
1985 in Essen gegründeten BJS Werbeagentur hat zahlreiche Kontakte und Verbindungen zu Organisationen, Verbänden und Einrichtungen im Nonprofit-Bereich. Michael Jochim arbeitet ehrenamtlich in kirchlichen Einrichtungen mit. |
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Theologie, Soziologie
Matthias Sellmann
Jahrgang 1966, promovierter Theologe und
Soziologe. Seine Profession ist die Analyse und Bewertung gesellschaftlicher
Sinn- und Weltanschauungstrends. Wenn Schalke 04 eine Kapelle ins
Stadion baut, Fußballspieler Jesus-T-Shirts tragen, Bundespräsidenten
Weihnachtsansprachen halten oder Scientologen Gerichtsverfahren
anstrengen, ist Matthias Sellmann mit Interesse dabei. Intensive
Beratungs-, Vortrags- und Autorentätigkeit. |
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Fotografie
Martin Steffen
38, ist Menschenfotograf und arbeitet sowohl
für Profit- als auch Nonprofit-Unternehmen. Nach einer Ausbildung
beim Lette-Verein in Berlin war er Assistent von Jim Rakete in Berlin.
Anschließend assistierte er bei dem Fotografen Jean-Pierre
Godot in Paris. Martin Steffen lebt in Bochum. |
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Impressum
Sinnstiftermag ist ein Zusammenschluss
von Zeitanalytikern, Werbern, Designern und Fotografen, die von
einer gemeinsamen Beobachtung ausgehen: dem enormen Sinnstiftungspotential
der alten und neuen Medien. |
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Anschrift der Redaktion
sinnstiftermag-Redaktion
Rehmann & Szymanski
Agentur für Kommunikation GmbH
Walter-Sachsse-Weg 17
45133 Essen
T +49 (0)201.43 77-290
F +49 (0)201.43 77-299
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Programmierung, Web-Administration
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