|
„Was ist für Sie aus Ihrer professionellen Perspektive das, was Ihnen von der medialen Berichterstattung über Sterben und Begräbnis von Papst Johannes Paul II. am bemerkens- und erwähnenswertesten erscheint?“
A Whap Babelulap, der Papst ist tot, tutti
frutti...
Diese Elvis-Verballhornung aus Kindertagen
ging mir durch den Kopf, als ich die Bilder von den Trauerfeiern
Johannes Paul II. sah.
Eine Szene hat mich besonders beeindruckt:
Der tote Papst wird durch die Menge getragen, dahinter drängen
sich die Menschen.
Fotohandys werden hochgehalten, es wird fröhlich
um die besten Aufnahmeplätze gerangelt. Traurige, in sich gekehrte
Menschen sind wenige zu sehen. Viele lächeln – so als
seien sie froh, ein bedeutendes Weltereignis nicht zu verpassen.
MMSe werden als Ich-war-dabei-Beweis um die
Erde geschickt. Deathparade in Rom – nur die Trillerpfeifen
fehlen.
Die Medien scheinen mir Teil dieses Spektakels
zu sein. Sie berichten, wie sie berichten und wirken dadurch auf
das Ereignis zurück. Große Worte fallen, große
Gesten werden benutzt, ein Event bläst sich auf.
Danach wird rasend schnell vergessen. Oder
spricht jetzt noch jemand vom Jahrtausend-Papst?
In der Popkultur nennt man so etwas
Hype, und damit bin ich wieder bei Elvis.
nach oben
|