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  Startseite Ausgabe 01 | sichtbar/unsichtbar – Das öffentliche Sterben von Papst Johannes Paul II.
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Text: Martin Steffen
 
Martin Steffen ist Fotograf und arbeitet sowohl für Profit- als auch Nonprofit-Unternehmen.  
   
 

„Was ist für Sie aus Ihrer professionellen Perspektive das, was Ihnen von der medialen Berichterstattung über Sterben und Begräbnis von Papst Johannes Paul II. am bemerkens- und erwähnenswertesten erscheint?“

A Whap Babelulap, der Papst ist tot, tutti frutti...

Diese Elvis-Verballhornung aus Kindertagen ging mir durch den Kopf, als ich die Bilder von den Trauerfeiern Johannes Paul II. sah.

Eine Szene hat mich besonders beeindruckt: Der tote Papst wird durch die Menge getragen, dahinter drängen sich die Menschen.

Fotohandys werden hochgehalten, es wird fröhlich um die besten Aufnahmeplätze gerangelt. Traurige, in sich gekehrte Menschen sind wenige zu sehen. Viele lächeln – so als seien sie froh, ein bedeutendes Weltereignis nicht zu verpassen.

MMSe werden als Ich-war-dabei-Beweis um die Erde geschickt. Deathparade in Rom – nur die Trillerpfeifen fehlen.

Die Medien scheinen mir Teil dieses Spektakels zu sein. Sie berichten, wie sie berichten und wirken dadurch auf das Ereignis zurück. Große Worte fallen, große Gesten werden benutzt, ein Event bläst sich auf.

Danach wird rasend schnell vergessen. Oder spricht jetzt noch jemand vom Jahrtausend-Papst?

In der Popkultur nennt man so etwas Hype, und damit bin ich wieder bei Elvis.

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