 |
|
 |
 |
Text: Prof. Hans-Joachim
Höhn
|
|
| Prof. Dr. Hans-Joachim Höhn
ist Professor für Systematische Theologie und Religionsphilosophie
an der Universität Köln. |
|
| |
|
|
|
„Was ist für Sie aus Ihrer professionellen Perspektive das, was Ihnen von der medialen Berichterstattung über Sterben und Begräbnis von Papst Johannes Paul II. am bemerkens- und erwähnenswertesten erscheint?“
Wie ist die Stimmung? – Keine Reporterfrage
hörte ich häufiger als die Erkundigung nach Atmosphäre
und Befindlichkeit der Menschen auf dem Petersplatz. Zunächst
kam mir ihre häufige Wiederholung wie eine journalistische
Verlegenheitsreaktion vor angesichts fehlender neuer Fakten, Zahlen
und Daten, die man hätte durchgeben können.
Außer einem wachsendem Zustrom von
Menschen auf dem Petersplatz ,passierte’ jedoch nichts, das
wirklichen Nachrichtenwert hatte. Behalfen sich die Medien deswegen
mit der Beschreibung von Emotionen: Ergriffenheit, Andacht, Trauer?
Mag sein.
Aber ich assoziiere mit ,Stimmung’
noch etwas anderes. Jeder Musiker muss sein Instrument erst ,stimmen’,
bevor er darauf spielen kann und das Instrument zu seiner ,Stimme’
wird. Es reicht nicht, eine Partitur virtuos herunterspielen zu
können, damit wirklich alles ,stimmt’.
Es muss auch ein Resonanzraum entstehen –
in den Zuhörern und um sie herum. Wenn es einen besonderen
,spirit’ gab, der diese Tage eines öffentlichen Papststerbens
und deren Botschaft bestimmte, dann hatte er mit der ,Einstimmung’
der Menschen vor der Peterskirche zu tun. So gesehen, war die Reporterfrage
sehr berechtigt.
nach oben
|