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Text: Bruder Anno Müller
Foto: Martin Steffen |
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| Bruder Anno, nach
dem Abitur in den franziskanischen Orden der Amigonianer eingetreten,
leitet den Jugendtreff der Amigonianer in Gelsenkirchen. |
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„Was ist für Sie aus Ihrer professionellen Perspektive das, was Ihnen von der medialen Berichterstattung über Sterben und Begräbnis von Papst Johannes Paul II. am bemerkens- und erwähnenswertesten erscheint?“
Das Sterben und das Begräbnis von Papst
Johannes Paul II war in erster Linie ein zutiefst religiöses
Ereignis. Der höchste Repräsentant der katholischen Kirche
hat bewusst den Schritt aus dieser Welt ,über die Schwelle
der Hoffnung’ in das ,Haus des Vaters’ getan. Dabei
hat er dies bewusst öffentlich gemacht, um Zeugnis von der
Hoffnung auf Ewiges Leben und von der Barmherzigkeit Gottes zu geben,
von der er selber zu tiefst erfüllt war.
Johannes Paul hat sehr wohl gespürt,
dass viele Zeitgenossen solche Zeugnisse suchen, weil sie in einer
beschleunigten und orientierungslosen Welt verunsichert und vorsichtig
tastend oder auch aggressiv-provokativ auf dem Weg zu einem sinnvollen
Leben und nach dauerhaften Werten sind.
Genau das haben die Medien auch gespürt
und dem sterbenden Papst die Bühne des Weltfernsehens eröffnet.
Das Bedürfnis nach Teilnahme an diesem bewegenden und irgendwie
sinnstiftenden Tod wurde damit medial bedient und gleichzeitig verstärkt.
So wurde dieses eigentlich sehr intime
Ereignis vom Sterben des Papstes und der Trauer um ihn zu einem
Medienereignis, das die Welt
in ihrer Suche nach Einheit und Sinn für eine Woche vereinte
und das jedem von uns das Gefühl der ,Sehnsucht nach mehr’,
das in jedem Menschen steckt, noch einmal bewusst vor Augen geführt
hat.
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