| |
 |
|
editorial
Sinnstiftermag – das neue
Online-Magazin
Sinnstiftermag ist ein Zusammenschluss von
Zeitanalytikern, Werbern, Designern und Fotografen, die von einer
gemeinsamen Beobachtung ausgehen: dem enormen Sinnstiftungspotential
der alten und neuen Medien.
Medien transportieren sinnhafte Inhalte
und sind in dieser medialen Funktion vor allem selbst sinnhaft.
Sie können gar nicht anders. Damit sind sie religionsproduktiv.
In Partnerschaft mit Akteuren aus Kommunikation und Kirche sucht
sinnstiftermag nach den Analogien religiöser und medialer Kommunikation. |
| |
|
|
|
|
| |
 |
|
titelstory
Drama des Sichtbaren, Drama
des Unsichtbaren
Der Kulturwissenschaftler
Herbert Lauenroth beschreibt den Tod von Papst Johannes Paul II.
als Ereignis, das gerade in der Unsichtbarkeit des Sichtbaren jene
Gemeinschaft stiftete, die Menschen glauben lässt. Je weniger
zu zeigen und zu senden war, desto intensiver waren Botschaft, Einblick
und Eindruck. Selten waren sich Medien und Religion in ihrem ureigenen
Projekt so nah: das Abwesende verwandelte sich in Anwesenheit. |
|
| |
|
|
|
|
| |
 |
|
interview
Fragen an Georg Streiter, Bild-Zeitung,
Hamburg
Georg Streiter hat die Bild-Schlagzeile
„Wir sind Papst“ kreiert, die in der Werbung zum Vorbild
zahlreicher Kampagnen wurde. Im Interview gibt der Bild-Ressortleiter
Politik nicht nur einen Rückblick auf das Sterben von Papst
Johannes Paul II., sondern auch sehr private Eindrücke und
Erlebnisse während der Papstwahl von Kardinal Ratzinger. |
| |
 |
|
statements
Meinungen zur medialen Berichterstattung
Was ist für Sie aus Ihrer professionellen
Sicht das Bemerkens- und Erwähnenswerteste der medialen Berichterstattung
über Sterben und Tod von Papst Johannes Paul II.? Acht Persönlichkeiten
– darunter die Journalisten Christoph Schurian (taz), André
Boße (Galore) und die Professoren Hans-Joachim Höhn und
Michael N. Ebertz – geben Antwort. |
| |
 |
|
über
die autoren
Kurze biographische Notizen
Die Macher von sinnstiftermag bedanken sich
für Beiträge, Mitarbeit, Engagement, und Meinung von Herbert
Lauenroth, Georg Streiter, Bruder Anno, André Boße,
Michael N. Ebertz, Hans-Joachim Höhn, Moritz Schuchardt, Christoph
Schurian und Oliver Uschmann. |
| |
|
|
|
|
| |
Sinnstiftermag
ist ein:
– Magazin, das dreimal im
Jahr über Kirche und Kommunikation reflektiert
– Projekt im Schnittbereich kirchlicher Öffentlichkeitsarbeit
und werblicher Kommunikation
– Radar zur Ortung interessanter Themen und Menschen im kirchlich-medialen
Umfeld |
|
| |
|
|
|
|
| |
 |
 |
 |
 |
Die zweite Ausgabe
von sinnstiftermag erscheint im
Juli 2006. Titel: Laut/Leise.
Die verunsicherte Kommunikation der Frohen Botschaft.
Klicken Sie sich wieder ein! |
|
| |
|
|
|
Sichtbar/Unsichtbar – Das öffentliche
Sterben von Papst Johannes Paul II.
Die erste Ausgabe von sinnstiftermag
Wir nähern uns dem ersten Todesgedenktag
dessen, den sie den „Medienpapst“ genannt haben. Eine
Flut von Bildern wird uns wie vor einem Jahr sichtbar machen, was
unsichtbar war: Der in seiner letzten Sprachlosigkeit so sprachmächtige
Papst starb unsichtbar, sichtbar gemacht durch ein Meer von Teleobjektiven
und Kamerafahrten.
Je weniger zu zeigen und zu senden war, desto
intensiver waren Botschaft, Einblick und Eindruck. Selten sind sich
Medien und Religion in ihrem ureigenen Projekt so geschwisterlich
begegnet: das Abwesende wurde in Anwesenheit gewandelt.
Die Eröffnungsnummer von sinnstiftermag
kreist um dieses Ereignis und diese Paradoxie. Der ästhetisch-philosophische
Essay von Herbert Lauenroth gipfelt in der Beobachtung, dass gerade
die Unsichtbarkeit des Sichtbaren jene Gemeinschaft stiftete, die
Menschen glauben lässt.
Das Interview mit Georg Streiter, dem Schöpfer
der BILD-Schlagzeile „Wir sind Papst“, gibt ein Review
des Papststerbens durch die Optik nicht kirchlich gebundener Zeitgenossen.
Drittens bietet die erste Ausgabe von sinnstiftermag
acht Statements von Personen, die sich aus ihrer beruflichen Perspektive
– Fotografie, PR, Universität, Kirche, Agentur –
haben betreffen lassen vom Sterben des Papstes.
Werden Sie Teil von sinnstiftermag: als Leser/in,
Autor/in oder Abonnent/in.
Oder als Kommentator/in: Lassen Sie uns wissen, was Sie von sinnstiftermag
halten. Wir freuen uns auf Ihre E-Mail.
Und machen Sie unser neues Online-Magazin
"sichtbar", indem Sie es weiterempfehlen.
Ihre sinnstiftermag-Redaktion |
 |
| |
 |
 |
Text: Dr. Herbert Lauenroth
Foto: Massimo Sambucetti, Associated Press |
|
Dr. Herbert Lauenroth
ist Bildungsreferent am Ökumenischen Lebenszentrum Ottmaring
(bei Augsburg), freier Autor und Übersetzer. |
|
| |
|
 |
 |
 |
 |
Die letzten Bilder des schwerkranken
Papstes,
Ostern 2005 |
|
| |
|
 |
 |
 |
 |
The Screaming Popes
von Francis Bacon |
|
| |
|
|
|
Drama des Sichtbaren, Drama des Unsichtbaren
Das Sterben des Papstes
als „Wunder“ des Ikonographischen.
Eines der bekanntesten Werke
des Kulturphilosophen Siegfried Kracauer zur Theorie des Films trägt
den Titel „Die Errettung der äußeren Wirklichkeit“.
Diese von geradezu religiösem Pathos getragene Formulierung
trifft die ästhetische (und ethische) Praxis der Moderne in
einem zentralen Aspekt: Die sogenannte „äußere
Wirklichkeit“ – das amerikanische Original spricht hier
von „physical reality“ – ist nicht mehr
fraglos gegeben, ist nicht mehr von unbestreitbarer Evidenz. Vielmehr
bedarf sie einer reflexiven Brechung, einer Bild- oder Blick-Werdung,
der umwegigen Konstitution, um in Erscheinung zu treten.
Wie im Hinblick auf Johannes Paul II. Der
Mann aus Polen wird als „Papst der Medien“ in Erinnerung
bleiben. Gerade in den letzten Jahren seines Pontifikates, den Jahren
einer fortschreitenden Krankheit, verlieh der Papst seinem Erscheinungsbild
eine unverwechselbare und nachhaltige Prägung: als Drama einer
Innerlichkeit, das sich in seiner zur Kenntlichkeit entstellten
Form des Körperlichen zeigte, also gewissermaßen in diesem
Entzug zur Erscheinung kam.
Für den italienischen Philosophen
Massimo Cacciari erschließen sich diese Antinomien
und paradoxen Erfahrungshorizonte einer (Nach-) Moderne im Rückgriff
auf die Problematik der Ikone, die er nicht mehr als „Fossil“
einer religiösen Tradition, sondern als das vielleicht wichtigste
Medium einer ästhetischen und theologischen Reflexion verstanden
wissen will: Die Form der Ikone ist antinomisch, weil die Wahrheit
ihrer Darstellung antinomisch ist. Wenn sich in der Ikone ein Maß
der Vereinigung von Sichtbarem und Unsichtbarem, von dieser und
der anderen Welt zeigen soll, also die Realität in ihren beiden
Seiten, so muß die Absolutheit der Wahrheit in ihrem eigenen
Wesen das Wesen ihrer Negation annehmen können, sie muß
ihre Bejahung und Verneinung enthalten.(1)
Diese „Antinomie“ der Ikone,
die sie durchquerende Spannung von Sichtbarem und Unsichtbarem,
Menschlichem und Göttlichem, der Riss, der sie durchzieht und
zur eigentlichen Geschlossenheit ihrer Darstellung befähigt,
korrespondiert hier mit der Erfahrung einer (nach-)modernen Vernunft,
ihren Gottes-, Menschen- und Weltbildern, die ihre Einheit aus der
– zuweilen „drastischen“ – Widerspiegelung
einer Nicht-Identität gewinnen.
* * * * *
Die letzten Bilder des schwerkranken
Papstes an Ostern 2005, sein scheiternder Versuch, ein
Wort an die Menschen zu richten, lassen sich mit Cacciaris Begriffsangebot
zweifellos als Verkörperung einer „ikonischen Antinomie“,
einer im Leiden durchaus auch leidenschaftlichen Des-Artikulation
seines Körpers verstehen – etwa als Verwindung des political
und des physical body.(2)
Zudem erinnern diese Aufnahmen auch an die Serie der Papstbilder,
die Francis Bacon bereits in den fünfziger Jahren als signifikante
Entstellung jener Darstellung von Papst Innozenz X. im 17. Jahrhundert
durch Diego Velasquez konzipiert hat. Bacons Serie The Screaming
Popes nehmen die Osteraufnahmen Johannes Pauls II. auf geradezu
gespenstische Weise vorweg bzw. schreiben sie in ihrer vermeintlichen
Singularität und Beispiellosigkeit einer Logik der Wiederholung
ein, bei der das Leben die Kunst imitiert: als befremdliche „Retroaktion“,
in der das Zeichen – oder hier: ein unbestimmbarer Blick –
die Wirklichkeit affiziert.
Bei Bacon dominiert ein geradezu unerträglicher
Antagonismus zwischen dem Betrachter und dem schreienden, verzweifelt-wütenden
Papst, der sich gegen seine vom Blick des anderen (Malers, Zuschauers)
fixierte Rolle als Gegenstand der Darstellung wehrt. Ein Bild aus
der Serie zeigt den Pontifex im gläsernen Käfig –
Symbol einer ebenso offensichtlichen wie undurchdringlichen Selbst-Einschließung
oder Bilder-Haft. Bacon hat diesen Antagonismus als das eigentlich
kreative Moment seiner Arbeit bezeichnet. Die Darstellungswut des
Malers, seine blasphemische, antipäpstliche Haltung entlädt
sich an der Oberfläche der Bilder. Er bietet alle Materialien
und Maltechniken auf, um dem Bild jede Tiefe und mögliche Geheimnisse
zu entreißen. Bacons Bilder sind drastische Interventionen
eines unsichtbaren Blickes, der sich in der Zurichtung, der entgleisenden
Pose des Souveräns im Wortsinne de-monstriert, also
das Monströse dieser seiner Monstration zur
Geltung bringt. In dieser Hinsicht wird der Papst – bei Bacon
wie an Ostern – zum Erblickten, doch zugleich auch
zur Verkörperung dieses ihn durchbohrenden Blickes,
dem hasserfüllten Blick des äußeren Betrachters
oder dem ominösen „Auge Gottes“, dem Dispositiv
eines allgegenwärtigen – gott-gleichen oder gott-losen
– Blicke(n)s.
* * * * *
Die beleuchteten Fenster der päpstlichen
Gemächer im Apostolischen Palast lassen diese antinomische
Wahrheit des öffentlich inszenierten Leidens und Sterbens in
den ersten beiden Aprilnächten noch einmal auf andere Weise
deutlich werden: das von innen aufstrahlende Licht, dessen Quelle
unsichtbar bleibt, weist die beiden Fenster als Projektionsfläche
und begrenzende Rahmung einer Sichtbarkeit aus, bei der sich In
und Off, bergende Nähe und weitende Öffnung,
Transparenz und Opazität zur Anmutung ihres geheimnisvollen,
paradoxen Zusammenhangs durchdringen:
Die Ikone, so Cacciari, ist ein Fenster, das sich restlos
dem „Quellgeheimnis“ öffnet, das sich aber eben
dem Geheimnis als Geheimnis öffnet. Sie ist Märtyrerin
des Geheimnisses und nicht der Entschleierung des Geheimnisses.
Das Geheimnis erklärt sich nicht, und es enthüllt sich
nicht, und es hört daher niemals auf, Geheimnis zu sein –
aber man sieht es, wie es sich sehen lässt: Das Geheimnis ist
das Licht, das zu sehen ermöglicht, es ist die Bedingung des
Sehens als theoria.(3)
Geheimnis als secretum, als Erfahrung einer Abgeschiedenheit,
einer privacy oder Privation, eines öffentlich-medienwirksamen
Entzugs an Öffentlichkeit, bildhafte Hinterlassenschaft eines
bildlosen Innenraumes, der doch in seiner Innerlichkeit noch das
ihm Äusserlich(st)e und immer schon Vorgängige, sein lichtsymbolisches
„Quellgeheimnis“ in sich trägt; Geheimnis eines
Fensters, das die Blicke nach innen zieht, und nur in dieser eigentümlichen
Sogwirkung auch Fenster zur Welt ist: „Ich kann
mich von jemandem angeblickt fühlen, von dem ich nicht einmal
die Augen und die Erscheinung sehe“, formuliert Jacques
Lacan. „Es genügt, dass etwas mir anzeigt, dass der
andere da sein kann. Wenn ich Gründe habe, anzunehmen, dass
sich jemand dahinter verbirgt, ist dieses Fenster immer schon ein
Blick.“(4)
Geheimnis einer luminosen Leere, die nicht das absolute Nichts
bedeutet, sondern der eine „offenbarende, schenkende epiphanische
Potenz“ innewohnt.
* * * * *
Was aber, so ließe sich fragen, „schenkt“
oder „gewährt“ diese „Potenz“? Sie
bezeichnet einen Verlust, der eine neue, zuvor verborgene Mitte
erschließt; die Mitte einer Solidargemeinschaft, die sich
im Zeichen dieses Verlustes – damals, zunächst spontan,
auf dem nächtlichen Rund des Petersplatzes – konstituierte.
Im Herzen der römischen Weltkirche wurde in jenen Apriltagen
eine Absenz spürbar, die viele Menschen, Gläubige und
Suchende, auf eigentümliche Weise umfing und Räume der
Begegnung, Augenblicke eines gemeinsamen und vielstimmigen Betens,
Singens und Schweigens eröffnete. Unter den beiden erleuchteten
Fenstern, die diese Absenz bezeichneten und an das Drama der Unsichtbarkeit,
des Unsichtbarwerdens erinnerten, bildete sich ein gesellschaftlicher
Körper, der die gewissermassen vertikale Erfahrung
des Erblickt-Werdens in die horizontale Dimension
eines multiperspektivischen Sehens, einer gegenseitigen Vergewisserung
übersetzte:
Am Ende, heißt es bei Michel
de Certeau, besteht die Erfahrung des Blickes darin, zu glauben
ohne zu sehen, also in Gemeinschaft zu leben.... Wenn du dem anderen
nicht glaubst, wirst du im Unmöglichen und Sinnlosen verharren.
Zwischen den Sprechenden reagiert dieser Glaube auf das, was der
Blick für jeden von ihnen ist. Der Widerspruch zwischen ihnen
ist unauflösbar, denn jeder ... bewahrt das verschwiegene Geheimnis
seiner Beziehung zum Unendlichen für sich.(5)
Glauben also bedeutet die Freisetzung
des Bildhaften im Wort, seiner Mit-Teilung. Glauben ist
Reden in und über Bilder, Bilder einer inneren Wahrnehmung,
einer unvergesslichen, mitunter traumatischen Verlusterfahrung,
der Begegnung mit einem allgegenwärtigen, absoluten Blick.
Die Praxis des Glaubens ist Bilder-Sprache. Und diese Sprache schien
sich in jenen Stunden auf die verschiedenen Dimensionen des öffentlichen
(kirchlichen, gesellschaftlichen) Raumes zu weiten: auf eine dia-logische
Praxis, ihre gerade in der Gebrochenheit geheilte, heilige Mitte.(6)
Vielleicht wird hier das „Wunder“
des Ikonographischen offenbar: Es bewirkt einen gewissen (eher ästhetisch
denn theologisch geprägten) Glauben, eine nicht eindeutig
zu verortende Gläubigkeit. Und in diesem synästhetischen
Cross-over vom wortlosen, ein Schweigen bewahrendes Bild
zum bildlosen Wort
(7), diesem Zeichen einer Über- oder Ver-Kreuzung
vermeintlicher Gegensätze, das auch an das Symbol des Kreuzes
erinnert, wird dieses „Wunder“ der Ikone wirksam,
weist es Wege zu jener Errettung der äusseren Wirklichkeit,
die erst in der Erfahrung der Bilder und unseres gemeinsamen Glaubens
an sie Gestalt annimmt.
 |
(1)
M.Cacciari, Die Ikone, in: V.Bohn (Hrsg.), Bildlichkeit,
Ffm 1990, 385-429
(2)
Dieser Unterscheidung hat E.H. Kantorowicz seine mittlerweile
klassische Studie gewidmet: The King´s Two Bodes,
Princeton 1957
(3)
Vgl. Cacciari op.cit., p..399
(4)
J. Lacan, zit. nach: S. Zizek, Die Furcht vor echten Tränen,
Berlin 2001, p.15f.
(5)
Vgl. M. de Certeau, Nikolaus von Cues : Das Geheimnis eines
Blickes, in: Bohn op.cit., 325-356, pp.350 bzw. 353.
(6) Der
Ausdruck stammt von M. Barnes. Vgl. dazu: „Negotiating the
middle“, in: idem, Theology and the Dialogue of Religions,
Cambridge 2002, 231-254.
(7)
Vgl. dazu den großen Schlussmonolog des sterbenden
Replikanten Roy, dieses an seine visionäre Sprache traumverlorenen
alter Christus in Maschinen-Menschen-Gestalt in Ridley
Scotts messianischer Science-Fiction Parabel „Blade Runner“
(USA, 1982): Ich habe Dinge gesehen, die nie ein Mensch zuvor
gesehen hat: gewaltige Raumschiffe, die brannten vor der Schulter
des Orion... . Die Erinnerung erschließt hier eine Bild-Sprache,
die über keine unmittelbare Anschauung verfügt, der es
also (von Seiten des Zuschauers) Gehör zu schenken, zu glauben
gilt. |
 |
| |
 |
 |
Im Interview: Georg
Streiter
Foto: Bild |
|
Einen Tag nach der Wahl von Kardinal
Joseph Ratzinger zum Papst Benedikt XVI. titelte Bild die
Headline des Jahres 2005. |
|
| |
|
 |
 |
 |
 |
Georg Streiter, geboren
1955
in Luxemburg, ist seit Januar 2005 Ressortleiter Politik bei
der Bild-Zeitung. |
|
| |
|
|
|
„Wir sind Papst“
Interview mit Georg Streiter, Bild-Zeitung
Hamburg
Georg Streiter ist Ressortleiter Politik
bei der Bild-Zeitung in Hamburg. Von ihm stammt die mittlerweile
vielfach zitierte und abgewandelte Schlagzeile „Wir sind Papst“.
Sinnstiftermag befragte Georg Streiter zu Bild, Ratzinger, Johannes
Paul II. und katholischer Öffentlichkeitsarbeit.
Herr Streiter, Sie haben die berühmte
Schlagzeile getextet „Wir sind Papst!“ Wie ist diese
Schlagzeile entstanden und wie war die Reaktion unter ihren Kolleginnen
und Kollegen?
Georg Streiter
Wir haben alle gemeinsam im Produktionsraum vom BILD vor den Fernsehern
gesessen und waren zunächst etwas irritiert über die undefinierbare
Farbe des Rauchs, der aus dem Kamin der Sixtinischen Kapelle aufstieg.
Es war ja kurz vor Redaktionsschluss, für uns kam es auf jede
Minute an. Als dann der Name Ratzinger fiel, brach allgemeiner Jubel
aus. Ich rief spontan: „Wir sind Papst!“ In der anschließenden
Diskussion um die Schlagzeile setzte sich diese Formulierung dann
in Ermangelung besserer Ideen durch.
Wer ist mit "Wir" gemeint und
warum sollen wir stolz sein?
Wir – das sind wir Deutschen. Natürlich
schwingt da das Gefühl von „Wir sind Weltmeister“
ein bisschen mit – aber ich glaube, hier geht es weniger um
Stolz, sondern mehr um eine unschuldige Freude ohne jede Überheblichkeit.
Wie sehen Sie die Einwände zum Beispiel
kritischer gesellschaftlicher Gruppen, sie seien in dem "Wir"
der Schlagzeile nicht enthalten?
Als Mensch empfinde ich diese Kritik als
etwas kleinkariert. Als Zeitungsmacher sage ich: Lieber eine Schlagzeile,
zu der die Leser eine – von mir aus auch ablehnende –
Meinung haben als eine Schlagzeile, zu der sie überhaupt keine
Meinung haben.
Was glauben Sie, warum kam diese Headline
so gut an?
Weil sie ein bisschen frech war und die
Gefühle angesprochen hat. Weil sie kurz und einprägsam
war. Weil man darüber lachen oder sich ärgern konnte.
Weil sie gezeigt hat, dass BILD einzigartig ist. Wenn Sie sich die
Titelseiten der anderen Zeitungen von diesem Tag ansehen, werden
Sie überall lesen „Ratzinger neuer Papst“ oder
ähnlich. Nur die taz hat mit ihrer Zeile „Oh, mein Gott!“
noch eine auf ihre Leserschaft zugeschnittene originelle Überschrift
gehabt.
Gab es Besonderheiten bei der Entstehung
der Schlagzeile "Wir sind Papst"?
Nein.
Kardinal Lehmann lobte Ihre Schlagzeile
in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung
mit den Worten: „Eine geschickte Formulierung...“
Zugleich sagte er: „Ich habe mich geärgert. In Rom dachte
ich: Wenn jetzt ein Deutscher Papst geworden ist, muss man da gleich
so auftreten?“ Was meinen Sie: Hat die Bild-Zeitung da ein
bisschen zu viel auf „Wir-sind-wieder-wer“ gemacht?
Schon als Schüler habe ich immer
vermutet, dass in viele Texte mehr hineininterpretiert wird als
wirklich drinsteht. Im Ernst: Ich glaube, dass wir Deutschen verlernen,
uns einfach einmal zu freuen. Einfach so, ohne „Wir-sind-wieder-wer“-Attitüde.
BILD-Schlagzeilen sind ja kein Evangelium: Sie sind nicht für
die Ewigkeit sondern für den Tag gemacht.
Wie entsteht überhaupt eine BILD-Titelschlagzeile?
Oft durch lange, manchmal quälende
Diskussionen, gelegentlich – wie bei „Wir sind Papst“
– aus einer spontanen Eingebung. Wobei die Spontaneingebungen
wie „Bumm, Bumm Becker“ oder „Rudi haudi Saudi“
oft die sind, die einem im Gedächtnis bleiben. Aber wenn es
um Skandale oder Kriminalfälle geht, muss schon sehr sorgfältig
abgewogen werden, ob das Thema überhaupt für eine Schlagzeile
gut ist und wie weit man gehen kann oder nicht. Sie glauben gar
nicht, wie viele Schlagzeilen BILD nicht gedruckt hat. Die besten
Schlagzeilen sind die, durch die unsere Leser bei ihren Gefühlen,
wie wir oft sagen, „abgeholt“ werden.
War eine sprachliche Analogie zum "Wir
sind Weltmeister" geplant?
Wie ich schon sagte: Da war gar nicht
so viel geplant wie hinterher hineininterpretiert worden ist. Aber
es gibt ja sicher schlimmeres, als Weltmeister oder Papst zu sein.
Würden Sie sagen, dass der Katholizismus
in Deutschland ähnlich stark kulturell verwurzelt ist wie der
Fußball?
Er ist sogar stärker verwurzelt:
Wenn ich richtig informiert bin, gibt es in Deutschland etwa sechs
Millionen aktive Mitglieder in Fußballvereinen, aber über
50 Millionen Christen, darunter 26 Millionen Katholiken.
Hatten Sie Anrufe von Lesern zu dem Artikel
und der Schlagzeile? Welche Stimmen gab es?
Ja, es haben viele angerufen und geschrieben.
Um ehrlich zu sein: Journalisten fanden die Schlagzeile toll, die
Leser waren eher kritisch.
Sprechen wir über den Vorgänger
von Papst Benedikt XVI: Was ist für Sie als Journalist der
Grund, dass Papst Johannes Paul II. eine solche Ausstrahlung, auch
speziell auf Jugendliche, hatte?
Ich bin evangelisch und kein Anhänger
der Amtskirche – aber ich habe mich 1980 in Köln und
Bonn – in Bonn sogar zweimal – an den Straßenrand
gestellt, um Johannes Paul II. zu sehen und ihm zuzuwinken. Er hatte
einfach eine Anziehungskraft, die ich nicht begründen kann.
Vielleicht ist die ungewohnte natürliche Bescheidenheit eines
Mächtigen das Geheimnis.
Wie beurteilen Sie als Journalist das öffentlich
inszenierte Sterben und Begräbnis von Papst Johannes Paul II.?
Papst Johannes Paul II. hat zum Abschluss
seines Lebens noch eine große gesellschaftspolitische Aufgabe
auf sich genommen, um die sich auch Journalisten gern drücken.
Er hat nämlich durch sein öffentliches Leiden, sein öffentliches
Sterben und sein letztlich doch vergleichsweise schlichtes Begräbnis
in den Herzen der Menschen diese kleine schwarze Tür geöffnet,
die wir so gern verschlossen lassen: Sterben und Tod werden in unserer
Gesellschaft einfach verdrängt. Die meisten Menschen und die,
die ihnen nahe stehen, sind auf das Ende gar nicht oder schlecht
vorbereitet. Von Krankheit, Sterben und Tod will niemand etwas wissen.
Ich habe das selbst sehr bewusst erlebt, da meine Frau zehn Tage
vor dem Papst binnen sechs Wochen an einer überraschend wieder
aufgeflammten Krebserkrankung gestorben ist. Sie glauben gar nicht,
wie seltsam sich selbst gute Freunde verhalten, wenn es ums Sterben
geht. Das Sterben von Papst Johannes Paul II. und die große
Berichterstattung darüber hat vielleicht einen Beitrag dazu
leisten können, dass eine große Öffentlichkeit einmal
darüber nachdenkt, wohin der letzte Weg führt und und
wie man ihn beschreiten könnte.
Es folgte die Wahl von Karl Joseph Ratzinger
zum Papst. Was war für Sie der beeindruckendste Aspekt und
Moment bei dieser Wahl?
Das Banale war zunächst das Aufregendste,
nämlich das lange Rätselraten, ob der Rauch nun schwarz
oder weiß war. Das hat die ohnehin schon große Spannung
natürlich noch zusätzlich gesteigert. Als dann die Glocken
zu läuten begannen, die Menschenmenge in Rom jubelte, wurde
es geradezu unerträglich. In Wahrheit hatte natürlich
auch bei uns in der Redaktion kaum jemand daran geglaubt, dass Kardinal
Ratzinger der neue Papst sein würde. Die Überraschung,
dass er es wurde, löste sich in einem unbeschreiblichen bauchgesteuerten
Jubel. In dem Moment waren wir einfach alle Papst. Ohne Frage. Der
für mich wirklich beeindruckendste Aspekt dieser Papstwahl
kam erst Stunden später heraus: die große Mehrheit, die
Ratzinger gewählt hatte.
Was ist das Neue und das Besondere an Papst
Benedikt XVI.?
Bloß weil mir mal eine Papst-Schlagzeile
eingefallen ist, bin ich kein Papst-Experte. Daher kann ich nur
ohne größeres Wissen über meine persönliche
Wahrnehmung sprechen: Ich finde, Papst Benedikt XVI. zeigt eine
beeindruckende Bescheidenheit. Er hat sich, glaube ich, nicht nach
diesem Amt gesehnt. Er wollte lieber weiter wissenschaftlich arbeiten.
Aber jetzt zu sehen, wie er doch zunehmend offenbar echte Freude
an seiner neuen Aufgabe findet, zeigt aus meiner Sicht, welche Kraft
der Glaube freisetzen kann.
Was glauben Sie, finden die traditionellen
Volkskirchen und der christliche Glaube nicht viel zu selten in
den deutschen Medien statt?
Wenn Sie einmal durch die Lokalteile in
den Regionalzeitungen blättern, werden sie feststellen, dass
dort regelmäßig über die Kirche und ihre Veranstaltungen
berichtet wird. In vielen Gegenden ist die Kirche ja der aktivste
"Verein". Sie gehört einfach zum täglichen Leben,
sie ist das tägliche Leben. Das ist die eine Seite. Auf der
anderen Seite sind ernsthafte Glaubensfragen eben nicht so leicht
verdauliche Kost wie irgendeine Blöd-Show im Fernsehen. Man
muss schon sehr mutig sein, groß über Kirche zu berichten.
BILD hat zu Beginn des Weltjugendtages auf der Titelseite riesig
ein Grußwort des Papstes abgedruckt. Diese Ausgabe gehörte
nicht zu den Verkaufsschlagern des Jahres. Wir haben das gemacht,
weil wir es für wichtig hielten. Aber ob uns das gefällt
oder nicht: für die Auflage war das kein guter Tag.
Angenommen, Sie wären Pressechef der
Katholischen Kirche in Deutschland. Welche Strategie würden
Sie der katholischen Kirche empfehlen? Was würden Sie an der
Öffentlichkeitsarbeit der Katholischen Kirche ändern?
Oh Gott! Ich versuch’s mal: Das
wichtigste ist, dass die Kirche wieder Kontakt zu denen sucht, die
nicht in den Gottesdienst kommen. Dazu gehört für mich
z.B., dass jeder, der neu in eine Stadt kommt, vom Pfarrer persönlich
besucht wird. Die Kirche muss zeigen, dass sie da, dass sie Hilfe
gibt aber auch gern Hilfe annimmt. Ich würde mir eine gigantische
Werbekampagne ausdenken, die Jugendliche wirklich "cool"
finden. Die Kirche muss sich als Gemeinschaft präsentieren,
deren Mitgliedschaft erstrebenswert ist. Sie muss vermitteln, dass
diejenigen, die mitmachen, ein schöneres und interessanteres
Leben haben als die, die leider draußen bleiben; dass man
da tolle Leute treffen kann, die etwas zu bieten haben. Die Kirche
muss zu allen wichtigen Fragen offensiv Stellung nehmen. Aber nicht
nur zur Ökumene und zur Liturgie, sondern eben auch zur Gesundheitspolitik
oder dem Benzinpreis. Warum nehmen z.B. zum Thema Islamismus im
Fernsehen nur Orient-Forscher Stellung? Warum sitzt da nicht ein
flotter Bischof? Meine Strategie in zwei Worten wäre: Flagge
zeigen!
Ein wichtiger Teil von Gesellschaft und
Kultur sind – oder müssen wir besser sagen, waren einmal
– Religion und Kirche. Die Volkskirchen scheinen inzwischen
an Kraft und Einfluss zu verlieren. Woran liegt das Ihrer Meinung
nach?
Vielleicht geht es den Kirchen ähnlich
wie den Politikern: Sie haben den Kontakt zu den Menschen verloren
und können gar nicht verstehen, dass heutzutage nicht Verkündigung
sondern Argumentation gefragt ist. Bevor die Leute etwas glauben,
wollen sie überzeugt werden. Dass das Wort nicht einfach kommentarlos
gehört wird, daran müssen sich Pastoren und Politiker
offenbar erst noch gewöhnen.
Sind kirchliche Themen für die Bild-Zeitung
heute noch von Interesse und falls ja, welche?
Natürlich hat BILD keine regelmäßige
Kirchenseite – aber BILD bekennt sich ausdrücklich zum
Christentum. Das wird gelegentlich in Kommentaren deutlich aber
z.B. auch in gelegtnlichen Geschichten über Pastoren und ehrenamtliche
Kräfte. BILD hat im vergangenen Jahr mit dem Druck einer „Volks-Bibel“
einen sagenhaften Erfolg gehabt. Und es gibt, glaube ich, kaum eine
Zeitung, die so groß und so viel über den Papst berichtet
hat.
Drei Fragen zum Schluss: Sind Sie noch in
der Kirche?
Nein, ich bin aus der Kirche ausgetreten.
Glauben Sie an Gott?
Ja, ich bin Christ und bete sogar - gelegentlich.
Glauben Sie, der Papst liest die Bild-Zeitung?
Bestimmt!
|
 |
| |
|
|
|
|
| |
„Was
ist für Sie aus Ihrer professionellen Perspektive das, was
Ihnen von der medialen Berichterstattung über Sterben und Begräbnis
von Papst Johannes Paul II. am bemerkens- und erwähnenswertesten
erscheint?“
Diese Frage stellten wir acht Persönlichkeiten
aus Wissenschaft, Werbung, Journalismus, Fotografie und Kirche.
Hier ihre Antworten. |
|
| |
|
|
|
|
| |
 |
|
STATEMENT
Bruder Anno, Amigonianer
„Das Sterben und das Begräbnis
von Papst Johannes Paul II war in erster Linie ein zutiefst religiöses
Ereignis. Der höchste Repräsentant der katholischen Kirche
hat bewusst den Schritt aus dieser Welt ,über die Schwelle
der Hoffnung’ in das ,Haus des Vaters’ getan ...“ |
| |
 |
|
STATEMENT
André Boße, Chefredakteur
GALORE
„Bis auf wenige Ausnahmen wurde von
Seiten der Medien auf eine kritische Auseinandersetzung mit der
Person Johannes Paul des Zweiten im Zuge der Berichterstattung über
das Begräbnis völlig vergessen ...“ |
| |
 |
|
STATEMENT
Prof. Michael N. Ebertz, Religionssoziologe
„Fünf Thesen sollen genügen.
Sie kreisen um die Stichworte Massen, Medien, Öffentlichkeit,
Charisma, Vater und Weltgesellschaft.
1. Bemerkenswert ist zunächst die Tatsache der massenmedialen
Berichterstattung überhaupt ...“ |
| |
 |
|
STATEMENT
Prof. Hans-Joachim Höhn,
Theologe
„Wie ist die Stimmung? – Keine
Reporterfrage hörte ich häufiger als die Erkundigung nach
Atmosphäre und Befindlichkeit der Menschen auf dem Petersplatz.
Zunächst kam mir ihre häufige Wiederholung wie eine journalistische
Verlegenheitsreaktion vor ...“ |
| |
 |
|
STATEMENT
Moritz Schuchardt, Creative Director
„Es ist Samstag, der 2. April 2005,
kurz nach halb zehn, abends. Die Woche war anstrengend, aber kein
Vergleich zum Besuch eines schwedischen Möbelhauses heute früh.
Ehrlich gesagt: Ich habe beim besten Willen keine Lust mehr das
Haus zu verlassen ...“ |
| |
 |
|
STATEMENT
Christoph Schurian, Redaktionsleiter
taz nrw
„Nicht nur die Fernsehstudios über
den Dächern von Rom erinnerten mich an Olympische Spiele oder
Fußballweltmeisterschaften. Genauso der Übertragungsmarathon,
die Reporter in den Straßen, die Stimmen der Akteure, Fangesänge
für den verstorbenen Papst, ...“ |
| |
 |
|
STATEMENT
Martin Steffen, Fotograf
„A Whap Babelulap, der Papst ist tot,
tutti frutti... Diese Elvis-Verballhornung aus Kindertagen ging
mir durch den Kopf, als ich die Bilder von den Trauerfeiern Johannes
Paul II. sah. Eine Szene hat mich besonders beeindruckt: ...“ |
| |
 |
|
STATEMENT
Oliver Uschmann, Buchautor und
Journalist
„Wer war dieser Mann? Das fragte ich
mich beim medialen Trubel um die Beerdigung von Papst Johannes Paul
II. ständig. Papst war er, solange ich denken kann, ich bin
1977 geboren, da war ,Paul II.’ fast ein Synonym für
,Papst’ ...“ |
 |
| |
 |
 |
Text: Bruder Anno Müller
Foto: Martin Steffen |
|
| Bruder Anno, nach
dem Abitur in den franziskanischen Orden der Amigonianer eingetreten,
leitet den Jugendtreff der Amigonianer in Gelsenkirchen. |
|
| |
|
|
|
„Was ist für Sie aus Ihrer
professionellen Perspektive das, was Ihnen von der medialen Berichterstattung
über Sterben und Begräbnis von Papst Johannes Paul II.
am bemerkens- und erwähnenswertesten erscheint?“
Das Sterben und das Begräbnis von Papst
Johannes Paul II war in erster Linie ein zutiefst religiöses
Ereignis. Der höchste Repräsentant der katholischen Kirche
hat bewusst den Schritt aus dieser Welt ,über die Schwelle
der Hoffnung’ in das ,Haus des Vaters’ getan. Dabei
hat er dies bewusst öffentlich gemacht, um Zeugnis von der
Hoffnung auf Ewiges Leben und von der Barmherzigkeit Gottes zu geben,
von der er selber zu tiefst erfüllt war.
Johannes Paul hat sehr wohl gespürt,
dass viele Zeitgenossen solche Zeugnisse suchen, weil sie in einer
beschleunigten und orientierungslosen Welt verunsichert und vorsichtig
tastend oder auch aggressiv-provokativ auf dem Weg zu einem sinnvollen
Leben und nach dauerhaften Werten sind.
Genau das haben die Medien auch gespürt
und dem sterbenden Papst die Bühne des Weltfernsehens eröffnet.
Das Bedürfnis nach Teilnahme an diesem bewegenden und irgendwie
sinnstiftenden Tod wurde damit medial bedient und gleichzeitig verstärkt.
So wurde dieses eigentlich sehr intime
Ereignis vom Sterben des Papstes und der Trauer um ihn zu einem
Medienereignis, das die Welt
in ihrer Suche nach Einheit und Sinn für eine Woche vereinte
und das jedem von uns das Gefühl der ,Sehnsucht nach mehr’,
das in jedem Menschen steckt, noch einmal bewusst vor Augen geführt
hat.
|
 |
| |
 |
 |
Text: André Boße
|
|
| André Boße
ist Chefredakteur des Interview-Magazins Galore. |
|
| |
|
|
|
„Was ist für Sie aus Ihrer
professionellen Perspektive das, was Ihnen von der medialen Berichterstattung
über Sterben und Begräbnis von Papst Johannes Paul II.
am bemerkens- und erwähnenswertesten erscheint?“
Bis auf wenige Ausnahmen wurde von Seiten
der Medien eine kritische Auseinandersetzung mit der Person Johannes
Paul II. im Zuge der Berichterstattung über das Begräbnis
völlig vergessen.
Nennt man Menschen mit unter "altersmilde",
zeigten sich die Medien äußerst "begräbnismilde"
– die Charakterisierung konzen- trierte sich fast ausschließlich
auf die positiven Aspekte seines Wirkens – Engagement für
Jugend und Länder der dritten Welt, seine Reiselust.
Ergo: Durch das Begräbnis hat sich
das Medienbild des Papstes komplett gewandelt: aus einem Fortschrittskritiker
in vielen Punkten wurde der Papst der Jugend und der Menschen -
eine Entwicklung, die - später bei der Papstwahl im Anschluss
- auch Kardinal Ratzinger erfuhr.
|
 |
| |
 |
 |
Text: Prof. Michael
N. Ebertz |
|
| Dr. Dr. Michael N. Ebertz
ist Professor für Sozialpolitik und Freie Wohlfahrtspflege
an der Katholischen Fachhochschule in Freiburg und Privatdozent
für Soziologie an der Universität Konstanz. |
|
| |
|
|
|
„Was ist für Sie aus Ihrer
professionellen Perspektive das, was Ihnen von der medialen Berichterstattung
über Sterben und Begräbnis von Papst Johannes Paul II.
am bemerkens- und erwähnenswertesten erscheint?“
Fünf Thesen sollen genügen. Sie
kreisen um die Stichworte Massen, Medien, Öffentlichkeit, Charisma,
Vater und Weltgesellschaft.
1. Bemerkenswert ist zunächst die Tatsache
der massenmedialen Berichterstattung überhaupt. Ist denn nicht
einfach ein alter Mann gestorben? Offensichtlich nicht. Die Massenmedien
hätten nicht berichtet. Jeden Tag sterben alte Menschen. Die
Logik der massenmedialen Berichterstattung selbst spiegelt uns:
Gestorben ist ein besonderer Mensch, ein Mann von außerordentlicher
Bedeutung, von Prominenz, Prestige und wohl auch von Charisma. Mehr
an Amtscharisma und Prominenz hat die römisch-katholische Weltkirche
nicht zu bieten, mehr an Prestige auch nicht (wenn auch in Deutschland
– aber Deutschland ist nicht die Welt - die Prestigewerte
von JPII massiv gefallen waren).
2. Sein massenmediales Prestige und sein
Charisma bezog JPII aber auch noch aus Quellen, die das klassische
Erscheinungsbild eines Papstes überlagerten: Nicht-Italiener,
Osteuropäer, Pole, kein Kurienpapst, Professor, Schauspieler,
Sportler, weltoffener Grenzüberschreiter durch Reisen mit neuem
Ritual (Bodenkuss) in neuem öffentlichem Raum. Und der ist
von den Medien kontrolliert. Sie drängten sich ihm auf, und
er bot sich ihnen an.
3. Damit wurde er zum ersten globalisierten
Papst, aber auch „zu einem Showstar unter vielen anderen“
mit ,appearance’ und ,performance’ „zwischen Papstfigur
und Celebrity“ und einer ,split audience’ aus Gläubigen
und Publikum.(1)
Er suchte nicht nur die Medien, sondern auch die Massen –
selbst noch im Sterben.
4. Indem er sich mit ihnen identifizierte,
identifizierten sie sich mit ihm – bei seinem Begräbnis,
sogar über seinen Tod hinaus. Elias Canetti hat (in „Masse
und Macht“) Recht: „An der Kirche gemessen, erscheinen
alle Machthaber wie traurige Stümper“, und ich ergänze:
An diesem Papst gemessen noch mehr. Als weltoffener Grenzüberschreiter,
der alle Sprachen der Welt zu sprechen fähig schien, besetzte
er konkurrenzlos in der neu entstandenen Weltgesellschaft eine damit
neu entstandene Position, die des Vaters der Weltgesellschaft. Und
die Weltgesellschaft nahm von ihrem Vater Abschied und erlebte sich
in ihm.
5. Die nicht-demokratische Kirche tendiert
dazu, diesen Abschied als medial vermittelte Massenzustimmung zum
katholischen Glauben zu werten, als Plebiszit, und als Wiedergewinnung
von öffentlicher Präsenz des Katholischen, verstärkt
durch die massen- und mediale Aufmerksamkeit bei der Papst(neu)wahl
und der Inszenierung des neuen Papstes auf dem Event des Weltjugendtags.
Erwächst aus dieser medialen öffentlichen Aufmerksamkeit
und massenhaften Verbundenheit aber Glaubensverbindlichkeit? Die
wachsende Pluralisierung, Privatisierung und Relativierung des Religiösen
kann freilich durch solche Transzendenzerfahrungen im Augenblick
kaum kaschiert werden. „Wir sind Papst“ heißt
eben nicht: „Wir sind katholisch“! Allenfalls eventuell.
(1)
Bergmann/Luckmann/Soeffner, Erscheinungsformen von Charisma
– Zwei Päpste, in: Gebhardt/Zingerle/ Ebertz (Hg.): Charisma,
Berlin 1993.
|
 |
| |
 |
 |
Text: Prof. Hans-Joachim
Höhn |
|
| Prof. Dr. Hans-Joachim Höhn
ist Professor für Systematische Theologie und Religionsphilosophie
an der Universität Köln. |
|
| |
|
|
|
„Was ist für Sie aus Ihrer
professionellen Perspektive das, was Ihnen von der medialen Berichterstattung
über Sterben und Begräbnis von Papst Johannes Paul II.
am bemerkens- und erwähnenswertesten erscheint?“
Wie ist die Stimmung? – Keine Reporterfrage
hörte ich häufiger als die Erkundigung nach Atmosphäre
und Befindlichkeit der Menschen auf dem Petersplatz. Zunächst
kam mir ihre häufige Wiederholung wie eine journalistische
Verlegenheitsreaktion vor angesichts fehlender neuer Fakten, Zahlen
und Daten, die man hätte durchgeben können.
Außer einem wachsendem Zustrom von
Menschen auf dem Petersplatz ,passierte’ jedoch nichts, das
wirklichen Nachrichtenwert hatte. Behalfen sich die Medien deswegen
mit der Beschreibung von Emotionen: Ergriffenheit, Andacht, Trauer?
Mag sein.
Aber ich assoziiere mit ,Stimmung’
noch etwas anderes. Jeder Musiker muss sein Instrument erst ,stimmen’,
bevor er darauf spielen kann und das Instrument zu seiner ,Stimme’
wird. Es reicht nicht, eine Partitur virtuos herunterspielen zu
können, damit wirklich alles ,stimmt’.
Es muss auch ein Resonanzraum entstehen –
in den Zuhörern und um sie herum. Wenn es einen besonderen
,spirit’ gab, der diese Tage eines öffentlichen Papststerbens
und deren Botschaft bestimmte, dann hatte er mit der ,Einstimmung’
der Menschen vor der Peterskirche zu tun. So gesehen, war die Reporterfrage
sehr berechtigt. |
 |
| |
 |
 |
Text: Moritz Schuchardt
|
|
Moritz Schuchardt,
28,
ist Creative Director bei der Werbeagentur Schindler Parent
in Meersburg und Dozent für Werbetext an der Berufsakademie
Ravensburg. |
|
| |
|
|
|
„Was ist für Sie aus Ihrer
professionellen Perspektive das, was Ihnen von der medialen Berichterstattung
über Sterben und Begräbnis von Papst Johannes Paul II.
am bemerkens- und erwähnenswertesten erscheint?“
Wenn die Schäfchen schwarz tragen
oder: Alle Wege führen nach Rom
Es ist Samstag, der 2. April 2005, kurz nach
halb zehn, abends. Die Woche war anstrengend, aber kein Vergleich
zum Besuch eines schwedischen Möbelhauses heute früh.
Ehrlich gesagt: Ich habe beim besten Willen keine Lust mehr das
Haus zu verlassen. Sollen die anderen doch machen, was sie wollen.
Ich mache es mir jetzt gemütlich. Und die Pizza muss auch jeden
Moment da sein.
Ich schalte schon mal den Fernseher ein.
„...Karol Józef Wojtyla ist tot... .“ Wer? Ja,
ja Hubert Dimpfelmoser auch. Schlechte Nachrichten und schlechtes
Karma kann ich jetzt wirklich nicht gebrauchen. Da zappe ich lieber
weiter. Oder doch nicht. Ich bin irritiert. Karol Józef Wojtyla
– ist das nicht? Doch es ist. Der Mann vom Petersdom. Der
mit dem weißen Panorama-Mercedes. Das Oberhaupt der katholischen
Kirche. Johannes Paul II. Der Papst. Unser Papst. Und der soll tot
sein. Geht nicht. Gibt’s nicht. Kann nicht sein. Klar, er
war nicht mehr der jüngste. So ganz fit war er auch nicht mehr.
Aber deswegen gleich sterben? Können Päpste überhaut
sterben? Fragen über Fragen. Viel zu viele für einen einzelnen
Mann. Es klingelt. Aber mir ist der Appetit inzwischen gründlich
vergangen. Dabei bin ich noch nicht einmal katholisch.
Ich gehe jetzt ins Bett. Morgen sieht die
Welt bestimmt schon wieder anders aus. Und es stimmt. Die Welt sieht
anders aus. Ganz anders. Die Welt trägt Schwarz. Medial verordnet.
Und schick, dieses Einheitsschwarz. Sie trauert um einen Mann, der
seinen Frieden gefunden zu haben scheint. Ich will diesen Frieden
nicht stören – in keinster Weise – und doch stelle
ich mir schon wieder die ein oder andere Frage. Die wahrscheinlich
wichtigste: Über wen reden die hier? Doch nicht über den
Mann, der Homosexualität bis vor kurzem noch zum Kreis des
Unnatürlichen gezählt hat? Und der einer aktiven, selbstbestimmten
Empfängnisverhütung sagen wir mal nicht gerade aufgeschlossen
gegenüber stand? Es sieht ganz danach aus. Komisch, das hat
sich zu seinen Lebzeiten doch noch ein bisschen anders angehört.
Wie auch immer: Rom platzt aus allen Nähten.
Soviel steht fest. Mit Vereinsbussen und Sonderzügen pilgern
die Schäfchen – übrigens in Schwarz – scharenweise
in die italienische Hauptstadt, um ihrem Heiligen Vater die letzte
Ehre zu erweisen. Und wer hätte es gedacht: Die TV- und Medienanstalten
sind längst vor Ort. Live und in Farbe übertragen sie
das Geschehen. Für die wenigen, die nicht selbst hinfahren
konnten.
Die Welt – und damit meine ich auch
die, die es mit der Religion sonst eher flexibel halten –
ist wieder katholisch. Und Johannes Paul II. ist Weltmeister. Den
Medien, ob mit 3, 4 oder mehr großen Buchstaben im Namen,
sei Dank. Jetzt habe ich wirklich nur noch eine Frage: Wäre
die Geschichte vielleicht anders verlaufen – im WM Sommer
2006? Sozusagen Oli Kahn gegen Vatikan. Ich werde es wohl nie erfahren.
Himmlischst,
Ihr Moritz Schuchardt. |
 |
| |
 |
 |
Text: Christoph Schurian
|
|
| Christoph Schurian,
38, ist Redaktionsleiter der taz nrw in Düsseldorf. |
|
| |
|
|
|
„Was ist für Sie aus Ihrer
professionellen Perspektive das, was Ihnen von der medialen Berichterstattung
über Sterben und Begräbnis von Papst Johannes Paul II.
am bemerkens- und erwähnenswertesten erscheint?“
Nicht nur die Fernsehstudios über den
Dächern von Rom erinnerten mich an Olympische Spiele oder Fußballweltmeisterschaften.
Genauso der Übertragungsmarathon, die Reporter in den Straßen,
die Stimmen der Akteure, Fangesänge für den verstorbenen
Papst, Nationalfahnen.
Es fehlte nur Wolf-Dieter Poschmann. Beim
Weltjugendtag setzte sich das ungebrochen fort in den ,Benedetto’-Rufen,
die klangen, als jubelten die jungen Leute einem brasilianischen
Fußballstar zu, dazu trugen sie stolz sein Trikot mit der
Nummer 9.
Für den Gegenschnitt in diesem
fröhlichen, seltsam untraurigen Spektakel in Rom sorgte die
Begräbniszeremonie: Ein schlichter Sarg, eine Bibel, in der
der Wind zu lesen schien. |
 |
| |
 |
 |
Text: Martin Steffen
|
|
| Martin Steffen
ist Fotograf und arbeitet sowohl für Profit- als auch Nonprofit-Unternehmen.
|
|
| |
|
|
|
„Was ist für Sie aus Ihrer
professionellen Perspektive das, was Ihnen von der medialen Berichterstattung
über Sterben und Begräbnis von Papst Johannes Paul II.
am bemerkens- und erwähnenswertesten erscheint?“
A Whap Babelulap, der Papst ist tot, tutti
frutti...
Diese Elvis-Verballhornung aus Kindertagen
ging mir durch den Kopf, als ich die Bilder von den Trauerfeiern
Johannes Paul II. sah.
Eine Szene hat mich besonders beeindruckt:
Der tote Papst wird durch die Menge getragen, dahinter drängen
sich die Menschen.
Fotohandys werden hochgehalten, es wird fröhlich
um die besten Aufnahmeplätze gerangelt. Traurige, in sich gekehrte
Menschen sind wenige zu sehen. Viele lächeln – so als
seien sie froh, ein bedeutendes Weltereignis nicht zu verpassen.
MMSe werden als Ich-war-dabei-Beweis um die
Erde geschickt. Deathparade in Rom – nur die Trillerpfeifen
fehlen.
Die Medien scheinen mir Teil dieses Spektakels
zu sein. Sie berichten, wie sie berichten und wirken dadurch auf
das Ereignis zurück. Große Worte fallen, große
Gesten werden benutzt, ein Event bläst sich auf.
Danach wird rasend schnell vergessen. Oder
spricht jetzt noch jemand vom Jahrtausend-Papst?
In der Popkultur nennt man so etwas
Hype, und damit bin ich wieder bei Elvis. |
 |
| |
 |
 |
Text: Oliver Uschmann
Foto: Holger Kuntze
|
|
| Oliver Uschmann,
geboren 1977, ist Schriftsteller. 2005 erschien sein Debütroman
„Hartmut und ich“. |
|
| |
|
|
|
„Was ist für Sie aus Ihrer
professionellen Perspektive das, was Ihnen von der medialen Berichterstattung
über Sterben und Begräbnis von Papst Johannes Paul II.
am bemerkens- und erwähnenswertesten erscheint?“
Wer war dieser Mann? Das fragte ich mich
beim medialen Trubel um die Beerdigung von Papst Johannes Paul II.
ständig. Papst war er, solange ich denken kann, ich bin 1977
geboren, da war ,Paul II.’ fast ein Synonym für ,Papst’.
Zwei Extreme wurden in all den Jahren medial transportiert.
Erstens: Dieser Mann geißelt Verhütung,
während in Afrika AIDS die Menschen dahin rafft. Also protestierten
junge Frauen mit Stoffsäcken und Palästinensertüchern
gegen ihn. Zweitens: Dieser Papst tritt für den Frieden ein
und geißelt Bush für den Krieg im Irak. Also jubelten
junge Frauen mit Stoffsäcken und Palästinensertüchern
für ihn.
Eine sachliche Abhandlung darüber,
was Johannes Paul II. an reformatorischen Leistungen erbracht hat
und wie sie sinnvoll zu bewerten sind, fand allenfalls um 0:50 Uhr
im ZDF-Nachtstudio hat. Als er starb, blieb nur der Friedenspapst,
der Reformator, der Papst der Jugend, der Popstar. Will ich wissen,
wer dieser Mann war, lasse ich den Fernseher aus. Und recherchiere. |
 |
| |
 |
|
titelstory
Dr. Herbert Lauenroth
geb. 1956 in Göttingen, studierte Geschichte,
Germanistik und vergleichende Kulturwissenschaften in Köln,
Salzburg und Florenz. Er ist Bildungsreferent am Ökumenischen
Lebenszentrum Ottmaring (bei Augsburg), freier Autor und Übersetzer.“ |
| |
 |
|
interview
Georg Streiter
geboren 1955 in Luxemburg, begann seine
journalistische Karriere nach Abitur und einigen Semestern als Geschichtsstudent
im Jahre 1976. Er schrieb u.a. für die Bonner Rundschau, den
Kölner Express und die Hamburger Morgenpost. Von 1991 bis 1994
arbeitete er für den „stern“, von 1994 bis 2000
war er Ressortleiter Politik bei der „Bild am Sonntag“.
Fast drei Jahre lang war er leitender Redakteur bei „Max“,
bevor er im Januar 2005 als Ressortleiter Politik zur Bild-Zeitung
ging. |
| |
 |
|
STATEMENT
Bruder Anno
geboren 1967 in Köln, ist nach dem
Abitur in den franziskanischen Orden der Amigonianer eingetreten.
Zum Priester berufen fühlt er sich seit seinem 18. Lebensjahr.
Was er sonst noch ist? Sozialpädagoge, Theologe, Jogger, Turner,
Streetsoccer, Jazzfan, Geistlicher und Leiter des Jugendtreffs der
Amigonianer in Gelsenkirchen. |
| |
 |
|
STATEMENT
André Boße
ist Chefredakteur des Interview-Magazins
Galore. Davor war er freier Journalist und PR-Berater, unter anderem
für das Bistum Münster, und schrieb als Korrespondent
für die Katholische Nachrichten Agentur (KNA). |
| |
 |
|
STATEMENT
Prof. Dr. Dr. Michael N. Ebertz
Professor für Sozialpolitik und Freie
Wohlfahrtspflege an der Kath. Fachhochschule in Freiburg und Privatdozent
für Soziologie an der Universität Konstanz. Sein aktueller
Lehr- und Forschungsschwerpunkt liegt in den Bereichen der Kirchen-,
Religions- und Pastoralsoziologie. Intensive Vortrags- und Publikationsaktivitäten. |
| |
 |
|
STATEMENT
Prof. Dr. Hans-Joachim Höhn
geboren 1957, studierte Philosophie und
Theologie in Frankfurt, Rom, Freiburg und Bonn. Seit 1991 ist er
Professor für Systematische Theologie und Religionsphilosophie
an der Universität Köln. |
| |
 |
|
STATEMENT
Moritz Schuchardt
28, ist Creative Director bei der Werbeagentur
Schindler Parent in Meersburg und Dozent für Werbetext an der
Berufsakademie Ravensburg. Seine Leidenschaft für die Werbung
entdeckte der gebürtige Wiesbadener 1997 während eines
Agenturpraktikums in Frankfurt. |
| |
 |
|
STATEMENT
Christoph Schurian
38, ist Redaktionsleiter der taz nrw in
Düsseldort. Jeden Freitag beschreibt er „Schurians Runde
Welten“ und andere Geländespiele. In der Freizeitliga
wartet er weiter auf sein erstes Saisontor. |
| |
 |
|
STATEMENT
Martin Steffen
38, ist Menschenfotograf und arbeitet sowohl
für Profit- als auch Nonprofit-Unternehmen. Nach einer Ausbildung
beim Lette-Verein in Berlin war er Assistent von Jim Rakete in Berlin.
Anschließend assistierte er bei dem Fotografen Jean-Pierre
Godot in Paris. Martin Steffen lebt in Bochum. |
| |
 |
|
STATEMENT
Oliver Uschmann
geboren 1977, hat als Journalist, Kulturveranstalter,
Dozent, Werbetexter und Theorieadministrator gearbeitet, Kurzgeschichten
veröffentlicht und verschiedene Literaturpreise gewonnen. Im
Fischer Taschenbuch Verlag erschien 2005 sein Debütroman „Hartmut
und ich“. |
| |
|
|
|
|
| |
Wer
steckt hinter Sinnstifter?
Sinnstiftermag ist ein Zusammenschluss
von Zeitanalytikern, Werbern, Designern und Fotografen, die von
einer gemeinsamen Beobachtung ausgehen: dem enormen Sinnstiftungspotential
der alten und neuen Medien.
Medien transportieren sinnhafte
Inhalte und sind in dieser medialen Funktion vor allem selbst sinnhaft.
Sie können gar nicht anders. Damit sind sie religionsproduktiv.
In Partnerschaft mit Akteuren aus Kommunikation und Kirche sucht
sinnstiftermag nach den Analogien religiöser und medialer Kommunikation.
|
|
| |
|
|
|
|
| |
 |
|
Marketing, Kommunikation, Fundraising
Dieter Rehmann
Jahrgang 1957, arbeitete nach dem Publizistikstudium und einer Ausbildung als Konzeptioner und Texter 15 Jahre als Kreativdirektor in einer großen Werbeagentur. Heute ist er geschäftsführender Gesellschafter der Kommunikationsagentur 31M und als Dozent für Marketing, CI, PR und Fundraising tätig.
|
| |
 |
|
Mediengestaltung, Webdesign
Daniel Bürger
Jahrgang 1980, schloss seine Ausbildung zum Mediengestalter als NRW-Jahrgangsbester ab. Danach studierte er Grafikdesign an der FH Düsseldorf. Für seine Diplomarbeit erhielt er den Red Dot Award im Bereich Communication Design. Bei 31M ist er für Design und Konzeption verantwortlich.
|
| |
 |
|
Theologie, Soziologie
Matthias Sellmann
Jahrgang 1966, promovierter Theologe und
Soziologe. Seine Profession ist die Analyse und Bewertung gesellschaftlicher
Sinn- und Weltanschauungstrends. Wenn Schalke 04 eine Kapelle ins
Stadion baut, Fußballspieler Jesus-T-Shirts tragen, Bundespräsidenten
Weihnachtsansprachen halten oder Scientologen Gerichtsverfahren
anstrengen, ist Matthias Sellmann mit Interesse dabei. Intensive
Beratungs-, Vortrags- und Autorentätigkeit. |
| |
 |
|
Werbung, PR
Michael Jochim
52, Mitbegründer und geschäftsführender
Gesellschafter der
1985 in Essen gegründeten BJS Werbeagentur hat zahlreiche Kontakte
und Verbindungen zu Organisationen, Verbänden und Einrichtungen
im Nonprofit-Bereich. Michael Jochim arbeitet ehrenamtlich in kirchlichen
Einrichtungen mit. |
| |
 |
|
Fotografie
Martin Steffen
38, ist Menschenfotograf und arbeitet sowohl
für Profit- als auch Nonprofit-Unternehmen. Nach einer Ausbildung
beim Lette-Verein in Berlin war er Assistent von Jim Rakete in Berlin.
Anschließend assistierte er bei dem Fotografen Jean-Pierre
Godot in Paris. Martin Steffen lebt in Bochum. |
| |
|
|
|
|
| |
Impressum
Sinnstiftermag ist ein Zusammenschluss
von Zeitanalytikern, Werbern, Designern und Fotografen, die von
einer gemeinsamen Beobachtung ausgehen: dem enormen Sinnstiftungspotential
der alten und neuen Medien. |
|
| |
|
|
|
|
| |
|
|
Anschrift der Redaktion
sinnstiftermag-Redaktion
31M Agentur für Kommunikation GmbH
Agentur für Kommunikation GmbH
Walter-Sachsse-Weg 17
45133 Essen
T +49 (0)201.43 77-290
F +49 (0)201.43 77-299
Internet: www.sinnstiftermag.de
E-Mail:
|
| |
|
|
Programmierung, Web-Administration
dpb-media.de
Daniel Bürger
Bövinghauser Str. 73
44388 Dortmund
T +49 (0)177-38 610 45
E-Mail:
|
|